12. Juli 2017, 15:50 Uhr

Regionale Produkte

"Die Leute wollen wissen, wo etwas herkommt"

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz wirbt in Hungen für Produkte aus der Region. Dabei werden neben der klassischen Direktvermarktung auch größere Strukturen immer wichtiger.
12. Juli 2017, 15:50 Uhr
Die Eselstute traut der grünen Landwirtschaftsministerin beim Besuch der Schäferstadt Hungen. Die Schafherde bleibt aber lieber auf Distanz zu Priska Hinz. (Foto: so)

Mit Schäfchen-Streicheln war es nichts beim Besuch von Priska Hinz in der Schäferstadt Hungen. Zum Knuddeln stand lediglich die weniger Politiker-scheue Eselstute Frieda zur Verfügung. Und auch das Schäfchen-Zählen blieb der Hessischen Landwirtschaftsministerin erspart beim Besuch der rund 1200 Tiere starken Herde des Hungener Stadtschäfers Ralf Meisezahl am Solarpark nahe Trais-Horloff. Dafür gab es Lammwürstchen und gegrilltes Lammfleisch aus der Region sowie Käse aus Schafsmilch von der örtlichen Käsescheune zum Verkosten. Aus gutem Grund: Denn die regionale Vermarktung von Lammfleisch stand im Zentrum des Besuchs der grünen Landespolitikerin bei den Hungener Schäfern und ihren Partnern am Rande der Wetterau.

 

Neue Partnerschaften

 

»Die Leute wollen wissen, wo etwas herkommt und wie was produziert wird. Umso mehr Vertrauen haben sie in die Produkte«, ist sich die Ministerin sicher, der das Lammfleisch offenkundig mundete. Beim Auftakt ihrer »Sommertour« durch Hessen wibt sie für Produkte aus der Region.

Dabei wird neben der klassischen Direktvermarktung »ab Hof« auch auf größere Strukturen gesetzt, etwa durch Partnerschaften der Erzeuger mit Unternehmen wie Eidmann Wurst- und Fleischwaren aus Bruchköbel oder der Lebensmittelkette Rewe, die seit 2005 mit ihrer Landmarkt-Schiene Produkte aus der Region feilbietet und damit mittlerweile zusammen mit Landwirten einen Umsatz in der Größenordnung von 30 Millionen Euro im Jahr vorweist.

 

Aktion »Echt hessisch«

 

Kann das mit Lammfleisch ebenso klappen wie mit Erdbeeren oder Spargel, mit Presskopf oder Blutwurst? Das Regio-Marketing aus Friedberg setzt mit der Aktionsgemeinschaft »Echt Hessisch« auf den Aufbau regionaler Wertschöpfungsketten, bei der die Schäfer /Schafhalter, die passenden Schlachtbetriebe respektive Verarbeiter und die Vermarkter zusammengebracht werden »Echt hessisch« wurde vor knapp zwei Jahren etabliert und hat mit Frankfurter Würstchen aus regionaler Produktion einen ersten Erfolg gelandet. Das bestätigen die Geschäftsführer von Eidmann, Carsten Koch und Karl Eidmann. Nun setzt man da mit dem Lamm auf ein zweites Produkt. Eidmann denkt über das Vermarkten von 20 bis 25 Lämmern aus der Wetterau pro Woche nach.

Und wenn es gut läuft, gerne mehr. Im Ballungsraum Rhein-Main bis hinunter nach Darmstadt will man die Kunden dafür gewinnen. Die »Frankfurter« und Lammfleisch werden erst der Anfang sein; weitere Produkte sollen folgen, blickt Dr. Ilona Gebauer vom »Regio-Marketing« optimistisch in die Zukunft.

 

Bedeutung für den Naturschutz

 

Ministerin Hinz vermeldet zudem voller Stolz, dass mittlerweile elf Prozent der landwirtschaftlichen Betrieben in Hessen nach Bio-Kriterien wirtschaften, und das auf 12,6 Prozent der landwirtschaftlichen Fläche in Hessen. Hinz unterstrich beim Lokaltermin in Hungen gemeinsam mit Bürgermeister Rainer Wengorsch zudem die Bedeutung der Schäferei für die Landschaftspflege und damit letztlich für den Naturschutz. Um das zu sichern, müssten die Schafhalter eben ordentliche Vermarktungsmöglichkeiten zu fairen Preisen bekommen.

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