23. August 2018, 21:46 Uhr

Fichten leiden unter Borkenkäfer

23. August 2018, 21:46 Uhr
Revierförster Stefan Schreiber erläutert die Auswirkungen der Hitze auf die Bäume.

Die Witterung der vergangenen Wochen macht dem Busecker Wald schwer zu schaffen. Das berichtete der Revierförster von Hessen Forst, Stefan Schreiber, im Rahmen einer Waldbegehung auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehr-Depots in Alten-Buseck.

Die Trockenheit ist aber nicht das einzige Problem: Denn auch der Buchdrucker – eine Borkenkäferart – findet dank Trockenheit und Wärme ideale Lebensbedingungen vor: »Die Käfer werden der Gemeinde Buseck in Zukunft viel Arbeit machen«, erklärte Schreiber. Insbesondere Fichten sind betroffen: Die Bäume vertragen die Trockenheit nicht gut und können kaum Harz bilden, um dem Käferbefall entgegenzuwirken. Zudem liegt nach den Stürmen zum Sommeranfang noch viel Totholz im Wald. Der Förster berichtete von rund 1700 Festmetern Sturmbruch – nahezu alles Fichten.

Zum Vergleich: Im Schnitt werden jährlich rund 6500 Festmeter Holz im Busecker Forst geschlagen. Das bedeutet auch, dass Fichten keine Zukunft an diesem Standort haben werden. Die Fichte kann als Flachwurzler den immer häufiger werdenden Stürmen nicht standhalten. Insgesamt wird jedoch in den nächsten Jahren relativ viel in die Waldfläche investiert werden müssen: Zahlreiche Kahlflächen müssen wieder aufgeforstet werden. Deshalb versucht man in Buseck, neue Wege zu gehen: »Wir sind bemüht, Douglasien oder Küstentannen hier anzusiedeln. Sie sind standhafter als Fichten und haben mehr Austrieb«, erklärt Schreiber. Allerdings sind Douglasien und Küstentannen – ebenso wie die Fichte – Baumarten, die in der Region nicht heimisch sind. Zudem wird man im nächsten Jahr einen Versuch starten, Edelkastanien anzusiedeln. »Da wäre ein Nebeneffekt, dass man auch Maronen zum Weihnachtsmarkt hätte«, scherzte Schreiber.

Neben den Fichten haben aber auch Erlen und Eschen mit Problemen zu kämpfen. Diese wurden unter anderem am Bett des Hainbaches gepflanzt – dieser liegt derzeit aufgrund der langen Hitzeperiode trocken.

Erlen und Eschen wurden von Krankheiten oder Pilzen befallen. Nach einer derzeitigen Prognose werden lediglich zwei bis drei Prozent der Eschen überleben. Besser dagegen die Nachrichten von den Eichenbeständen: Diese kamen mit der Witterung gut zurecht. Mittlerweile hat man den Plan gefasst, Saatgut der Busecker Eichen zu sammeln und zu verkaufen.

Das Gelände des ehemaligen Munitionsdepots selbst ist für eine forstliche Bewirtschaftung aber uninteressant: Durch die Bunkeranlagen und den sehr feuchten Boden wäre die Arbeit schwierig und aufwendig – eine Bewirtschaftung der 23 Hektar Waldfläche damit nicht rentabel. Deshalb wird nur Verkehrssicherung betrieben. Doch auch abseits der Waldbewirtschaftung gibt es Neues aus dem ehemaligen Bundeswehr-Depot: In den nächsten Jahren sollen sechs der über 50 noch vorhandenen Bunkeranlagen entmietet und zu Fledermausquartieren umgearbeitet werden, wie Bürgermeister Dirk Haas mitteilte. Die übrigen Bunker werden weiter als mietbare Lagerräume zur Verfügung stehen. (Foto: con)

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