08. August 2018, 22:13 Uhr

Fit für Boogie-Woogie

08. August 2018, 22:13 Uhr
Boogie-Woogie bedeutet zuallererst: »Immer schön locker bleiben in den Fuß- und Kniegelenken und die Fingerarbeit nicht vernachlässigen.« Das Trainerpaar Clemens und Kathrin Helf (v. l.) vom Tanzsportclub Wettenberg macht es vor. (Foto: vh)

Wer demnächst vielleicht beabsichtigt, einen neuen Tanz auszuprobieren und sich zunächst musikalisch darauf vorbereiten möchte, der könnte im Falle von Boogie-Woogie ein gewisses Risiko eingehen. Wer nämlich einmal einen Meister seines Fachs, etwa den Boogie-Woogie-Spezialisten Axel Zwingenberger, konzertant am Flügel erleben durfte, bekommt einen gehörigen Respekt: Er entfesselt an 88 Tasten ein Feuerwerk, die Finger wirbeln, als seien sie in mechanischen Gelenken gelagert, die ganze Person gerät plötzlich in Bewegung und der Flügel scheint fasst abzuheben. So schnell könnte wohl niemand dauerhaft tanzen, vielleicht minutenweise.

Anleitungen dazu gab es nun im Bürgerhaus Lollar bei einem Schnupperworkshop des Tanzsportclubs (TSC) Wettenberg.

Finger drücken »Geheimcode« aus

Aus Boogie-Woogie wird sicher nie ein langsamer Walzer. Eine gewisse Grundschnelligkeit und Beweglichkeit gehören immer dazu. Viel bedeutsamer ist jedoch die Sache mit den schnellen Fingern, und zwar fürs Klavier wie auch die Tanzfläche. Kathrin und Clemens Helf wurden jedenfalls nicht müde, anlässlich des Schnupperworkshops diesen Aspekt deutlich hervorzuheben. Man hätte meinen können, dass, wer Boogie-Woogie tanzt, eigentlich gar keine Füße benötigte. Und selbst das wäre nicht einmal gänzlich falsch.

Kathrin Helf fordert die Tanzpaare auf, ausschließlich den Ballen einzusetzen: »Tanzen Sie nie auf dem ganzen Fuß.« Sie spricht von Lockerheit in den Fuß- und Kniegelenken, erklärt spielerisch den feinen, aber gewichtigen Unterschied zwischen »Zerren« und »Ziehen«. Als der Boogie-Woogie vor einem Jahrhundert ersonnen wurde, gab es noch keine Gleichberechtigung. Der Mann führte. Heutzutage könnte das wohl auch die Frau. Egal: Der Tanz benötigt halt immer einen Leader und einen Follower.

Ziehen (nicht Zerren) mit den Fingern gleicht einem Geheimcode, denn er verrät dem Tanzpartner die Absicht des Leaders, welche Bewegung oder Figur anschließend auszuführen ist. Ein krampfhafter Händedruck bedeutete das sofortige Aus. Und noch etwas wussten die Trainer, die sich ständig fortbilden, jetzt wieder beim Summer Jamboree in Senigallia/Italien. Clemens Helf: »Jeder trägt seinen Unterarm«. Das bedeutet, der Partner ist zwar ein Follower, aber kein Anhängsel. Lockere Figuren kämen sonst kaum zustande. Wer diese Lektionen für Anfänger verstanden, ja, verinnerlicht hatte, ist auf dem besten Wege, mit Boogie-Woogie sich und anderen eine Freude zu bereiten.

So schnell wie Zwingenberger auf dem Piano wird man ohnehin nie, aber immer ein bisschen schneller geht es im Laufe der Zeit bestimmt. Die Tanzpaare des Schnupperworkshops können gleich damit anfangen und den Einsteigerkurs Boogie-Woogie des TSC Wettenberg buchen. Der beginnt am 17. August und umfasst insgesamt vier Übungstermine. Die Gesamtkosten (pro Tanzpaar) betragen 60 Euro (weitere Informationen und Anmeldung auf der Vereins-Homepage: www.tsc-wettenberg.de).

Schade, dass das Ehepaar Gummert aus Aidlingen bei Stuttgart den Workshop nicht anhängen kann. Die Gummerts stammen aus der Alsfelder Gegend, machten dieser Tage im Vogelsberg Urlaub, besuchten zunächst die Golden Oldies in Krofdorf-Gleiberg und erfuhren bei dieser Gelegenheit von dem Schnupperworkshop. Sie nehmen auf jeden Fall die Grundfertigkeiten und die in Mittelhessen verursachte Begeisterung mit nach Baden-Württemberg.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Axel Zwingenberger
  • Bewegungen
  • Emanzipation
  • Feuerwerke
  • Figuren
  • Füße
  • Gesamtkosten
  • Gold
  • Klavier
  • Krofdorf-Gleiberg
  • Meister
  • Lollar
  • Wettenberg
  • Volker Heller
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 43 - 10: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.