12. September 2018, 22:08 Uhr

Gründerzeit im Kreis

12. September 2018, 22:08 Uhr

Wie lässt sich Gründergeist messen? Über die Zahl der Gewerbeanmeldungen, die nur bei Freiberuflern ausbleibt, wird die gewerbliche Entwicklung im Vergleich zu anderen Staaten recht genau erkennbar. Statistiker nehmen die Anmeldungen gegenüber der Einwohnerzahl als Maßstab, um einen Vergleich zwischen Regionen zu ermöglichen.

Der bundesweite Vergleich zeigt, dass die Häufigkeit von Geschäftsgründungen stark variiert – und das Gießener Land schneidet dabei recht gut ab: Bezogen auf die Gewerbeanmeldungen hatte der Kreis Gießen 2017 rund 101 Firmengründer und -gründerinnen je 10 000 Einwohner. Das ist in der Gründer-Bundesliga Platz 35 von insgesamt 403 ausgewerteten Stadtstaaten, Stadt- und Landkreisen. In Punkten ausgedrückt werden die Unterschiede deutlich: Offenbach hatte als Spitzenreiter 174 Punkte (Vorjahr: 183 Punkte) und das neue Schlusslicht Kreis Altenburger Land rund 38 Punkte.

Kreis-Entwicklung gegen den Trend

Bundesweit schrumpft indes die Lust am Unternehmertum: 2017 wurden in Deutschland 80 394 weniger Gewerbeanmeldungen abgegeben als noch 2012. Im Kreis Gießen dagegen zeigt der Vergleich über diese fünf Jahre hinweg ein Plus von 99 Gründungen. Auch im direkten Vergleich mit dem Vorjahr ist das Ergebnis positiv: Bis Ende 2017 gab es 2687 Anmeldungen, das sind 123 mehr als 2016. Die Gründer im Kreis Gießen schwimmen derzeit also gegen den Trend. Freilich verrät der für 2017 errechnete Wert nur, wie groß der Drang in die Selbstständigkeit ist. Über die jeweiligen Erfolgschancen, die sich am Ende in Arbeitsplätzen und lokaler Wirtschaftskraft niederschlagen, sagen sie noch wenig aus.

Dafür schätzen die Statistiker die Chancen der Gründung ab, soweit das möglich ist: 2017 bekamen von den 2687 Gewerbeanmeldungen im Kreis Gießen insgesamt 2156 das Prädikat »Neuerrichtungen«. Damit sind jene Gewerbe gemeint, die erstmals als Haupt- oder Zweigniederlassung oder als unselbstständige Zweigstelle angemeldet wurden.

Den Gewerbeanmeldungen standen 2017 2378 Abmeldungen im Kreis gegenüber. Auch dabei lohnt es sich, genauer hinzuschauen: Unter allen Abmeldungen gab es 283 sogenannte »Betriebsaufgaben«, bei denen teils auch von größeren Arbeitsplatzverlusten auszugehen ist. Dagegen steckten in den Abmeldungen auch 167 Betriebe, die an Nachfolger oder Käufer übergeben wurden. Diese tauchten bei den Anmeldungen in der Zahl der Übernahmen mit 176 größtenteils wieder auf. In diesen Fällen sind nicht unbedingt Arbeitsplätze verloren gegangen.

Ein weiterer Indikator für die Gründerstimmung: Zieht man die 2378 Gewerbeabmeldungen von den Gewerbeanmeldungen ab, blieb 2017 ein Gründersaldo von plus 309 Gründerinnen und Gründern, die Hoffnung auf zusätzliche Jobs machen. Unterm Strich steht der Kreis also in Sachen neue Gewerbe relativ gut da.

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