07. Februar 2017, 18:05 Uhr

Extremsportler

Extrembergsteiger Florian Hill erzählt vom Leben am Limit

Der Gipel ist nicht das Ziel, sondern nur der Umkehrpunkt. Das sagt Florian Hill. Der Sportler mit Neigung zum Extrem erzählt, wie dicht Erfolg und Misserfolg beieinanderliegen können.
07. Februar 2017, 18:05 Uhr
Der Weg nach oben ist steinig. (Foto: www.florianhill.com)

Berge sind eine unheimlich starke Metapher dafür, Ziele zu erreichen«, sagt Florian Hill. An seinen Erlebnissen und Erfahrungen lässt der 32-Jährige unter dem Motto »Leben am Limit« in dieser Woche auf Einladung von Rinn Beton- und Naturstein mehr als 1000 Unternehmer und Entscheider aus dem Garten- und Landschaftsbau beim Saisonauftakt 2017 teilhaben.

Den Unternehmern und Kunden von Rinn berichtet Hill von Erfolgen ebenso wie von gescheiterten Versuchen und Misserfolgen und gibt die Erkenntnis weiter: »Im Bergsteigen habe ich eines gelernt: Immer wenn man glaubt, es kann nicht schlimmer kommen, dann passiert es: Es kommt schlimmer.« Eine Lehre für das erfolgreiche Führen von Geschäften? Zumindest eine Übung darin, realistisch mit Risiken umzugehen und sich entsprechend zu sichern. Und eine weitere Parallele zieht der junge Mann: Auf dem Gipfel muss man wissen, dass man nicht am Ziel ist: »Der Gipfel ist nur der Umkehrpunkt, ein Durchgangspunkt: Von dort muss man wieder zurück, in die Sicherheit.« Dies in dem Wissen, dass der weitere Weg nach einer Entscheidung an einem »Point of no return« durchaus gefährlicher sein kann als der erste Abschnitt, bei dem es nur vorwärts geht.

Florian Hill verschweigt in seinem Vortrag keineswegs, dass seltener der gerade, der direkte Weg nach oben führt. Und auch nicht, dass manches Vorhaben, manche Expedition abgebrochen werden musste – weil die Rahmenbedingungen nicht stimmten, weil die Risiken zu groß waren. Die Analogien zur Arbeits- und Berufswelt sind nicht von ungefähr – bis hin zu dem Moment, in dem eine Führungskraft einmal die Führung abgeben und sich auf seine(n) Partner verlassen muss: Das funktioniert auch am Berg in einer Seilschaft so.

Angesprochen, wenngleich nicht nachhaltig vertieft, wurde von Florian Hill zudem der Themenkomplex Klimawandel und Naturschutz, Folgen der Veränderungen sind in sensiblen Gebirgsregionen durchaus zu sehen.»Ich bin kein Ökobergsteiger«, sagt er, weist aber auf die Notwendigkeit hin, diese Veränderungen zu dokumentieren.

Für Hill ist es in Heuchelheim quasi ein Heimspiel: Geboren in Weilburg, ist er nur wenigen Kilometer westlich von Heuchelheim, in Dorlar, aufgewachsen. Als Kind turnte er an der Seite des heutigen Olympiasiegers Fabian Hambüchen, verschrieb sich später dem Boxen und trainierte im Olympia-Stützpunkt Frankfurt/Oder, bevor ihm dort das Korsett zu eng wurde und er nach einer Phase der Neufindung zum Klettern und Extrembergsteigen fand. Es lockten die Extreme: Eine Expedition an den Rand des nördlichen Polarkreises im Yukon-Territory im westlichen Kanada, mit Teilnahme an einem Schlittenhunderennen über 1400 Kilometer, der Illimani in den Anden. Dort in Bolivien suchte Hill im Jahr 2012 gemeinsam mit den Kletterpartnern Stefan Berger und Robert Rausch eine neue Route über die Südwand auf den mehr als 6000 Meter hohen Gipfel. Spätere Expeditionen führten ins Juneau-Eisfeld und auf den Mount McKinley. Heute lebt und arbeitet Hill als Unternehmensberater in New York.

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