Das Leben der Kreuzotter ist immer noch so geheimnisvoll, dass die Forschung noch viele Jahre brauchen wird, diese Schlange gänzlich zu verstehen. Der Freienseener Sachbuchautor Kurt Orth hat ein Buch zum Thema veröffentlicht: »Ein Leben mit der Kreuzotter«.

Als fast einzige Giftschlange Deutschlands (die Aspisviper lebt nur im Süden des Schwarzwaldes) stand diese Schlange schon immer im Fokus des allgemeinen Interesses. Zeitweise wurden sogar Prämien für jede erschlagene Kreuzotter gezahlt. Also doch ein höchst gefährliches Monster? »Mitnichten, hier in Deutschland kommen Bisse durch Kreuzottern höchst selten vor. Sie sind normalerweise nicht lebensbedrohlich«, erläutert Orth. Nur in 50 Prozent der ohnehin seltenen Bissunfälle träten überhaupt Symptome auf. Die Kreuzotter kann das für sie wertvolle und überlebenswichtige Gift je nach Verwendungszweck dosieren. Orth: »Da bei einem Menschen nur der Abwehrbiss in Frage kommt, ist die abgegebene Giftmenge meist recht niedrig oder es wird überhaupt kein Gift injiziert. Eine medizinische Behandlung ist bei den meisten Bissunfällen nicht notwendig«. Gefährdet hingegen sei die Kreuzotter selber. Innerhalb von 40 Jahren seien die Bestände um 80 Prozent zurückgegangen, in vielen Gebieten sei sie total verschwunden. Ein Grund dafür sei die starke Wildschweinpopulation: Die Schwarzkittel graben die Schlafplätze der Nattern aus und fressen sie auf.

Reaktionen wie diese zum Thema Kreuzotter seien kein Einzelfall, berichtet Orth: »Na und, ich habe noch nie eine gesehen und es interessiert mich nicht, ob sie verschwindet«.

Doch jede ausgestorbene Art hinterlasse eine Lücke im Gefüge der Natur. Die Auswirkungen spüre man erst, wenn es zu spät ist. Die Kreuzotter sei auch medizinisch bedeutsam: Ihr Gift enthalte Wirkstoffe gegen eine Vielzahl von Erkrankungen.

Intensiv hat sich der Freienseener über mehrere Jahrzehnte mit der Kreuzotter beschäftigt und in Fachzeitschriften zahlreiche Bericht veröffentlicht. Orth: »Fast täglich klingelt bei mir das Telefon: Wo kann man Kreuzottern her bekommen? Wie giftig sind die? Und immer die gleiche Frage: Wann veröffentlichen Sie ein Buch über die Kreuzotter?« Mit dem Buch möchte er immer noch bestehende Vorbehalte gegenüber Kreuzottern abbauen: »Diese Vorbehalte, verbunden mit Angst vor Schlangen allgemein, machen den dringenden Schutz dieser Tiere fast unmöglich. In über 30 Jahren habe ich neben der Kreuzotter Dutzende andere Schlangenarten gepflegt. Keine davon war im Verhalten so fesselnd wie die Kreuzotter«.

Als Orth noch selbst Kreuzottern züchtete, gab er mehrere Fernsehinterviews – der Beiname »Kreuzotter-Papst« war geboren. Seine gezüchteten Jungtiere verkaufte er damals an Zoos oder auch an die Heinz-Sielmann-Stiftung. Heute leben bei Elke und Kurt Orth u. a. zwei vier Jahre alte Königspythons. Eine Vogelspinne wird mittlerweile von den Enkeln hofiert. Sie sind vom Hobby der Großeltern fasziniert.

Das Buch »Kurt Orth: Ein Leben mit der Kreuzotter« ist ausschließlich über Amazon zu bestellen und kostet 22,47 Euro.

Buchautor Kurt Orth mit einem Königspython. (Foto: sf)

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