07. September 2018, 22:07 Uhr

Direkter Kontakt zur Natur

07. September 2018, 22:07 Uhr

Nun ist es amtlich: Der Waldkindergarten Heuchelheim im Kinzenbacher Wald (Wakiki) wurde am Donnerstagnachmittag offiziell seiner Bestimmung übergeben. Bei prächtigem Wetter feierten die Kinder mit ihren Erziehern und Eltern auf dem Kindergartengelände, genossen den selbst gebackenen Kuchen und machten das, was Kinder im Vorschulalter am liebsten zu tun pflegen: Sie spielten. Ganz nebenbei wurde die Kindertagesstätte unweit der Kinzenbacher Schutzhütte offiziell eingeweiht. Dazu war auch ein Teil des Gemeindevorstands mit Bürgermeister Lars Burkhard Steinz und dem Ersten Beigeordneten Dr. Manfred Ehlers an der Spitze in den nahegelegenen Wald gefahren. Revierförster Vaso Krüger vom Forstamt Wetzlar und Bauamtsleiter Thomas Uhrig waren ebenso dabei wie Erzieherinnen von anderen Kindertagesstätten in der Gemeinde einschließlich der Gesamtleiterin Michaele Bellof. Wakiki-Leiter Michael Gleim und sein Team freuten sich nicht nur über den Zuspruch, sondern hatten des Gelände auch festlich geschmückt.

Steinz hob unter anderem die geringen Kosten dieser Einrichtung hervor, die den Gemeindesäckel mit lediglich 8000 Euro belastet haben. Neben Gleim, der eine Vollzeitstelle innehat, gehören dem Wakiki-Team vier Erzieherinnen an, die in Teilzeit tätig sind. Die Kinder werden morgens mit einem Kleinbus der Gemeinde von der Kita Wiesenstraße in Kinzenbach in den rund 1,5 Kilometer entfernten Waldgindergarten gebracht und auch wieder zurückgefahren. Die Eltern haben auch die Möglichkeit, ihre Kinder direkt im Wakiki den Betreuern zu übergeben. Die Kinder im Waldkindergarten sind ausnahmslos über drei Jahre alt. Allerdings besteht auch eine U3-Gruppe, die »Zwergenbande«, die zwar in der festen Einrichtung »stationiert« ist, sich aber nicht selten im Wald aufhält. Bei Vollendung des dritten Lebensjahres können Kinder in die Wakiki-Gruppe wechseln.

Sicherheit ist gewährleistet

Steinz wies darauf hin, dass im Wald keine Fläche versiegelt wurde. Das kleine Holzhaus, in dem sich die Kinder aufhalten, ist eine Kota, eine finnische Hütte, die den Skandinaviern ursprünglich als Aufenthaltsort diente und zum Aufwärmen, Essen und Schlafen genutzt wurde. Dieses urgemütliche Häuschen verfügt über zwei achteckige Räume, die als Aufenhaltsräume bzw. Spielzimmer vorgesehen sind. Beide Räume sind mit einem Mittelgang verbunden, in dem sich auch der Eingang befindet. Das Holzhaus wurde auf Pflastersteinen errichtet. Die Wege auf dem Waldkindergartengelände wurden gemulcht. Die Notdurft verrichten die Kinder im Wald; dabei sind die »Toiletten« von einem Sichtschutz umgeben. Das Mittagessen wird von Zaug geliefert. Der Caterer übernimmt auch das Spülen des Geschirrs. Daher kann die Menge des täglich benötigten Frischwassers auf 60 Liter beschränkt werden. Dieses wird jeden Morgen mit in den Wald gefahren. Die Sicherheit der Kinder ist auch gewährleistet. So haben die Erzieherinnen ihre Handys dabei, und darüber hinaus nimmt Gleim zusätzlich ein CF-Funkgerät mit in die Wakiki; so kann auch bei Ausfall der Mobilfunknetze im Bedarfsfall Kontakt mit den Rettungsdiensten aufgenommen werden. Bei Extremwetterlagen bleiben die Kinder allerdings in der festen Einrichtung der Kita.

Zusätzliche Kosten entstehen den Eltern der Wakiki-Kinder übrigens nicht. Für die Betreuung der Waldkinder wird der gleiche Gebührensatz erhoben wie für die anderen Kinder in den Heuchelheimer Kindertagesstätten. Seit rund einem halben Jahr ist der Waldkindergarten in Betrieb. »Am ersten Tag hatten wir minus acht Grad«, berichtet Gleim. Das Gebäude, das in seiner Höhe der Größe der Kinder angepassst ist, kann durch eine Gasheizung erwärmt werden. Einen Stromanschluss gibt es nicht. Die offizielle Eröffnung am Donnerstag ging dann bei Kaiserwetter über die Bühne.

Die Kinder überraschten ihre Erzieher mit einem selbst gebackenen Sandkuchen. Michaele Bellof und ihre Kolleginnen hatten ihrerseits ein Paket mit nützlichen Dingen für den Aufenthalt im Wald zusammengestellt.

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