11. September 2018, 22:17 Uhr

Fokus auf die 68er

11. September 2018, 22:17 Uhr
Kämpf

Die Sonderausstellung »Anabas – Literaturplakate aus dem Jahr 1968« wurde dieser Tage durch Dr. Peter Ihring vom Förderverein Stadtbibliothek Lich im Rahmen von »Kunst in Licher Scheunen« eröffnet. Gezeigt werden neun Serigrafien, die gemeinsam von Autoren und Grafikern geschaffen worden sind und die sowohl Texte als auch Grafiken enthalten. Die Exponate sind während der Öffnungszeiten der Stadtbibliothek dienstags bis freitags von 16 bis 18 Uhr, samstags von 11 bis 13 Uhr und sonntags von 14 bis 16 Uhr im Obergeschoss zu sehen.

Kritischer Bezug zur Zeitgeschichte

Der Licher Günter Kämpf, der bis 2010 den von ihm gegründeten Anabas-Verlag in Wetzlar führte, stellte den Verlag und seine Aktivitäten sowie die Kunstwerke und die Künstler vor. 1968 – die westdeutsche Studentenbewegung befand sich nach dem Tod von Benno Ohnesorg auf ihrem Höhepunkt – war der Verlag gerade mal zwei Jahre alt. Kämpf versuchte seinerzeit, Autoren und Grafiker zur Zusammenarbeit zu bewegen. »Immerhin schafften wir es, neun Exponate, alle Serigrafien, herzustellen«, blickte Kämpf zurück. Die Auflage habe sich auf 50 Stück belaufen, davon seien 20 signiert und nummeriert worden. Auf dem ersten Messestand des Anabas-Verlages auf der Frankfurter Buchmesse seien die Werke präsentiert worden.

Die Anabas-Literatur-Plakate im Format 40 mal 70 Zentimeter enthalten sowohl Texte, teilweise Figurentexte und Gedichte, als auch Grafiken mit überwiegend kritischem Bezug zur damaligen Zeit. So sind auch die Gedichte und Grafiken »Hoch erhobenen Atomkopfs« von Peter Lehner/Irene Thiel-Peschick und »Deutschland« von Horst Bingel/Irene Thiele-Peschick einzuordnen. Bingel, ein bekannter Frankfurter, sei im Radio aufgetreten und habe sich nicht gescheut, sein Gedichte laut in der Straßenbahn vorzutragen, erläuterte Kämpf weiter. Er habe in der Literatur eine Art Volksnahrung gesehen, die jedem zugänglich sein sollte. Auch habe es Bezüge zur Popkunst gegeben wie bei dem Werk »Mit roter Farbe kann man« von Hans Mühlethaler und Jobst Meyer. (Foto: kjg)

Schlagworte in diesem Artikel

  • Lich
  • Karl-Josef Graf
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 5 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.