10,8 Millionen Euro war die zuletzt vorliegende Kostenschätzung für Feuerwehr und Bauhof-Neubau. 10,4 Millionen Euro bleiben es noch immer. Trotz aller Überlegungen und ernsthaften Bemühungen, das Kombi-Projekt nahe der Rodheimer Sporthalle abzuspecken. Und 9,3 Millionen Euro sind derzeit im Biebertaler Haushalt dafür veranschlagt. Das sorgt für Zündstoff in der Kommunalpolitik. Denn die Freien Wähler, die gemeinsam mit der CDU die Mehrheit stellen, hätten für den weiteren Planungsauftrag gerne einen Kostendeckel festgeschrieben. Inge Mohr, die Fraktionsvorsitzende der FW, erneuerte ihre Klage darüber, dass nicht von Anfang an ein Kostenlimit vorgegeben wurde. Deshalb solle dies jetzt noch geschehen – eben mit der 9,3 Millionen-Euro-Grenze. »In diesem Rahmen kann und soll sich die Gemeinde bewegen«.

Dafür fand sich aber im Bauausschuss der Gemeindevertretung, der am Dienstag gemeinsam mit dem Haupt- und Finanzausschuss tagte, keine Mehrheit. SPD, Grüne und der FW-Koalitionspartner CDU haben sich dafür ausgesprochen, das »Go« zu geben zum Erstellen einer Entwurfsplanung, und zwar auf Basis des aktuell erarbeiteten Raumprogramms. Insbesondere die SPD warnt davor, die Kosten mit aller Macht drücken zu wollen: » Wir bauen für Jahrzehnte, die Funktionalität muss erhalten bleiben, plädierte Thomas Prochazka (SPD). Die Freien Wähler wollten gerne ergänzt wissen: »Das vorhandene Budget ist zu berücksichtigen«. Doch das Einziehen dieser Kostenschranke bei den im Etat eingeplanten 9,3 Millionen Euro fand keine Mehrheit. Denn was Bauhof und Feuerwehrstützpunkt letztlich kosten werden, das kann ohnehin erst genauer gesagt werden, wenn man endlich von der Phase der Kostenschätzung in die der Planung eintritt.

»Wir haben von Sitzung zu Sitzung geprüft, aber es ist wenig Einsparpotenzial da, ist Bürgermeisterin Patricia Ortmann nicht glücklich mit der Entwicklung: »Das erste Reduzieren von Kosten ist durch die zwischenzeitlich zu verzeichnende Preissteigerung wieder egalisiert. Die Kostenentwicklung auf dem Bausektor hat die noch in einem frühen Stadium planende Kommune schlicht überholt«. Wo wurde bei den Plänen bislang nachjustiert? Der Feuerwehr-Übungshof wird verschoben, Raumgrößen wurden etwas reduziert, eine Fahrzeughalle eingespart, einige Fenster gestrichen. Beim Bauhof soll es einen Waschplatz statt einer Halle geben, zudem nur noch sechs statt zwölf Fahrzeughallen. So wird die vorhandene Halle auf der anderen Straßenseite weiter genutzt. Die Lkw-Hebebühne entfällt zugunsten einer Grube, der Sozialtrakt wird angepasst. Das, was man in einer zweiten Einsparrunde zusammengestellt hat, das ist laut Ortmann »auch nicht der große Wurf«.

Baubeginn im Dezember?

Doch die Zeit drängt. Der Haupt- und Finanzausschuss wird das Thema in der kommenden Woche nochmals aufrufen und beraten. Für 18. März ist zudem eine Sondersitzung der Gemeindevertretung anberaumt. Denn spätestens bis April muss Klarheit herrschen, wenn man noch in diesem Jahr beginnen will. Und das ist das erklärte Ziel aller, um den Landeszuschuss für das Feuerwehrgebäude nicht zu gefährden.

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