05. September 2018, 22:13 Uhr

Grundlegenden Wandel vollzogen

05. September 2018, 22:13 Uhr
Auftritt vor vier Jahren beim Partnerschaftsjubiläum im ungarischen Zsambek. (Foto: m)

Kaum ein anderer Verein hat in kürzester Zeit einen so grundlegenden Wandel vollzogen wie das Blasorchester Wißmar, das unter diesem Namen in diesem Jahr und in dieser Formation seit nunmehr 30 Jahren erfolgreich unterwegs ist. Doch gefeiert wird dieses Jahr das 50-jährige Bestehen: Das Blasorchester ging nämlich hervor aus dem Fanfaren- und Spielmannszug Wißmar, der am 10. Dezember 1968 gegründet wurde. 15 Jahre alt waren da bereits die ersten Instrumente, die aus einer Zeit stammten, in der man von 1953 bis 1960 einem Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr angehörte. Ein großer Solidaritätsbeweis war eine Spendensammlung, mit der die Bevölkerung und die Ortsvereine Wißmars die Anschaffung neuer Instrumente ermöglichten.

600 Titel im Repertoire

Man trat bei Sänger-, Sport-, Feuerwehr- und Kegelfesten auf. Zu den Höhepunkten eines jeden Jahres zählte die Teilnahme an den Hessentagsumzügen. 1976 hatte man die erste große Bewährungsprobe beim Musikwettstreit um den Deutschlandpokal in Alsfeld. In den ersten zehn Jahren spielten die Musikanten ohne Notenkenntnisse.

Das zweite Jahrzehnt verlief turbulent. Die Mitgliederentwicklung wurde instabil. Das erfolgreichste Jahr war 1980, als 61 Fanfarenbläser, Flötisten und Trommler den Klangkörper bildeten. 44 waren es noch 1988. Auch in der Ausbildung änderte sich einiges. 1982 übernahmen Günther Kröck und Uwe Klaar die Ausbildung bei den Trommlern und Flötisten. Siegfried Lemke führte ein Jahr später als neuer Ausbilder die »Busecker Schule« ein und stellte die Ausbildung auf Noten um. Damit begann eine schwierige Phase für den Verein – einige Aktive wechselten ins passive Lager. In dieser Zeit hielten Stabführer Günther Kröck, Hans Rinn und der amtierende Vorstand dennoch die Zügel fest in der Hand. Nach 1985 ging es dann auch musikalisch wieder aufwärts. Neue Märsche mit anspruchsvolleren Schwierigkeitsgraden konnten Dank erworbener Notenkenntnisse bis zur Aufführungsreife einstudiert werden.

1986 kam mit Gerd Böhmer ein neuer Leiter zum Fanfaren- und Spielmannszug. Er war Initiativträger einer neuen Idee, die von vielen mitgetragen wurde und sich mit dem Umbau zum Blasorchester befasste. Neue Instrumente wurden gekauft, das Repertoire wurde breiter. In Einigkeit mit den Ausbildern und vor allem den Dirigenten – Gerd Böhmer, Ludwig Velte, Otmar Schad und seit vielen Jahren ist mit großem Erfolg Gilbert Monter Orchesterleiter – konnte das Blasorchester zu dem geformt werden, was es seit Jahren ist: Ein unverzichtbarer Bestandteil des kulturellen Lebens in Wettenberg, musikalischer Botschafter seiner Heimat in vielfältiger Weise und ein Aktivposten in der seit über 30 Jahren währenden Partnerschaft der Gemeinde mit Zsambek und Tök (Ungarn). Höhepunkt des musikalischen Wirkens sind die alljährlichen Weihnachtskonzerte.

In das Jubiläumsjahr führt die seit fast zwei Jahren amtierende Vorsitzende Monika Monter das Geburtstagskind. Mit dem 2. Vorsitzenden Joachim Mülich, dem einzig noch lebenden, aktiven Gründungsmitglied macht sie keinen Hehl daraus, dass es an Nachwuchs fehlt. Das führt zu neuen Kooperationen. Man arbeitet eng mit dem Musikzug Biggen – ebenfalls dirigiert von Gilbert Monter – und dem Heimat- und Musikverein Rechtenbach zusammen. Viele Musiker sind in zwei oder gar drei Vereinen aktiv.

Das zeugt von Leidenschaft und die will man sich auch beim Geburtstagskind mit seinen 120 Mitgliedern noch möglichst lange bewahren. 25 von ihnen gehören dem Orchester an und das verfügt über ein Repertoire von 600 Titeln, von denen 250 im ständigen Programm aktuell sind. Sieben neue Stücke hat man extra für den Jubiläumsabend einstudiert. Der ist am 15. September ab 19 Uhr im Bürgerhaus.

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