22. August 2018, 21:28 Uhr

Die Abwicklung läuft

22. August 2018, 21:28 Uhr

Insgesamt 16 000 Euro hatte die Ludwig-Schunk-Stiftung Anfang des Monats für die häusliche Pflege in ihren Standort-Kommunen ausgeschüttet. 4000 Euro davon gehen nach Reiskirchen. Doch von der gemeindlichen Sozialstation (Foto) werden gar keine Patienten mehr versorgt; sie wird gerade abgewickelt. Besteht also überhaupt Bedarf an der finanziellen Unterstützung?

Ja, sagt Bürgermeister Dietmar Kromm auf Anfrage der Gießener Allgemeinen. Bis Ende Juni wurden noch sieben Personen gepflegt. Ein halbes Jahr zuvor waren es noch dreimal so viele gewesen. Allerdings seien bei der Versorgung weniger Patienten die Fixkosten, zum Beispiel für Fahrzeuge, fast identisch hoch. Kromm: »Somit ist hier eine Unter- deckung entstanden, die mit der Spende der Ludwig-Schunk-Stiftung in Höhe von 4000 etwas abgemildert werden kann.«

Mitarbeiterinnen noch beschäftigt

Was die Abwicklung selbst angeht, teilt Kromm mit, dass die Patienten über die Schließung informiert und Verträge gekündigt worden seien. »Sie wurden bis spätestens 30. Juni an andere Pflegedienste übergeben«, sagt Kromm. Die Verträge mit Lieferanten und anderen Kunden seien fristgerecht gekündigt worden, ebenso die Mitarbeiter. Aufgrund einiger bestehender Kündigungsfristen sei eine kaufmännische Abwicklung der Sozialstation aber erst zum 31. Dezember abschließend möglich.

Ist das Personal bei anderen Pflegediensten untergekommen? »Derzeit befinden sich die Mitarbeiterinnen aufgrund der Kündigungsfristen noch im Beschäftigungsverhältnis mit der Gemeinde Reiskirchen«, sagt der Bürgermeister. Die Aushilfen seien bereits vorher hauptsächlich bei anderen Unternehmen beschäftigt gewesen. Angesichts des derzeitigen Stellenangebotes im Bereich der Krankenpflege geht Kromm davon aus, dass alle Mitarbeiterinnen ohne Schwierigkeiten eine neue Anstellung finden.

Bereits 2017 hatte sich das Aus der kommunalen Sozialstation angekündigt. Trotz intensiver Suche fand die Gemeinde keine Mitarbeiter mehr, um die Patienten angemessen zu betreuen. Fiel eine Mitarbeiterin krankheitsbedingt aus, mussten ihre Kolleginnen die Lücke schließen oder die zu Pflegenden an andere Dienstleister abgeben. Die Folgen: Entweder kam es zur Überlastung des Personals oder die Gemeinde konnte ihre Verpflichtung gegenüber den Patienten nicht einhalten. Die Kündigung einer Pflegekraft zum Jahreswechsel brachte das Fass zum Überlaufen.

Das Parlament hatte wegen des abzusehenden Handlungsbedarfs den Gemeindevorstand bereits im September beauftragt, die Möglichkeiten für die Einrichtung zu prüfen: Erhalt, Verkauf, Übertragung, Übernahme oder Abwicklung. Im Zuge dessen waren auch Sondierungsgespräche mit vier potenziellen Trägern geführt worden, unter anderem mit dem Deutschen Roten Kreuz und den Johannitern. Letztlich musste Bürgermeister Dietmar Kromm im März 2018 deren Scheitern einräumen. Einstimmig beschloss die Gemeindevertretung im Mai die Auflösung der Sozialstation. (ti/Archivfoto: ti)

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