12. Juli 2018, 22:26 Uhr

Ein Vorsorgeplan muss her

12. Juli 2018, 22:26 Uhr
Wo heute ein kleines Rinnsal plätschert, war am 13. April das gesamte Areal überflutet. Beim Ortstermin loten Vertreter des Ortsbeirates Londorf/Kesselbach und der Freiwilligen Feuerwehr aus, wie der Schaden bei einem künftigen Unwetter begrenzt werden könnte.

»Land unter« hieß es am 13. April an vielen Stellen im Lumdatal – auch in Kesselbach. Die Freiwillige Feuerwehr dort hatte jede Menge Arbeit, denn das Wasser rauschte aus der Feldgemarkung aus zwei Richtungen hangabwärts: Von der Bäune her kommend (ehemaliger Steinbruch) entlang der Landesstraße L 3127 und vom Offenstall von Landwirt Arndt Roswag.

Kniehohe Wassermassen überfluteten seinerzeit die Landesstraße L 3127 (Londorfer Straße) ab dem Denkmal (gegenüber Holzbau Nachtigall) und ortseinwärts bis zur Uferstraße, die selber betroffen war. Ab der Kreuzung Londorfer Straße/Alsfelder Straße (Gasthaus Schomber) hatte die Feuerwehr die Landesstraße in Richtung Geilshausen gesperrt. Es gab dafür zwei Ursachen: Der Erdboden war bereits gesättigt und obendrein gab es einen Wolkenbruch. Der Ortsbeirat Londorf/Kesselbach machte sich jetzt am Denkmal ein Lagebild. Freilich sind die Wassserschäden, Dreck auf der Straße und auf Grundstücken der Anlieger, beseitigt.

Rohre können Massen nicht fassen

Dort, wo das Wasser damals schoss, wuchert heute allerlei Grün, Bachbegleitflora wie Mädesüß. Wildromantisch schaut das aus. Dass hier eine Hochwasserflut entstehen konnte, vermutet man bei diesem Anblick kaum. Horst Margolf findet es wenig überraschend, denn: »Irgendwo kommt nach Kesselbach immer Wasser hinein«.

Einmal verursache der von Rüddingshausen kommende Kesselbach Schäden, dann laufe das Wasser die Rüde (Schutzhütte der Naturfreunde) herab ins Neubaugebiet. Die Überflutung vom Denkmal her ist allerdings Neuland. Den stellvertretenden Ortsvorsteher Heinrich Nachtigall wundert es, dass hier nicht früher schon ein solches Ereignis passierte. Zwei Gräben stießen aufeinander – beides 800er Rohre, die in ein 600er Rohr mündeten.

Nachtigall vermutet, ein Hochwasser wie am 13. April sei wohl mehrmals um Haaresbreite nicht entstanden. Die extreme Wassermenge habe das Schachtbauwerk (von Grünzeug überwuchert) verstopft, nicht auf die Wiese nebenan (Ausgleichsfläche) fließen können und im Mühlgraben nicht genügend Raum vorgefunden (ist verlandet, nur 50 Zentimeter tief, früher 1,20 Meter).

Wie Ortsvorsteher Ottmar Lich erläuterte, sollten zwei 800er Rohre mindestens in ein 1100er münden. Die Feuerwehr jedenfalls konnte an jenem Tag nicht viel mehr tun als die Straße absperren und Wasser von den Grundstücken pumpen. Sandsäcke waren keine vorhanden. Nachtigall sprach den Ärger der Anlieger an, weil Sandsäcke fehlten. Rabenaus erster stellvertretender Gemeindebrandinspektor Jan Linker vermerkte, nach der Flut vom 13. April seien die lange zuvor georderten Sandsäcke schnell geliefert worden. 500 Stück lagerten nun in einer Garage der ehemaligen Rotkreuzstation (Londorf).

Nachtigall sagte, selbst wenn die Feuerwehr am 13. April Sandsäcke gehabt hätte, habe es trotzdem am geeigneten Transportmittel zum Einsatzort gemangelt.

Im Dorfgemeinschaftshaus diskutierte man bei der Zusammenkunft am Mittwochabend nun Möglichkeiten, wie das Hangwasser abzuleiten sei, damit ein durch Niederschlag verursachtes Hochwasser beim nächsten Mal verhindert werden könne. Bürgermeister Florian Langecker teilte mit, eine große Erdbewegung (etwa dickere Rohre) solle aus Kostengründen nicht infrage kommen.

Erörtert wurde, wie man erreichen könne, dass ein Teil des Wassers gar nicht erst den Hang hinunterkäme. Das Restwasser solle auf die Wiese und in den Mühlgraben abgeleitet werden. Lich schlug vor, dass der Gemeindevorstand alle Anregungen aufnimmt und den Wasserverband Lumdatal kontaktiert, um einen Vorsorgeplan für Kesselbach insgesamt auszutüfteln. (Foto: vh)

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