Die Sommerferienzeit ist zu Ende, am Montag beginnt wieder die Schule. Ein Gedanke, der nicht nur heute, sondern auch schon früher viele Schüler traurig machte. Während 2018 aber viele aus dem Urlaub aus fernen Ländern, tollen Ferienspielabenteuern oder dem fast täglichen Besuch im Freibad berichten werden, waren die Sommerhighlights früher ganz anderer Natur.

Werner Häckl aus Buseck erinnert sich etwa an den Sommer 1961 noch sehr genau: Das Urlaubsziel damals hieß Garten. Und freie Zeit – so etwas gab es eigentlich auch nicht. »Faulenzen war nicht angesagt, das kam meinem Vater gerade recht«, schreibt Häckl. Um die Zeit effektiv zu nutzen, griff der Vater zu Kamm und Schere. Flugs hatten die beiden Großväter, Häckls jüngerer Bruder und er selbst, »ja sogar meine Mutter« – eine neue Frisur. Zum Glück gefiel der Kurzhaarschnitt dem Jungen.

Zu den sonstigen Ferienhöhenpunkten zählten »ab und zu ein Eis« und der sonntägliche Besuch der Großeltern. Diese kamen mit ihren Fahrrädern von Treis an der Lumda angerollt. »Man kannte es nicht anders und war zufrieden«, schreibt Häckl. »Eine Zufriedenheit, die heute – trotz unzähliger Freizeitangebote – leider oftmals nicht mehr so recht vorhanden zu sein scheint.«

Ob das wirklich so ist? Nun, das können wohl nur die Kinder von heute ehrlich beantworten. Wenn man aber die Kleinsten auf dem Spielplatz und im Freibad beobachtet, dann hat man manchmal das Gefühl, dass sie eigentlich recht glücklich sind – bis ihnen jemand das Nörgeln beibringt.

Eines ist aber damals wie heute gleich: »Die Sommerwochen verflogen im Nu.« (bpf/Foto: pm)

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