12. Juni 2018, 21:43 Uhr

»Ein zuverlässiger Partner«

12. Juni 2018, 21:43 Uhr

In der Pflege ihrer Ausgleichsflächen gehe die Stadt Allendorf seit nun schon elf Jahren ungewöhnliche Wege, indem sie die Flächen durch den Schäfer Ottmar Wirth beweiden lasse. Das teilt Bürgermeister Thomas Benz anlässlich eines Treffens mit dem Schäfer mit. In dem schönen Lumdatal-Städtchen gebe es nur noch wenige aktive Landwirte. Dies habe dazu geführt, dass zwar die landwirtschaftlich interessanten Flächen genutzt, die landwirtschaftlich weniger, aber für den Naturschutz wichtigen Flächen jedoch verbrachen würden. Die seltenen Arten erstickten in dichtem Altgras und hätten keine Überlebenschance.

Die Situation habe vor ebenjenen elf Jahren dazu geführt, dass die Stadt auf Empfehlung der Landschaftspflegevereinigung Gießen (LPV) den Weg der Schafbeweidung gewählt habe. Hierzu sei mit der LPV ein Dienstleistungsvertrag abgeschlossen worden, der die LPV verpflichte, einen geeigneten Schäfer zu suchen und das Management der Beweidung in Abstimmung mit dem Schäfer zu gewährleisten. Mit dem Schäfer Ottmar Wirth aus Villingen sei ein zuverlässiger Partner gefunden wurden. Ihn könne man mittlerweile schon fast als Allendorfer Bürger bezeichnen, werde er doch von vielen mit seinen Schafen schon sehnsüchtig erwartet und gerne mal zu einem Schwätzchen besucht. Viele schätzten auch das gute Lammfleisch, das er als Metzger an Interessierte auch in kleinen Portionen liefern könne.

Lebensraum für seltene Pflanzen

Durch die naturschutzgerechte Beweidung habe man viele schöne Flächen wie die »Schweinskaute«, den »Ziegenberg« oder auch den »Pestilenzstrauch« erhalten und verbessern können, teilt Benz weiter mit. »Mittlerweile findet sich eine Vielzahl sehr seltener Arten auf diesen Magerrasen, die auch eine historisch herausragende Rolle im Lumdatal spielen«, ergänzt Ingrid Moser, die Geschäftsführerin der LPV.

Benz weist daraufhin, dass sich die Bürger der Stadt um das Jahr 1600 herum, als die Pest in Allendorf wütete, auf den Pestilenzstrauch zurückzogen, da sie glaubten, hier von der Seuche verschont zu werden. Da das Sterben trotzdem weiterging, wurde neben dem »Pestilenzstrauch« der »Pestfriedhof« angelegt. Beide Flächen werden jetzt durch Wirth beweidet. Das, was die Schafe nicht fressen, wird durch örtliche Vereine nachgemäht und so immer mehr Lebensraum für die seltenen Pflanzen geschaffen.

Die erste Kreisbeigeordnete und Vorsitzende der LPV, Dr. Christiane Schmahl, beglückwünschte die Stadt zu der Entscheidung, Schafe einzusetzen und mit einer Schäferei zusammenzuarbeiten. Sie betonte, dass die LPV mittlerweile in weiteren Städten bemüht ist, diesen Weg zu gehen. Hierdurch werde die Schafhaltung unterstützt und biete Schäfern durchaus eine Einnahmequelle, die die ansonsten schwierige finanzielle Situation vieler Schäfer nachhaltig verbessert. »Der Weg, den wir mit der Schäferei beschritten haben, ist zukunftsweisend und erhält uns die schöne Landschaft des Lumdatales«, sagte Benz abschließend.

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