29. Juli 2018, 22:15 Uhr

Golden Oldies

Die schönsten Oldtimer zum Höhepunkt

Mit der Prämierung der interessantesten Oldtimer ist am Sonntag das Festival Golden Oldies in Wettenberg zu Ende gegangen. Rund 60 000 Besucher gingen von Freitag bis Sonntag auf Zeitreise.
29. Juli 2018, 22:15 Uhr
Sonntäglicher Höhepunkt für die Oldtimer-Fans: Die Prämierung besonderer Fahrzeuge. (Foto: Friedrich)

Wenn am Sonntagmittag gegen 16 Uhr die große Kreuzung an der Eisdiele in Krofdorf-Gleiberg gesperrt wird, dann steht einer der Höhepunkte des Festivals an: Die Prämierung besonderer Fahrzeuge, die aktuell zu Gast sind – die besonders schön sind, die Automobilgeschichte geschrieben haben, die die Welt bewegt haben…

 

Erstmals Mopeds prämiert

 

Die dreiköpfige Jury – Michael Gross (Druckluftsysteme, Fahrzeugbau), Rechtsanwalt Frank Mohr und Journalist Michael Schomber (AutoMobil) haben in diesem Jahr erstmals auch Zweiräder ausgezeichnet: Die Gießener Kreidler-Freunde waren gleich mit drei Florett dabei – es waren eben vielfach Zweiräder, die die Nachkriegswelt bewegten; daran sollte erinnert werden.

Johannes Hübner, ein Autokenner par excellence, stellte die Modelle und ihre Geschichte(n) ausführlich vor – selbst für weniger Autobegeisterte ist es ein lehrreicher Genuss, dem Mann beim Plaudern und Fachsimpeln zuzuhören.

 

Eine riesige Vielfalt

 

Aus der tollen Vielfalt der rund 1000 Oldtimer, die an den drei Tagen im Dorf waren, hatten Gross und seine Freunde eine Ikone ausgewählt: Der erste ur-amerikanische Sportwagen überhaupt: die Chevrolet Corvette von General Motors. – ein Auto mit gerade zu erotischer Ausstrahlung, begeisterte sich Hübner über das zweifarbige 59er Modell in beige und blau mit kräftigem V8-Motor. Freudig nahm Besitzer Daniel Viertel aus Limburg den Pokal entgegen.

 

Von Corvette über Caddy bis Bulli

 

Ein weiterer »Ami« wurde ausgezeichnet, nämlich ein Cadillac Fleetwood 75 (Baujahr 1938). Ulrich Müller vom Cadillac-Museum in Hachenburg (Westerwald) stellte den mächtigen Vorkriegswagen mit langem Radstand vor. Der Wagen war eins »Staatskarosse« im State-Department von Arkansas, fand später seinen Weg nach Litauen und gehört heute einem, Luxemburger Hotelier. – ein Oldie mit besonderer Geschichte.

Automobilgeschichte geschrieben hat das Ford Model T – die »Tin Lizzy« (Blechliesel) war das ersten Auto, das in Dearborn/Michigan am Fließband produziert wurde und damit eine Großserie ermöglichte: Sagenhafte 15 Millionen Exemplare wurden vom »Model T« gefertigt. Heute sind die »Blechlieseln« Raritäten: Das gezeigte Modell aus dem Jahr 1912 gehört einem Sammler aus Süddeutschland: Familie Voggel aus Altshausen unweit von Ravensburg freut sich über den Pokal.

 

Designklassiker von Mercedes

 

Ein Designklassiker ist der Mercedes 220 SEb, den Paul Bracq für die Stuttgarter Autobauer 1961 gezeichnet hat: – ein formvollendetes Cabrio aus dem Baujahr 1963 nennen Susanne und Alexis Lamaye ihr eigen. Der Wagen präsentiert sich nach zehn Jahren der Restaurierung in perfektem Zustand und besticht durch absolute Originalität.

Der ausgezeichnete VW T1 könnte dem einen oder anderen Menschen aus der Region noch bekannt vorkommen: Der Wagen wurde 1966 als »Unfallwagen« – einem Vorläufer der heutigen Rettungswagen – bei der Berufsfeuerwehr Frankfurt in Dienst gestellt, kam dann später zu Buderus in Wetzlar und fand von dort aus seinen Weg auf den Flugplatz Lützellinden. Das Besondere: Erstmals gab es einen »Krankenwagen«, in dem Arzt und Sanitäter stehen konnten, was die Arbeit mit einem Patienten erheblich erleichterte. Eigentümer Stefan Böhm hat dieses Spezialfahrzeug auf Basis des Kult-Busses nicht restauriert, sondern original erhalten.

Vor diesem Hintergrund galten der Dank von Bürgermeister Thomas Brunner und der Applaus des Publikums allen Besitzern von Oldtimern, die ihre Schätzchen nach Wettenberg bringen und präsentieren. – über die drei Tage hinweg dürften es gut 1000 Fahrzeuge in Deutschlands größtem Open-air-Automuseum gewesen sein. Die Stellplätze im Ortskern reichen da schon längst nicht mehr aus – immer mehr Oldtimer sind da in den Nebenstraßen und Wohngebieten zu finden. Die Szene trifft sich – in Wettenberg.

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