26. August 2018, 19:37 Uhr

Großer Auftritt für Mensch und Tier

26. August 2018, 19:37 Uhr
Landesleistungshüten: Klappt das Zusammenspiel?

Kauend hebt das Schaf seinen Kopf und beobachtet seine Umgebung. Da steht der Schäfer mit seinem Stock, neben ihm sitzt sein Hund auf dem Boden – alles in Ordnung. Das Schaf frisst weiter. Doch plötzlich kommt Unruhe auf, ein anderes Schaf blökt alarmiert los – da kommt der andere Hund, die Herde muss schnell loslaufen. Jetzt sind beide Hunde unterwegs. Während der eine aufpasst, dass kein Schaf zur Seite ausbricht, treibt der andere die Tiere voran, direkt auf ein metallenes Tor zu. Die Schafherde passiert die Engstelle geschlossen und zügig. Auf der anderen Seite des Tors wartet schon die nächste Aufgabe auf Mensch und Tier.

Solche Szenen waren am Samstag in Hungen gleich mehrfach zu sehen: Das Schäferfest lockte viele hunderte Besucher in den Stadtkern und an die angrenzende Schafweide. »Das hier ist der wichtigste Feiertag für die hessischen Schäfer«, erklärte Reinhard Heintz, Vorsitzender des Hessischern Verbands für Schafzucht und -haltung am Samstagnachmittag.

Und im Rahmen des 96. Schäferfestes traten Hessens Schäfer einmal mehr im Leistungshüten gegeneinander an. Dabei müssen Mensch und Tier unter Beweis stellen, wie sie als Team zusammenarbeiten können. Gehorsamkeit, Bewegungen und Hütetrieb des Hundes werden dabei genauso bewertet wie das Auftreten des Schäfers. Zwei heimische Schäfer konnten dabei sehr gute Leistungn vorweisen: Frank Meyenberg aus Hüttenberg mit seinen Hunden Nele und Caspar (99 Punkte) sowie Stefan Heintz aus Dornholzhausen mit Buck und Lea (93 Punkte). Als Sieger und Landessieger konnte sich aber erneut Volker Schuhmacher aus Usingen-Eschbach mit Pia und Paul durchsetzen (100 Punkte). Bereits 2017 hatte er das Landesleistungshüten in Kirchhain-Stausebach gewonnen.

Schafhaltung kaum noch rentabel

Seit über 10 000 Jahren gehört das Schaf zum Menschen. Es prägte einst vielerorts das Bild der Landwirtschaft. Noch vor wenigen Jahrzehnten gehörten Schäfer und ihre großen Schafherden überall zum Landschaftsbild – doch hat sich dies vielerorts geändert. Die Landwirtschaft hat sich gewandelt und das Halten von Schafen ist kaum noch rentabel. Gerade einmal 164 346 Schafe bei 5804 Schafhaltern gab es im vergangenen Jahr noch in Hessen. Der Pro-Kopf-Verbrauch an Lammfleisch beträgt deutschlandweit 0,6 Kilogramm pro Jahr. Doch darf man dabei nicht vergessen, dass Schafe sehr wichtig für die Biodiversität in Deutschland sind, so etwa auf Magerrasenflächen: Werden diese nicht regelmäßig beweidet, verbuschen sie sehr schnell und die sonst dort vorkommenden Pflanzen und Tierarten verschwinden schließlich.

Neben dem Leistungshüten gab es reichlich Vorführungen und Unterhaltung: Tom Daume vom Schnuckenhof Daume präsentierte seine Hütehunde und gab einen Einblick in Arbeit und Ausbildung. Seit 16 Jahren trainiert er auf seinem Hof Border Collies. Neben dem traditionellen Schaf-Markt rund um das Kulturzentrum »Alte Grundschule«, standen am Samstag auch weitere Vorführungen zur Schafschur und Informationsstände rund um Schafe und Naturschutz für die Besucher parat.

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