06. September 2018, 21:31 Uhr

Gegen Verschwendung

06. September 2018, 21:31 Uhr
Auch das ist nachhaltig Aus Äpfeln von Inheidener Streuobstwiesen wird Saft gepresst.

Worum geht es beim »Tag der Nachhaltigkeit«? Mehr als 50 Kindergartenkinder aus ganz Hungen wissen es jetzt ganz genau. Bürgermeister Rainer Wengorsch hat es ihnen erklärt. »Es ist ein Tag gegen Verschwendung« hat er gesagt, ehe er im Kulturzentrum die Geschichte von der kleinen Biene Hermine vorlas, die einen Platz zum Leben sucht und ihn mithilfe der Menschen in einem blühenden Garten findet.

Die Lesung war der Auftakt zum »Tag der Nachhaltigkeit«, der am Donnerstag hessenweit begangen wurde und darum warb, das Leben heute so zu gestalten, dass es auch für kommende Generationen lebenswert bleibt. In Hungen fiel das Programm üppiger aus als andernorts. »Nachhaltigkeit gehört zu unserer Marke«, sagt der Bürgermeister und verweist auf die lange Tradition der Schäferei und auch auf Georg Ludwig Hartig, den Begründer der nachhaltigen Forstwirtschaft, der im späten 18. Jahrhundert Oberförster in Hungen war. In der Bürgerschaft und auch in der Politik stoße das Thema auf Resonanz. Außerdem hat Hungen eine Klimaschutzmanagerin. Annika Ploenes hat den »Tag für Nachhaltigkeit« geplant. »Wir haben verschiedene Aktionen gebündelt, um insgesamt mehr Aufmerksamkeit zu bekommen«, erläuterte sie.

Das Programm am Vormittag mit verschiedenen Aktionen auf dem Hungener Wochenmarkt war auf die Vorschulkinder der Hungener Kindergärten ausgerichtet. Am Abend dann konnten sich Interessierte im Bürgerhaus Rodheim übers Strom sparen und den Einsatz von Solarwärme informieren. Zudem wurde im Rathaus eine Sammelbox für alte Handys aufgestellt. »Bei vielen Leuten liegen sie ungenutzt in der Schublade. Dabei kann man die Rohstoffe wiederverwenden«, erläutert Ploenes.

Das Kinderprogramm am Vormittag rückte Lebensmittel aus der Region in den Mittelpunkt. Die kleinen Teilnehmer konnten die Marktbeschicker besuchen, zu denen sich auch der Kürbishof Bender und das Tiergartenlädchen Schmalz gesellt hatten. Sie konnten auf dem Markt frühstücken und mit Mitgliedern des Energiebeirats eigenhändig Äpfel keltern. »Das Obst habe ich erst heute morgen auf den Streuobstwiesen in Inheiden gelesen«, erzählte Stephan Kannwischer.

Ein paar Schritte vom Wochenmarkt entfernt, auf der Wiese des Bürgerparks, war zudem ein Pflanzbeet vorbereitet worden, in dem die Kinder viele kleine Blumenzwiebeln verbuddelten. Annika Ploenes und ihre Helfer haben sich für früh blühende Krokusse entschieden. Die haben zwei Vorteile. Erstens: Sie müssen nicht so tief eingegraben werden. Zweitens: Sie sind, wenn der Winter zu Ende geht, eine wichtige Bienenweide.

Tipps für Nachhaltigkeit im Alltag

Nicht nur die Kinder, sondern alle Besucher des Hungener Wochenmarktes waren aufgerufen, sich mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinander zu setzen. Ein Faltblatt des Hessischen Umweltministerium, das dazu verteilt wurde, empfiehlt folgende zwölf Mini-Aktionen für den Alltag:

Verzichten Sie auf chemische Haushaltsreiniger und nutzen Sie stattdessen Naturprodukte wie Essig, Natron, Soda oder Zitronensäure.

Einfach mal nichts kaufen – denn eigentlich ist der Kleiderschrank doch voll und das alte Smartphone funktioniert tadellos.

Teilen statt besitzen. Das funktioniert nicht nur beim Auto, sondern auch bei Haushalts- und Freizeitgeräten.

Entrümpeln Sie Ihren Kleiderschrank. Senden Sie Aussortiertes an ein soziales Projekt vor Ort.

Teilen Sie Ihre Ideen, lassen Sie die Welt daran teilhaben, zum Beispiel auf einem Blog oder einem Social-Media-Kanal.

Reden Sie mit, zum Beispiel bei einer Zukunftswerkstatt.

Den Aufzug links liegen lassen und Treppen steigen.

Probieren Sie alte Obst- und Gemüsesorten.

Versuchen Sie, beim Einkaufen auf Plastikverpackungen zu verzichten.

Lassen Sie alte Sessel neu aufpolstern oder erforschen Sie Second-Hand-Läden.

Lesen Sie sich glücklich. Vielleicht werden Sie in der Stadtbücherei fündig?

Bereichern Sie nicht nur Ihr eigenes Leben, sondern auch das Leben anderer. Besuchen Sie das örtliche Seniorencafé, organisieren Sie ein Fest in Ihrem Viertel oder engagieren Sie sich in einem sozialen Projekt.

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