15. April 2019, 21:36 Uhr

»Dicke Dinger« im Farbenrausch

15. April 2019, 21:36 Uhr
Albrecht Rieger (l.) mit Arnold Schleier bei der Ausstellungseröffnung. (Foto: dis)

Unter dem vielversprechenden Titel »Geister, Schweine und Tiger oder Die dicken Dinger« steht die neue Ausstellung in der Galerie N° 5 des Kunst- und Kulturforums Laubach. Am Samstag eröffnete Vorsitzender Arnold Schleier zusammen mit dem Künstler Albrecht Rieger die Schau mit farbigen Lesebildern, die am Computer entstanden sind. Schleier betonte, die Ausstellung sei eine Rarität, in dieser Form bisher noch nicht in Laubach zu sehen gewesen.

Der ungewöhnliche Titel der Ausstellung klingt gefährlicher, als die Sache ist. Betrachter werden mit sogenannten Lesebildern konfrontiert (etwa »Der ultimative Brainbourne«, »Willkommen im Narrenparadies«), in denen mehr steckt als nur Farbe. Die ist reichlich in allen Nuancen vorhanden, drückt Licht und Stimmung aus. Hier bringt der Künstler mit Hilfe digitaler Gestaltungstechniken seine philosophischen, politischen und medialen Phänomene zum Ausdruck, minimiert seine Gedankenwelt auf kolorierte Strichzeichnungen, schafft neue Sichtweisen. Eine bemerkenswerte Ausdrucksform, die Sprache und Text mit ins Spiel der Bildenden Kunst bringt. Die Vielschichtigkeit komplexer Zusammenhänge wird hinterfragt und neu strukturiert.

Anlehnung an Neoexpressionismus

Albrecht Rieger nennt seine Bilder assoziative Kontemplationen. Sie setzen in Form von absurden Plakaten der aufmerksamkeitsheischenden Reduktion der Werbegrafik eine unüberschaubare Vielfalt an visuellen und sprachlichen Details entgegen. Die Bilder beginnen in der Sprache, Kritzeleien, visuellen Kontemplationen, ein Thema, das sich immer wieder fortsetzt und zu einem Ensemble verschmilzt. Es geht um die Grundbotschaft der Freiheit. Dass sich die Menschen entfalten dürfen, ist dem Künstler wichtig. Denn, wie der Künstler provokativ feststellt: »Wenn ihr Angst habt, frei zu sein, wählt euch ein Diktatorlein!« Dabei spannt sich in den Arbeiten der Bogen von aggressiv bis expressiv, auch in ihrer Gegenstandslosigkeit und Abstraktheit sollen die großformatigen Bilder gelesen und verstanden werden. Seinen Start ins Berufsleben hatte Rieger 1990 als Ghostwriter für die Geschäftsführung der Messe Frankfurt GmbH; bald suchte er sich ein breiteres Aufgabenspektrum. Nun entwickelt und realisiert er Kommunikationskampagnen zur Vermarktung heimischer Produkte. Er arbeitet international in Teams und hält bei Bedarf Vorträge und Referate bei diversen branchenspezifischen und auch universitären Veranstaltungen. Dabei ist ihm der Umgang mit Medien, auch Fernsehen und Rundfunk, vertraut. Privat ist Albrecht Rieger als Sprachkünstler aktiv. Einige Proben gab er auch bei der Vernissage zum Besten, darunter Aussagen wie »Bedrohst du die Wahrheit, oder bedroht sie dich?«. Seit Jahren ist der Künstler auch mit dem deutschen Komponisten, Klang- und Medienkünstler Andreas H. H. Suberg verbunden. Rieger betätigt sich seit 2013 auch als bildender Künstler, dessen Werke am ehesten der Kunstrichtung des Neoexpressionismus zuzurechnen sind. Neben ersten Ausstellungen ist die Publikation eines Buches über sein bisheriges Werk in Vorbereitung. Als Lieblingssport gibt der Künstler Speed Hiking in den hiesigen Wäldern an.

Die Ausstellung in der Galerie N° 5 in der Stiftstraße ist bis 19. Mai zu sehen (geöffnet samstags von 11 bis 12.30 Uhr, sonntags von 14 bis 17 Uhr); Eintritt frei. Führungen außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Vereinbarung unter Tel. 0 64 05/95 07 30 möglich. Die meist großformatigen Werke sind auch käuflich zu erwerben.

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