07. August 2018, 21:22 Uhr

Die Schutzwälle halten stand

07. August 2018, 21:22 Uhr
»Auf Herz und Nieren« werden die Anlagen im Wasserwerk Inheiden überprüft: Fabian Schubert (l.) und Daniel den Toom. (Foto: Silke Scriba/OVAG)

Ein Schutz- und Sicherheitssystem rund um die Wasserförderungsanlagen macht es quasi unmöglich, dass diese Anlagen durch Unfälle, menschliches Versagen oder gezielte Angriffe ausfallen. »Wir fördern nicht nur Wasser von A nach B. Wir sind uns der Verantwortung, so viele Menschen mit Trinkwasser zu versorgen, durchaus bewusst«, sagt Fabian Schubert, Leiter des Information-Security-Management-Teams von OVAG-Wasser. Dass dieses »Information Security Management System« (ISMS) bei der OVAG funktioniert und den Vorschriften entspricht, die das Bundesministerium für Sicherheit in der Informationstechnologie (BSI) fordert, hat jetzt ein externer Auditor im Wassserwerk Inheiden überprüft. Fazit: Die Sicherheitsvorkehrungen entsprechen den hohen Anforderungen – von der Pumpe im Brunnen bis hin zum kleinsten Schieber am Entlüftungsschacht.

Zugriff von außen nicht möglich

Alle Trinkwasserversorger in Deutschland, die mit ihren Anlagen mehr als 22 Millionen Kubikmeter Wasser im Jahr fördern oder umgerechnet mehr als 500 000 Menschen versorgen, müssen die Sicherheit ihrer Informations-, Kommunikations- und Telekommunikationssysteme nachweisen, die zur Erbringung der kritischen Dienstleistung notwendig sind. »Das haben wir nun als eines der ersten Trinkwasserversorgungsunternehmen überhaupt erfüllt«, berichtet Schubert. Dabei ist es nicht so, dass die Schutzwälle rund um die Förderbrunnen, Hochbehälter, Leitungen und Leitstelle früher niedriger gewesen wären – nichts musste jetzt zusätzlich installiert werden. Ein Fachmann ging nun im Auftrag des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches im Wasserwerk Inheiden alle Anlagen und Regelungen, die besonders relevant für die öffentliche Wasserversorgung sind, mit den Experten der OVAG durch und ließ sich viele Anlagenteile auch zeigen und vorführen.

Sollte einmal die Netzleitstelle der OVAG aus irgendeinem Grund gestört werden (etwa durch Feuer), so wäre diese redundant abgesichert: Mitarbeiter, die das Trinkwassernetz mit mehreren Personen rund um die Uhr überwachen, könnten komplett an einen anderen Ort umziehen, wo sie dieselbe technische Einrichtung für den Notfall noch einmal vorfinden. Dieser wird regelmäßig auf seine Funktionsweise getestet. Sollte selbst diese zweite »Notnetzleitstelle« gestört sein, sind auch für diesen Fall Redundanzen vorgesehen. Auch menschlichem Versagen oder Mutwillen ist vorgebeugt – denn das digitale Überwachungssystem hat eine programmierte Sicherheitsüberprüfung: Es kann sozusagen »mitdenken« und merkt Abweichungen von den Normwerten. Fällt im Hochbehälter ein Wasserstand zu stark, ist an anderer Stelle ein Wert eingefroren, der sich eigentlich ständig ändern müsste – das System würde Alarm geben. Damit es nicht manipulierbar ist, ist es komplett in sich geschlossen und hat keinen Kontakt nach außen, etwa ins Internet oder in ein Büronetzwerk. Zudem kann es die Werte zwar messen und Alarm geben, aber keine Regulierung auslösen – das muss jemand machen, bei dem der Alarm ankommt. »Gefahren« werden die Fördermengen also immer noch von Hand. Programmiert wird dieses System von Mitarbeitern direkt im Wasserwerk. Den Plänen nach würde jeder nur denkbare Störfall oder Ausfall mit genügend Personal in kurzer Zeit behoben werden können. Dafür hält die OVAG auch ihre Bereitschaft vor. Auch technisch ist der Versorger gerüstet. Für ausnahmslos jedes Bauteil ist ein Ersatz auf Vorrat, um im Notfall schnell handeln zu können. Kleinere Störfälle, wenn zum Beispiel mal ein Bagger bei Bauarbeiten ein Rohr »anfrisst«, merkt die Bevölkerung in der Regel noch nicht einmal. Denn dann halten die Hochbehälter immer noch genügend Wasser vor, um die Zeit der Reparaturarbeiten zu überbrücken.

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