30. Dezember 2018, 19:47 Uhr

Erfrischend wie ein schwarzer Kaffee

30. Dezember 2018, 19:47 Uhr
Überzeugenden Gesang bietet Nora Pleil.

Es gibt gewachsene Konzerttraditionen, die inzwischen fest in die Jahreszeit gehören und zudem eine ganz stabile Fangemeinde besitzen. Dazu gehört das Doppelkonzert von »Black Coffee« zwischen den Jahren im »Statt Gießen« in Lich. Dass das Konzert ruckzuck ausverkauft war, ist nicht verwunderlich, denn die Band erfüllte auch diesmal wieder alle Erwartungen an originelles, niveauvolles Musizieren.

Die Besetzung war leicht verschlankt: Nora Pleil sang, JJ Fischer sang und spielte Gitarre, Ron Faust spielte die Saxofone, Shanaka Perera die Keyboards. Martin Gniess wirkte am Bass, und Joe Bonica brillierte am Schlagzeug – so weit war alles fast wie letztes Jahr. Die Direktion hatte wegen der aus Termingründen abweichenden Besetzung auch gleich ein paar Arrangements und die Stückliste neu konzipiert. So ergab sich ein leicht konzentrierterer, gewissermaßen intimerer Klang, was eine wichtige Konstante der Reihe stärkte: die Veränderung.

Erster Höhepunkt war eine Hochglanzfassung von Robert Palmers »Don’t explain«, den Pleil in Bestform musizierte. Dabei wunderschöne Kooperation mit dem Saxofon, von Ron Faust durchgehend sensibel, expressiv und flüssig bedient. Überhaupt wirkte die Band wie aus einem Guss, man musizierte mit unerschütterlicher Werktreue und einem höchst einnehmenden Groove.

Herausragend waren die Funktitel, in denen man einen elektrisierenden Ausflug vom Blues und Jazzgenre machte. Nora Pleil überzeugte mit deutlich größerer Gelassenheit und besonders einer gewachsener Tiefe des Ausdrucks, der ihr zu Recht öfters einen Riesenbeifall einbrachte, so etwa bei »Cry me a river«. Einen Klassiker des Programms hörte man diesmal in neuer Fassung: Stings »Roxane«. Völlig verlangsamt, brachte das Pleils erweiterte stimmliche Fähigkeiten reizvoll zur Geltung.

Bluesiges »Dreaming«

Auch den bewährten »Dschungelbuch«-Klassiker »Trust in me« hörte man etwas anders als erinnert, und natürlich gab es auch einige neue Titel, so ein großartig bluesiges »Dreaming« mit herrlicher Orgel und einer glänzenden Gitarre. Eine top arrangierte neue Fassung gab es vom Beatles-Titel »A day in the life«, auch wieder mit exzellenter Arbeit von Perera. Am differenzierten Saalsound war auch diesmal nichts auszusetzen, alles war ganz transparent mit schön natürlichen Stimmen. Als einfallsreiche Begleiter auf höchstem handwerklichen Niveau erwiesen sich wieder Bassist Martin Gniess und Drummer Joe Bonica, Saxofonist Faust überzeugte durchgängig als sensibler, konstruktiver Mit-Spieler, der stets das große Ganze überblickte.

Traditionsgemäß dauerte alles viel zu lange, erst um halb zwölf nach dem dritten Akt verklang der letzte Ton. Da waren viele Zuschauer schon merklich ruhiger geworden, und ein paar schon weg. Die meisten warteten aber noch Pleils und Fischers zauberhafte; kongenial musizierte Zugabe »Georgia on my mind« ab. (Foto: usw)

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