27. August 2018, 21:28 Uhr

Der Hahn thront wieder

27. August 2018, 21:28 Uhr
In schwindelerregender Höhe setzt Pfarrer Johannes Fritzsche den neuen Hahn auf die Kirchturmspitze. (Foto: ti)

Es ist kalt, der Himmel grau, leichter Regen fällt in Obbornhofen. Hoch über dem Dorf geht ein ordentlicher Wind. In 36 Metern Höhe, um genau zu sein. Dort wurde gestern die Bekrönung des Kirchturmes abgeschlossen. Vier Monate nach Beginn der Sanierungsarbeiten sitzt wieder ein Hahn auf dem Kreuz. Der erste Teil des ersten Bauabschnittes ist beendet.

Notwendig geworden war die Sanierung, weil die Verbindung zwischen Chor und Kirchenschiff erhebliche Stabilitätsprobleme aufwies. Die Folge waren Risse im Mauerwerk. Von langer Hand wurde ein Gesamtkonzept erarbeitet, der Startschuss für die Sanierung fiel Ende April. Das Gotteshaus wurde ausgeräumt, Inventar zum Teil abgebaut und eingelagert, zum Teil zum Schutz abgedeckt. Dann wurde zunächst an den Chorbogen Hand angelegt. »Wir haben lange Edelstahlanker hindurchgebohrt, die künftig das Mauerwerk halten und das Innere mit Mörtel aufgefüllt«, sagt Architekt Michael Seehawer vom Büro Seidel und Muskau in Wettenberg. Ziel ist es, auf diese Weise die statischen Probleme zu beheben und die Rissbildung zu beenden.

Es fehlen noch 100 000 Euro

Als Nächstes war der Turm an der Reihe. Der lastete früher auf dem Dach des Chores, das für ein solches Gewicht nicht ausgelegt war, sagt Seehawer. Im Chordach wurden deshalb Holzträger eingebaut, um die Last auf die Außenwände zu verlagern, außerdem schadhafte Balken ausgetauscht. Das gilt auch für den Turm, der zudem neu verschalt und mit Schiefer gedeckt wurde.

Damit ist die Arbeit im und am Gotteshaus aber noch längst nicht getan. Der zweite Teil des ersten Bauabschnittes läuft bereits. Das Dach des Schiffs wird gerade instand gesetzt, die Fassade soll eine Frischekur erhalten: Löcher müssen beigeputzt, die ganze Kirche gestrichen werden. Seehawer: »Bevor der Frost kommt, soll der erste Bauabschnitt beendet sein.«

Und was ist mit dem zweiten Teil? Wann dieser beginnen kann, ist derzeit noch unklar, denn eine Genehmigung seitens der Landeskirche steht noch aus, sagt Pfarrer Johannes Fritzsche. Die allerdings werden die Obbornhofener nur bekommen, wenn sie belegen, wie sie ihren Anteil an den geschätzten 750 000 Euro Gesamtkosten aufzubringen gedenken, und zwar 206 500 Euro. Etwa 75 000 Euro hat die Kirchengemeinde auf der hohen Kante. 30 000 Euro sind bisher durch Kollekten, Spenden und Aktionen zusammengekommen. Bleiben immer noch 100 000 Euro übrig. Pfarrer und Kirchenvorstand hoffen auf die Spendenbereitschaft der Bürger sowie auf Fördergeld aus dem Topf der Denkmalpflege.

Sobald die Landeskirche grünes Licht gibt und die richtigen Handwerker gefunden sind, geht es an die Sanierung des Innenraumes. Vor allem die Instandsetzung der barocken Stuckdecke wird dabei sehr aufwendig werden, weiß Architektin Stefanie Muskau. Ebenso wie die Wände, ist sie von Rissen gezeichnet. Diese müssen überall verfüllt, die Wände zudem gereinigt und mit einem neuen Kalkanstrich versehen werden. Die Erneuerung der Elektroinstallation sowie Ausbesserungsarbeiten an Empore und Bänkenstehen ebenfalls auf der To-do-Liste. Kleinere Instandsetzungsarbeiten betreffen auch die Orgel, die zu Beginn der Sanierung ausgebaut wurde und derzeit bei Förster und Nicolaus in Lich eingelagert ist.

Während der Sanierung ist die Kirche gesperrt, Pfarrer und Kirchenvorstand hoffen, dass der Weihnachtsgottesdienst 2019 wieder dort gefeiert werden kann.

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