10. September 2018, 22:08 Uhr

Falsche Polizisten auf der Autobahn

10. September 2018, 22:08 Uhr

Unbekannte haben sich am Samstag auf Autobahnen im Kreis als Polizisten ausgegeben und Kontrollen durchgeführt. Sie zockten dabei Autofahrer um mehrere Tausend Euro ab.

Auf der A 45 fuhr am Samstag gegen 12.50 Uhr ein Serbe in südliche Richtung. Neben ihm erschien plötzlich ein beiger Renault, dessen Beifahrer ihn durch Gestikulieren zum Anhalten brachte. Weil der Beifahrer auf seinem Ärmel ein Symbol trug, das einem Bundesadler ähnelte, nahm der Serbe an, dass es sich um eine zivile Kontrolle der Polizei handelte. Am Parkplatz Hardt verließ er die Autobahn, um sich der Kontrolle der der vermeintlichen Polizisten zu stellen. Bei dieser nahm einer der falschen Beamten schließlich eine Stofftasche aus dem Auto des Angehaltenen und durchwühlte diese. In der Tasche befand sich auch die Geldbörse des Mannes. Bei dieser Gelegenheit entwendete der vermeintliche Polizist Bargeld in Höhe von 1000 Euro. Als der Serbe sich beschwerte und Zweifel an der Kontrolle äußerte, forderten die Betrüger ihn zum Weiterfahren auf. Den Verlust des Gelds stellte der Betrogene erst später fest.

Immer ausländische Opfer

Zu einer weiteren Kontrolle durch angebliche Polizeibeamte in der Region kam es am Samstag gegen 13.20 Uhr. Eine polnische Familie war auf Urlaubsreise auf der A 5 in Richtung Süden unterwegs. Aus einer hellgrünen Limousine heraus zeigten die Betrüger ihnen eine Art Ausweis und forderte sie zum Anhalten an. Im Glauben, es handle sich um eine Zivilstreife, folgten die Polen der Limousine auf den Parkplatz »Spießwald« zwischen den Anschlussstellen Friedberg und Bad Homburg. Die beiden Betrüger gaben sich als Polizeibeamte aus. Sie seien auf der Suche nach Drogen, erklärten sie. Während des Gesprächs öffnete einer der angeblichen Gesetzeshüter den Kofferraum. Außerdem forderten die beiden die Urlauber dazu auf, ihre Geldbörsen auszuhändigen. Verdacht schöpften die polnischen Reisenden, als die falschen Polizisten Bargeld aus den Börsen entnahmen. Allerdings war es da zu spät. Die Gauner flüchteten über die A 5 in Richtung Frankfurt. Die Urlaubskasse im Wert von knapp 2000 Euro war gestohlen.

Bei dem Vorgehen der Betrüger handelt es sich um keine neue Masche. Bereits elf derartige Fälle sind beim Polizeipräsidium Mittelhessen bislang registriert. Die Dunkelziffer dürfte jedoch höher liegen. Immer handelt es sich um ausländische Opfer. Die Autos der Betrüger unterscheiden sich in Farbe und Typ, verfügen aber alle über ausländische Kennzeichen. Hinweise an die Polizeiautobahnstation in Butzbach unter der Nummer 0 60 33/70 43 50 10.

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