08. November 2018, 21:26 Uhr

Die Schäferstadt verändert ihr Gesicht

08. November 2018, 21:26 Uhr

Wie wird sich Hungen in den nächsten zwölf Jahren verändern? So lautete die Frage anlässlich einer Bürgerinformation am Mittwochabend in der Stadthalle. Nach der Kernstadtsanierung ist vor dem Stadtumbau: Hungen hat seinen Antrag auf eine Förderung im integrierten städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) genehmigt bekommen. Das bedeutet eine Zweidrittel-Förderung durch Bund und Land für bauliche Entwicklungsmaßnahmen in Hungen über einen Zeitraum von zehn Jahren. Im Rahmen der Beantragung ging Hungen von einer Fördersumme von rund 16 Millionen Euro aus – aber das war nur eine Schätzung: Bis April 2019 soll ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept (ISEK) erarbeitet werden, das mögliche Förderprojekte umfasst. Im Mittelpunkt des Städtebauförderprogramms »Stadtumbau in Hessen« stehen neben der Anpassung an demografische und wirtschaftsstrukturelle Veränderungen auch städtebauliche Maßnahmen zu Klimaschutz und Klimaanpassung. Im Anschluss geht es an die Genehmigung; erst dann ist die Größenordnung der Förderung bekannt.

Bürgermeister Rainer Wengorsch sprach von einer »Agenda Hungen 2030«: »Wir haben hier eine große Chance für die Stadt – gerade auch mit Blick auf die Reaktivierung der Horlofftalbahn wird das Wohnen in Hungen sehr viel attraktiver.«

Idee: Kaiserstraße wird Allee

Das vorgeschlagene Fördergebiet umfasst mit einem Teilbereich westlich der Altstadt großflächige Gewerbestrukturen entlang der Kaiserstraße/Gießener Straße sowie Wohnbauflächen, Versorgungseinrichtungen, gastronomische Einrichtungen und das Rathaus. Die entlang der Bahnlinie verlaufende Ladestraße als nördliche Gebietsabgrenzung stellt eine wichtige zusammenhängende Entwicklungsfläche zur Ergänzung des Versorgungsbereichs dar. Der südliche Teilbereich des vorgeschlagenen Fördergebietes umfasst den entlang der Altstadt verlaufenden Gewässerbereich der Horloff sowie die direkt an der Altstadt gelegenen Grünbereiche am Dammweg und unterhalb des Schlosses.

Dazu wurden auch vier sogenannte »Leuchtturm-Projekte« vorgestellt, darunter auch die Idee, die Kaiserstraße in Art einer Allee mit Begrünung, verringerter Fahrbahnbreite und größerer Fußgängerfreundlichkeit auszubauen. »Wir hoffen hier im Prozess auf die Vorschläge der Bürger – denn sie kennen Anforderungen und Bedarfe der entsprechenden Gebieten am besten«, sagte Folkert Rüttinger von der Stadtplanergruppe ROB, mit der Hungen auch beim ISEK zusammenarbeiten wird.

Neben der ROB sind auch Hungens Langzeitpartner der GSW in die Planungen involviert. Aber die Veränderungen in der Kaiserstraße sind nicht die einzigen denkbaren »Leuchtturm-Projekte«: Auch eine optionale Neuordnung der Gewerbegebiets Jackl und des angrenzenden Bereichs »Grassee« sind eine Möglichkeit. Besonders mit Blick auf die Reaktivierung der Horlofftalbahn wäre auch eine Umnutzung ehemaliger Bahnflächen und ein Umbau der Ladestraße eine Option: Dort könnten kleinere Grünstreifen sowie weiterer Parkraum entstehen und der Individual- wie Nahverkehr verbessert werden. Auch die Wiederbelebung des ehemaligen Theaters im »Darmstädter Hof« ist denkbar: Das Gebäude könnte zu einer interkulturellen Begegnungsstätte entwickelt werden.

Was genau von Bürgern, Verwaltung und Politik gewünscht wird, ist Zielsetzung zweier Bürger-Workshops am 12. Dezember und am 13. Februar in der Stadthalle. Dann werden weitere Projekte besprochen. Die Verantwortlichen hoffen auf viele Rückmeldungen.

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