22. August 2018, 21:28 Uhr

Es geht um Menschenleben

22. August 2018, 21:28 Uhr
Eingespieltes Team: Lars Thom von der Johanniter-Rettungshundestaffel Hessen-Mitte mit seinem Hund Dexter. (Foto: pm)

Linden/Putbus (pm). Im Einsatzfall geht es um Menschenleben: Die Prüfung für die Personenspürhunde, sogenannte Mantrailer, und ihre Hundeführer ist deshalb besonders anspruchsvoll. Rettungshundeführer Lars Thom von der Johanniter-Rettungshundestaffel Hessen-Mitte hat mit seinem Hollandse Herder Dexter dieser Tage auf der Insel Rügen die Herausforderung erfolgreich gemeistert: Die beiden sind damit für Such- und Rettungseinsätze zugelassen, wenn Menschen vermisst werden. Insgesamt vier Teams von Johanniter-Rettungshundestaffeln aus Berlin, Köln, Hessen-Mitte und Nordbrandenburg waren in Putbus angereist, um sich der Prüfung zu stellen. Ausgerichtet hat das Prüfungswochenende die Johanniter-Rettungshundestaffel aus Stralsund.

Sensible Spürnase

Die Hundeführer beantworteten zunächst Fragen rund um die Themen Erste Hilfe an Mensch und Tier, Einsatztaktik, Wetterkunde und Umgang mit Karte und Kompass. Im praktischen Prüfungsteil mussten die Hund-Mensch-Teams binnen einer Stunde eine vermisste Person aufspüren. Dafür stand den Spürnasen ein Geruchsträger zur Verfügung, z. B. ein Kleidungsstück. Rund um Putbus, Bergen und Garz hatten die Prüfungsorganisatoren die Trails gelegt. Für die Mantrailerprüfung muss der rund 2,5 Kilometer lange Trail bereits 24 Stunden alt sein. »Die Prüfungstrails werden so ausgelegt, wie man es für eine reale Einsatzlage auch erwarten könnte«, erläutert Prüferin Alexandra Busemann von der Rettungshundestaffel Stralsund. Etwa die Hälfte der Spur führte die Rettungshundeteams durch städtisches Gebiet, über Kreuzungen und befahrene Straßen, die andere Hälfte verlief durch Feld, Wald und Flur. Wie im Realfall durften sich die Vierbeiner durch nichts von ihrer Spur abbringen lassen: weder durch Passanten, noch durch andere Hunde oder interessante Gerüche.« Hier können nur Mensch-Hund-Teams bestehen, die perfekt zusammenarbeiten«, so Busemann. Die Hundeführer mussten schließlich die aufgefundene Person medizinisch erstversorgen. »Für die Hunde ist das Folgen des Trails richtige Arbeit«, bestätigt Jana Simon, Leiterin der ehrenamtlichen Staffel. »Besonders bei Hitze ist das für die sensiblen Tiere sehr anspruchsvoll«. Im Einsatzfall müsse man indes auch bei schwierigen Bedingungen arbeiten können. Wichtig seien dann viele Pausen und dass man die Hunde planvoll und gezielt einsetze. »Jede Prüfungssituation ist anders, ebenso wie jeder Einsatzfall. Mein Hund und ich sind ein eingespieltes Team, das konnten wir hier bei der Prüfung zeigen. Ich bin sehr froh, dass alles gut geklappt hat und wir die Zulassung für die Such- und Rettungseinsätze erhalten haben«, resümiert Lars Thom.

Die Johanniter-Rettungshundestaffeln sind an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr einsatzbereit. Als Fachdienst im Rahmen des Bevölkerungs- und Katastrophenschutzes betreiben die zertifizierten Rettungshundeteams in Zusammenarbeit mit der Polizei und den Feuerwehren die Personensuche nach Vermissten. Man unterscheidet zwischen Flächensuchhunden, Trümmersuchhunden und Mantrailern. Nur mit gültiger Zertifizierung dürfen die Rettungshundeteams in den Einsatz gehen. Die Staffeln werden über die jeweilige Leitstelle angefordert. Die Arbeit der Rettungshundestaffeln erfolgt ehrenamtlich und ist auf Spenden angewiesen. Die Ausbildung zum Rettungshund dauert zwei Jahre und wird mit der Rettungshundeprüfung abgeschlossen, die alle 24 Monate aufgefrischt werden muss.

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