03. Juli 2018, 10:00 Uhr

Unterkunft schließt

Flüchtlinge verlassen Steinbach

Früher als erwartet werden die Bewohner die Gemeinschaftsunterkunft an der Oppenröder Straße in Steinbach verlassen. Für die Holzhäuser gibt es neue Pläne.
03. Juli 2018, 10:00 Uhr

Früher als erwartet werden die Bewohner die Gemeinschaftsunterkunft an der Oppenröder Straße in Steinbach verlassen. Weil der Landkreis Gießen mindestens eines der Holzhäuser anderweitig nutzen will, werden die Flüchtlinge in andere Gemeinschaftsunterkünfte umziehen. Heike Müller von der Pressestelle des Landkreises bestätigte, dass es Überlegungen gebe, mindestens eines der sogenannten Laumann-Häuser umzurüsten, um es dann an anderer Stelle an einer Schule wieder aufzubauen. Terminiert sei der Abbau zwar noch nicht, man nutze aber die Sommerferien, um Familien mit schulpflichtigen Kindern in andere Einrichtungen zu verlegen.

 

Frist für Genehmigung läuft ab

 

Die beiden flachen grauen Holzhäuser (Foto) waren im Frühjahr 2016 im Gewerbegebiet errichtet worden und boten Platz für insgesamt 64 Bewohner. Voll belegt waren sie schon längst nicht mehr. Nach Schätzungen von Waltraud Horch, die sich von Anfang an in der Steinbacher Flüchtlingshilfe engagierte, wohnten zuletzt wohl noch um die 30 Leute dort: Menschen aus Eritrea, Somalia, Ägypten, Äthiopien und dem Irak.

Unter den Helfern habe die Nachricht vom unerwarteten Umzug für einige Unruhe gesorgt. Dabei seien die Meinungen unter den Ehrenamtlichen geteilt. Horch selbst kann die Gründe des Landkreises nachvollziehen. Die Unterkunft hätte ohnehin in absehbarer Zeit geschlossen werden müssen; die Frist für die Genehmigung im Gewerbegebiet laufe ab.

 

Kinder müssen die Schule wechseln

 

Zwar nicht die ehrenamtlichen Helfer, aber die Bewohner seien über die bevorstehenden Verlegung informiert worden und hätten aus einer Liste von zehn Unterkünften drei Favoriten angeben können. Horch hat mittlerweile erfahren, dass den Wünschen entsprochen werden konnte. In der kommenden Woche solle der Umzug vonstatten gehen. »Das Verfahren ist gut gelaufen«, findet Horch. Bedauerlich sei, dass einige Kinder nun die Schule wechseln müssen. Aber es sei leider nicht gelungen, für diese Familien reguläre Wohnungen in Steinbach zu finden.

 

Sommerfest fällt aus

 

Ein für Anfang August geplantes Sommerfest haben die Helfer erst einmal abgesagt. Sie wollen sich nun neu orientieren und sich um einen festen Raum bemühen. Dort wolle man dann Integrationsangebote für geflüchtete Menschen anbieten, die in privaten Wohnungen leben. Kontakte zu ihnen müssten aber erst einmal geknüpft werden.

Kreissprecherin Müller weist darauf hin, dass eine flexible Nutzung der Holzhäuser von Anfang an zum Konzept gehört habe. Ein gutes Beispiel dafür ist Lich: Dort hat die Stadt eine nicht mehr belegte ehemalige Flüchtlingsunterkunft zum Kindergarten umgebaut.

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