11. Dezember 2018, 21:02 Uhr

Das letzte Abendmahl

11. Dezember 2018, 21:02 Uhr
Der evangelische Frauenchor Niederkleen verabschiedet sich mit einem gemeinsamen Abendessen von der offiziellen Bühne und stellt nach über 71 Jahren den Chorbetrieb ein. (Foto: vk)

Langgöns (vk). Es war der letzte offizielle Termin des evangelischen Frauenchors Niederkleen: Nach 71 Jahren stellt das Ensemble den Betrieb ein. Zum Abschluss traf man sich zum Rückblick auf viele gemeinsame Jahre in der Gaststätte »Kleebachstuben«.

Vorsitzende Gisela Rudrich blickte auf die Geschichte des Chors zurück. In der Adventszeit 1946 trafen sich erstmals acht Mädchen zum Liedersingen bei Eugenie Julie Emma Kulke, der Frau des damaligen Pfarrers. Sie übten Weihnachtslieder ein, die an Heiligabend in der Kirche gesungen wurden. Das waren die Anfänge des evangelischen Frauenchores. Ab 1951 wurde regelmäßig geprobt, bereicherte der Chor kirchliche Anlässe wie Hochzeiten und Konfirmationen.

1970 übernahm Richard Lang die Leitung des Frauenchors. Lang dirigierte auch den gemischten Chor Ebersgöns und den Männergesangverein Cleeberg, sodass der Frauenchor auch bei Jubiläumssingen dabei war. 1985 wurde Lang im Rahmen eines Gottesdienstes von Pfarrer Horst Kannemann verabschiedet. Pfarrersfrau Hildegard Preis aus Wetzlar übernahm den Dirigentenstab. Alle zwei Jahre veranstaltete der Chor, verstärkt mit Mitgliedern des Männerchores, einen musikalischen Adventsgottesdienst. Ab 1994 übernahm Angela Preis die Leitung.

Die Chronik verzeichnet auch mehrtägige Ausflugsfahrten, etwa nach Kaliningrad. Schmerzlich für die Sängerinnen war der plötzliche Tod der Vorsitzenden Christel Braun 1999. Gisela Rudrich wurde zur Vorsitzenden gewählt.

Patrick Stinka, der ab 2003 dirigierte, schaffte es sogar, dass der Chor englische Lieder sang. Zu dieser Zeit zählte man 36 Mitglieder. Die Idee, einen Spinnstubenchor einzurichten, wurde damals geboren. Im August 2009 wurde Hans Martin Schlöndorf Dirigent.

»In den letzten drei, vier Jahren konnten wir feststellen, dass die Sängerinnen immer weniger wurden, bedingt durch das Altern, Krankheit und Todesfall«, sagte Rudrich. Zuletzt waren es nur noch 13 Sängerinnen. »Wenn von diesen Frauen noch welche fehlten bei Auftritten, dann war es unmöglich, als Chor noch aufzutreten.«

Im Laufe des Abends hielt Annemarie Neumeyer noch einen historisch-emotionalen, wehmütigen Nachruf auf den evangelischen Frauenchor.

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