16. November 2018, 22:17 Uhr

»Ein Herz. In Rot. Mit Augen«

16. November 2018, 22:17 Uhr
Das Laternenfest zum St. Martin war total verregnet. Schade. Aber Buchhändlerin Sabine Loh von der Krofdorfer »Büchertreppe« weiß abzuhelfen, liest mit den Kindern: »Ich geh mit meiner Laterne…« (Foto: so)

»Merci« steht auf der großen Packung Schokolade. »Danke dafür, dass Sie sich eine halbe Stunde Zeit genommen haben, um uns vorzulesen.« Damit verabschieden die »Finkenweg«-Kinder in Krofdorf-Gleiberg jeden ihrer Besucher. Diese geben sich im Halbstundentakt die Klinke in die Hand, um in kleineren oder größeren Gruppen Bücher vorzustellen. Neues, aber auch Klassiker wie Leo Lionnis »Frederick«.

Jedes Jahr am dritten Freitag im November rufen die »ZEIT«, die Stiftung Lesen und die Deutsche-Bahn-Stiftung dazu auf, ein öffentliches Zeichen für das Vorlesen zu setzen. Ganz viele Kindergärten und Grundschulen im ganzen Land beteiligen sich an der Aktion. Die Idee: Kindern die Lust am Lesen zu vermitteln.

Der Nachwuchs, der im Finkenweg betreut wird, hat mittlerweile einen festen Stamm an Vorlesern: Omas und Opas, die örtliche Buchhändlerin, eine Sängerin des Gleiberger Gesangvereins, Kommunalpolitiker, den Bürgermeister, den Mann von der Zeitung.

Dienstags kommt die Lese-Oma

»Finkenweg«-Leiterin Silke Eyring und ihre Kolleginnen haben in den vergangenen Wochen bereits die Bücher ausgewählt, haben geschaut, welche Altersgruppe mit welcher Geschichte angesprochen werden kann. Der bundesweite Vorlesetag war dieses Jahr unter das Motto »Natur und Umwelt« gestellt. Doch auch jede andere passende Lektüre war willkommen.

Wobei nicht nur einmal im Jahr »Vorlesetag« im »Finkenweg« ist. Jeden Dienstag kommt Christa Herde aus Krofdorf als Lese-Oma in die Kindertagesstätte und bereichert den Vormittag der Kleinen. Sie greift dabei auf den Fundus der Kita zurück oder bringt Bücher mit, die sie auch ihren Enkeln vorliest. Zudem organisieren Eltern jeden Donnerstag einen Büchertisch, geben (Vor-)Lesetipps, laden zur Bücherausleihe ein.

Von den Vorlesern geht übrigens keiner wieder weg, bevor er nicht noch ein kleines Interview mit den Kita-Kindern geführt hat oder – wie gestern – zu Buntstiften greifen musste. »Malst du uns ein Herz?« – »Ja, klar. In welcher Farbe denn? – »Ein Herz. In Rot. Mit Augen.« – »Mit Augen?« – »Mit Augen. Damit es sehen kann…« Ob das kleine Mädchen im Vorschulalter wirklich schon Antoine de Saint-Exupéry kennt? »Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar…« Da sage noch einer, Lesen bildet nicht.

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