03. August 2018, 18:00 Uhr

Ein Jahr Uganda

Für ein Jahr in die Slums

Die Welt kennenlernen. Sich Klarheit über den Berufsweg verschaffen. Helfen. Das sind die Beweggründe von Tobias Düver, der Anfang September seinem Zuhause in Steinbach für ein Jahr den Rücken kehrt. Für einen Freiwilligendienst im ostafrikanischen Uganda.
03. August 2018, 18:00 Uhr
Noch sitzt er am Gartentisch in Steinbach, aber in einem Monat geht es für Tobias Düver ins ostafrikanische Uganda – zum Freiwilligendienst in der Hauptstadt Kampala. (Foto: pm)

Man muss Abitur oder eine Berufsausbildung haben, zwischen 18 und 27 Jahren alt sein, offen für Neues und vor allem bereit, freiwillig zu arbeiten. All diese Voraussetzungen bringt Tobias Düver mit, und deshalb schickt ihn die Organisation In Via ab September nach Ostafrika. Ein Jahr wird der Steinbacher in Uganda für eine Nichtregierungsorganisation arbeiten, die Kindern und Jugendlichen in den Slums bessere Zukunftsperspektiven zu ermöglichen versucht. Durch Grundschule- und Berufsausbildung sowie Freizeitangebote. Mengo Youth Development Link nennt sich das Projekt. »Ich möchte Menschen helfen, die nicht so viele Möglichkeiten haben, wie ich«, begründet der 19-Jährige seine Entscheidung für den Freiwilligendienst.

Auf welche Art und Weise er das tun wird? Als Lehrer von rund 40 Schülern und in der Öffentlichkeitsarbeit, wo er sich für eine starke Präsenz der Organisation einsetzen möchte, erzählt der frisch gebackene Abiturient, der im Mai auf der August-Herrmann-Francke-Schule in Gießen seine Reifeprüfung abgeschlossen hat. Auch die Planung und Leitung von Freizeitbeschäftigungen steht auf seiner Agenda. Doch in Stein gemeißelt ist das nicht. Düver: »Die Aufgaben sind frei wähl- und wechselbar.«

Schon lange interessiert sich Düver für Menschenrechts- und Umweltpolitik, setzt sich täglich mit den Problemen in diesen Bereichen auseinander. »Ich lese viel zu den Themen. In der Zeitung und im Internet«, sagt Düver. Und er lebt dementsprechend, verzichtet beispielsweise aus Gründen des Umwelt- und Menschenrechtsschutzes auf alltägliche Produkte. Vor zwei Jahren absolvierte er ein Praktikum in Chile. An einer Schule in einem Armenviertel. Der zehnwöchige Aufenthalt gab für den Steinbacher den Ausschlag in Sachen Freiwilligendienst. »Danach stand fest, dass ich das machen möchte.«

Ich möchte Menschen helfen, die nicht so viele Möglichkeiten haben, wie ich

Tobias Düver

Helfen ist seine Mission. Was Uganda betrifft allerdings nicht die einzige. »Ich will mehr von der Welt sehen, um mir ein reales Bild zu machen«, erklärt Düver. Und, um sich beruflich zu orientieren. Denn schon jetzt weiß er, dass er später einmal für eine Hilfsorganisation arbeiten möchte. In der Umwelt- oder Menschenrechtspolitik, versteht sich. »Aber die Studiengänge sind sehr vielfältig«, so Düver. Deshalb hofft er, dass die Reise nach Uganda ihm zu mehr Klarheit verhilft.

Am 4. September geht es für den jungen Mann, der in Niedersachsen geboren wurde und bis zu seinem Umzug nach Fernwald vor vier Jahren in Herborn lebte, los. Zwölf Stunden wird er mit dem Flugzeug unterwegs sein und nach der Ankunft zunächst ein Übergangsquartier beziehen, bevor er ein bis zwei Wochen später zu einer Gastfamilie kommt. Auf seinen Aufenthalt wird der 19-Jährige bereits in Deutschland im Rahmen von zwei einwöchigen Seminaren vorbereitet, eines davon hat er bereits hinter sich. Dort sind er und andere Freiwillige unter anderem darauf hingewiesen worden, dass sie sich möglichst nicht in die Politik einmischen. Düver: »Die Partizipation in Uganda ist sehr eingeschränkt.« Aber auch darüber hinaus hat sich der Freiwillige seit der Zusage von In Via viel Wissen über das ostafrikanische Land und die Hauptstadt Kampala, in der rund 1,5 Millionen Menschen leben, angeeignet.

Finanziert wird sein Einsatz zu 70 Prozent vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Der Rest kommt von der Entsendeorganisation, also In Via. Da diese ihr Engagement aber auf Spenden aufbaut, versucht Düver derzeit, einen Teil der Mittel selbst zusammenzutreiben. Mit Hilfe eines Unterstützerkreises. Um über sein Projekt, seine Gründe, Ziele und seine Person zu informieren, hat er einen Flyer entworfen, mit dem er sich vorwiegend an Freunde und Bekannte wendet. Wer interessiert ist, kann sein freiwilliges Jahr unterstützen.

INFO

Unterstützung für das Projekt

Wer den Freiwilligendienst von Tobias Düver in Uganda finanziell unterstützen möchte, kann dies einmalig oder mehrmals im Jahr tun. Die Höhe des Betrages ist frei wählbar. Die Entsendeorganisation In Via stellt eine Spendenquittung aus. Interessierte wenden sich per Email an: tobias-duever@gmx.de.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Abiturienten
  • Freizeitbeschäftigungen
  • Freunde und Bekannte
  • Hilfsorganisationen und Hilfseinrichtungen
  • Menschenrechtspolitik
  • Praktika
  • Slums
  • Steinbach
  • Studiengänge
  • Umweltpolitik
  • Fernwald
  • Christina Jung
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 8 + 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.