21. Februar 2017, 08:00 Uhr

Auftritt in Wien

Große Bühne für Kirchberg-Kantorei

Das Collegium Vocale Kirchberg hat im Wiener Konzerthaus an der Aufführung der Tango-Messe »Misa a Buenos Aires« des argentinischen Komponisten Martin Palmeri mitgewirkt.
21. Februar 2017, 08:00 Uhr
Im Wiener Konzerthaus führen Chöre und Musiker aus Österreich, Südamerika, Frankreich und Deutschland die Messe »Misa a Buenos Aires« des argentinischen Komponisten Martin Palmeri auf. Mittendrin: 68 Sängerinnen und Sänger der Dekanatskantorei Collegium Vocale Kirchberg. (Foto: pm)

Eingebunden war die Aufführung in das Misatango-Festival, an dem sich rund 300 Sänger und Musiker aus Österreich, Südamerika, Frankreich und Deutschland beteiligten. Allein die Dekanatskantorei stellte 68 Sängerinnen und Sänger und damit etwa 20 Prozent der Mitwirkenden.

Der von Dekanatskantorin Daniela Werner dirigierte Chor hatte sich mit eigenen Aufführungen der Tango-Messe, etwa in der evangelischen Kirche Lollar, für das Festival in Wien empfohlen. Bei der Aufführung saß Palmeri selbst am Konzertflügel, das Jugendkammerorchester Violinissimo aus Erding/Oberbayern musizierte. Akzente setzten die Sopranistin Carla Filipcic und Pablo Mainetti, einer der weltweit besten Bandeonspieler. Nach den Beifallsstürmen gewährte Zaks noch einmal den Schlussteil des Credo, das in einem fulminanten »Amen« endet.

Im Vorfeld des Konzerts hatten alle Beteiligten drei Tage lang Zeit, unter der Leitung von Palmeri und Zaks in einem Workshop eigene Vorstellungen von der Tango-Messe in eine gemeinsame Klangwelt zu übertragen. Schon bei der Begrüßung im Wiener Konzerthaus wirkten Komponisten und Dirigent hoch konzentriert – »es wurde nicht lange gefackelt«, resümiert Daniela Werner. Zaks machte allen Mut, ihre Musik »in die Welt hinauszutragen«. Palmeri schickte ein kurzes Hallo herüber und testete gleich die Stimmkräfte mit rhythmischen Klangübungen.

Und im April geht’s nach New York

Schon begann die erste Workshop-Stunde, in der die Chöre auch eine der kürzeren Kompositionen von Palmeri ad hoc singen sollten. Noch am selben Tag begann die Feinarbeit an der Tango-Messe, die alle Chöre schon ein oder mehrere Male aufgeführt hatten. Nach fast drei Stunden konzentrierter Arbeit war vielen die Verzauberung durch den charismatischen Dirigenten, der mit prägnanten Worten und deutlichen Gesten und Bildern schnell zu klanglichen Höhepunkten führte, anzusehen, erinnert sich die Dekanatskantorin. In bester Stimmung fuhr man später zum Heurigen nach Baden (bei Wien). Im weiteren Probenverlauf wirkte Zaks immer anspruchsvoll und gut gelaunt zugleich. Ihm gelang es auch, die Melange unterschiedlicher Chöre harmonisch zu vereinen und anfängliche Verzagtheit ob der großen Aufgabe in fröhliche Erwartung zu verwandeln. Werner meint, Zaks habe als »Lehrer und Mensch« überzeugt.

Im ersten Teil des Konzerts boten alle Chöre kurze Auftritte mit eigener Programmauswahl. Den Einstieg in das Konzert übernahmen die Kirchberger mit Daniela Werner am Bösendorfer Flügel und zwei Stücken: »Gloria« und »Gratias« aus der »Missa brasileira« von Jean Kleeb (Marburg).

Alle Beteiligten beschlossen den erfolgreichen Abend in Hochstimmung bei einer Feier im Konzerthaus. Kontakte wurden untereinander geknüpft oder vertieft. Vielleicht entstehen hierdurch Chorbesuche untereinander. Am 30. April wird übrigens Palmeris neues Werk »Tango Credo« in New York uraufgeführt. Mit dabei ist wiederum die Dekanatskantorei Collegium vocale Kirchberg. Die Proben laufen schon.

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