22. Mai 2018, 05:00 Uhr

Empfehlung

Grünes Licht für Reaktivierung der Lumdatalbahn

Die Planungen für die Reaktivierung der Lumdatalbahn können beginnen. Der hessische Verkehrsminister empfiehlt das Projekt, was Voraussetzung für eine finanzielle Beteiligung des RMV ist.
22. Mai 2018, 05:00 Uhr
Noch liegt die Lumdatalbahn im Dornröschenschlaf. Doch die Planungen für ihre Reaktivierung können nun beginnen. (Fotos: Schepp/dpa)

Diesen Satz haben die Befürworter einer Reaktivierung der Lumdatalbahn lang erwartet: »Aufgrund der bisherigen Untersuchungen habe ich dem Kreis Gießen empfohlen, mit der Vorplanung zu beginnen.« Dies erklärte der hessische Verkehrsminister gegenüber der Gießener Allgemeinen Zeitung.

»Das ist die Voraussetzung dafür, dass der Rhein-Main-Verkehrsverbund sich finanziell an der Planung beteiligt.«

Ein Satz mit weitreichenden Folgen: Denn nur bei einer Empfehlung aus dem Ministerium darf sich der RMV an dem Projekt beteiligen – ohne die Unterstützung des Landes wäre eine Umsetzung also nicht möglich, bereits an den Kosten gescheitert.

Projekt jetzt förderfähig

Nun ist das Projekt förderfähig, könnten bis zu 85 Prozent der zehn bis elf Millionen Euro Kosten vom Land übernommen werden.

Bis zuletzt hatten sowohl Kommunalpolitiker als auch der Lumdatalbahnverein gespannt auf die Einschätzung aus Wiesbaden gewartet. Die Voraussetzungen waren gut: Die jüngste Nutzen-Kosten-Untersuchung war positiv ausgefallen.

Sie war zu der Einschätzung gekommen, dass die Reaktivierung einen großen Beitrag zur Stabilisierung der Strukturen des Lumdatals leisten würde – und dies war eine wichtige Anforderung.

Auch entsprachen die zu erwartenden Fahrgastzahlen den Vorgaben. Gerechnet wird mit 1600 Fahrgästen pro Tag. Hierbei soll die Bahn auch in das örtliche Linienbusnetz integriert werden, um Synergie-Effekte zu nutzen.

Politische Meinung nicht einheitlich

Noch sind die politischen Meinungen entlang der Bahnstrecke nicht einheitlich: Die Kommunalparlamente in der Rabenau und Allendorf hatten sich bereits für die Reaktivierung ausgesprochen.

In Staufenberg und Lollar hatte man sich lediglich für Prüfaufträge entschieden – bei Lollar verständlich, da die Stadt bereits über einen Bahnhof verfügt.

Der Landkreis als auch die Kommunen entlang der Strecke werden die voraussichtlich übrigen 15 Prozent der Kosten der Reaktivierung tragen. Landrätin Anita Schneider (SPD) hatte zuletzt bei einer Podiumsdiskussion die Kommunen in die Pflicht genommen.

Man müsse im ländlichen Raum aktiv werden, wenn man die Folgen des demographischen Wandels aktiv angehen wolle. Auch im Kreistag gab es eine breite Unterstützung der Reaktivierung der Lumdatalbahn.

»Ich freue mich, dass dieses Projekt nun durch den Start der Planung auf den Weg gebracht werden kann. Mit dem erarbeiteten Gesamtkonzept stellt es auch eine Stärkung des ländlichen Raumes dar«, erklärte Verkehrsminister Al-Wazir.

Für die Horlofftalbahn zwischen Hungen und Wölfersheim konnte der Minister noch nicht dieselbe gute Nachricht überbringen. Aber: »Ich hoffe, dass ich diese Empfehlung in Kürze auch für die Horlofftalbahn geben kann. Es ist erklärtes Ziel der Landesregierung, konzeptionell und wirtschaftlich sinnvolle Reaktivierungen von Bahnstrecken zu unterstützen.«

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