11. Juni 2018, 21:28 Uhr

Feuerwehren beklagen zu viel Bürokratie

11. Juni 2018, 21:28 Uhr

Die Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbands Gießen im Bürgerhaus in Allendorf/Lumda war gut besucht und erfuhr eine hohe Wertschätzung durch die Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus der Politik, anderer Hilfsorganisationen und Institutionen. Verbandsvorsitzender Michael Klier wurde in seinem Rechenschaftsbericht gleich deutlich, beklagte Gaffer, Beleidigungen und Angriffe auf Helfer an Einsatzstellen und forderte die Unterstützung der politisch Verantwortlichen für die ehrenamtlichen Feuerwehrkräfte: »Hier besteht massiver Handlungsbedarf«.

Neben steigenden Anforderungen bei Einsätzen gebe es außerdem einen immer umfangreicheren Verwaltungsaufwand für die Ehrenamtlichen, beklagte Klier. Die Feuerwehren müssten sich wieder auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können. Der Kreisvorsitzende fürchtet, dass es immer weniger Freiwillige geben werde, die sich in den Feuerwehren vor Ort engagieren, wenn hier nicht umgedacht werde.

Unterstützung bekam er von Landrätin Anita Schneider. Eine zunehmende Belastung der Aktiven durch Aus- und Fortbildung (das gehöre dazu) und Bürokratie (das sei unnötig) hätten den Verband veranlasst, ein Positionspapier zur Verbesserung der freiwilligen Feuerwehrarbeit an die Landesregierung zu schicken. Schneider: »Niemand tritt wegen der Bürokratie ein«.

Klier ging auch auf den Konflikt bei der Feuerwehr in Albach ein. Der Streit dort müsse eingestellt werden, der Förderverein könne trotz der Auflösung des Standortes seiner Aufgabe weiter nachkommen.

Wichtigstes Ehrenamt überhaupt

Im Jahresrückblick 2017 fand viel Statistik ihren Raum, etwa dass rund 2700 Frauen und Männer in den Einsatzabteilungen der Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises tätig seien, aber im Wesentlichen wurde der gesellschaftliche Stellenwert des freiwilligen Feuerwehrwesens ausgeleuchtet. Allendorfs Bürgermeister Thomas Benz sagte als Gastgeber der Versammlung, »Feuerwehr ist eins der wichtigsten Ehrenämter überhaupt«. Trotzdem gebe es Nachwuchsprobleme. Wichtig sei deshalb Jugendarbeit. Werbung durch Kindergeburtstage im Spritzenhaus zähle zu den Möglichkeiten. Anpöbeln und Tätlichkeiten gegenüber Feuerwehr, anderen Rettungskräften und der Polizei verurteilte Benz. »Das ist für mich kaum zu ertragen«.

Die Landrätin lobte die Zusammenarbeit von Feuerwehren und anderen Rettungsdiensten im Landkreis. Junge Leute sollten mit ihrem schulischen Abschlusszeugnis ein Feuerwehrzeugnis erhalten können. 3000 Euro habe der Landkreis den Musikzügen der Feuerwehren überwiesen. Der Brandsimulationscontainer sei beliebt und jüngst saniert worden. Landtagsvizepräsident Wolfgang Greilich (FDP) sagte, der dem Innenausschuss des Landtags vorgelegte Antrag zur Einführung eines Feuerwehrzeugnisses sei mehrheitlich abgelehnt worden. Greilich: »Schade, das wäre ein klares Zeichen gewesen«. Von warmen Lobesworten hätten die jungen Leute nicht wirklich etwas.

Polizeipräsident Bernd Paul sprach ebenfalls von einer guten Kooperation aller Rettungskräfte im Landkreis. Pöbeleien, Behinderungen und Tätlichkeiten sollten »gesellschaftlich geächtet werden«, so seine Meinung. Eine Drohne zur besseren Lageerkundung werde just getestet, und ein Parcours für Notfallintervention entwickelt.

Die Ehrennadel des Kreisfeuerwehrverbandes in Silber für 25 Jahre Mitgliedschaft erhielt Jochen Käs von der Feuerwehr Allendorf/Lumda.

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