09. September 2018, 21:17 Uhr

Den Moment einfrieren

09. September 2018, 21:17 Uhr

Fotografieren ist ein Handwerk. Und natürlich eine Kunst. Kunsthandwerk sozusagen. Am Ende einer dreijährigen Ausbildung steht nach bestandener Prüfung der Gesellenbrief, ausgestellt von der Fotografeninnung Hessen/Rheinhessen, die wiederum bei der Kreishandwerkerschaft Gießen eine von 20 dort organisierten Handwerksinnungen ist.

Die Freisprechungsfeier fand jetzt im repräsentativen Foyer der Leica Camera AG im Wetzlarer Leitzpark statt. Nicht alle der 26 jungen Gesellen des Fotografenhandwerks wollen aber in den erlernten Beruf einsteigen, sondern zu weiteren Ufern aufbrechen wollen. Die beiden hessischen Berufsschulen für das Fotografenhandwerk innerhalb des dualen Ausbildungssystems sind die Arnold-Bode-Schule in Kassel und die Gutenberg-Schule in Frankfurt.

Es sei, so Innungsobermeister Richard Stephan (Gießen), wohl auch dem besonderen Ort der Freisprechungsfeier geschuldet, dass alle Gesellinnen und Gesellen der Sommerprüfung zur Gesellenbrief-Übergabe gekommen waren.

Udo Zell, Leiter der Leica-Akademie, empfahl den jungen Fotografen, eine eigene Bildsprache, eine eigene »Kultur des Bildes« zu entwickeln und dabei die eigene Arbeit als ein hohes Gut wertzuschätzen. Auslösen könne heute jeder, fotografieren noch lange nicht. Bei der Kunst des Fotografierens gehe es immer »um den Moment« und um das »Einfrieren des Zeitgeistes im Bild«.

Technisches Verständnis

Klaus Repp, Präsident der Handwerkskammer Wiesbaden, und Walter Kwartnik, Gießener Kreishandwerksmeister, ergänzten Zells Gedanken zum akademischen Fotografieren um die handwerkliche Komponente. Kwartnik wies auf die »Möglichkeiten der heutigen Ingenieurskunst« hin, die deutlich machten, dass die Entwicklungen im Berufsfeld noch nicht am Ende angelangt seien. Er ermunterte den Nachwuchs, den Meistertitel anzustreben. Repp sagte, den guten Fotografen zeichne nicht nur der Blick für die außergewöhnliche Perspektive aus, sondern auch sein technisches Verständnis für sein kompliziertes Handwerkszeug.

Die 26 jungen Gesellen des Fotografenhandwerks wurden in ebenso vielen Betrieben im Dreieck Kassel-Darmstadt-Mainz ausgebildet, darunter auch solche aus dem Raum Mittelhessen: Kelly Katharina Stracke aus Lich bei Meike Dietz in Lich, Jannick Schütz aus Hungen bei der Digital-Fotogroup GmbH in Sinn und Doreen Buck aus Sinn bei Silas Koch in Herborn – wobei Buck und Schütz auch noch zu den vier besonders ausgezeichneten Innungsbesten gehörten.

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