27. August 2018, 21:33 Uhr

Leitplanken

Darum werden nun auch auf kerzengeraden Straßen im Kreis Leitplanken installiert Umstrittene Leitplanken

Selbst gerade Abschnitte der B 276 im Seenbachtal sind jetzt mit Leitplanken versehen. Weitere Bundesstraßen werden folgen. Unfälle mit Schwerstverletzten sollen so verhindert werden.
27. August 2018, 21:33 Uhr
Kerzengerade Straße und neuerdings mit Leitplanken. (Foto: bb)

Die Fahrbahndecke der Bundesstraße 276 im Seenbachtal, zwischen dem Laubacher Stadtteil Freienseen und Mücke-Flensungen ist im Frühjahr erneuert worden. Mit rund 900 000 Euro wurden die Arbeiten veranschlagt – dafür aber rollt der Verkehr jetzt wieder über Straßen, die so glatt sind wie ein Kinderpopo.

Bei den meisten Autofahrern dürfte das auf ungeteilte Freude stoßen. Fragen aber wirft eine begleitende Maßnahme auf, mit der jüngst begonnen wurde: der kilometerweise Bau von Schutzplanken. Muss das sein, vor allem auf kerzengraden Abschnitten, wo – so das kollektive Gedächtnis der Seenbachtaler – seit etlichen Jahren kein schwerer Unfall passiert ist? Ein Fall von plankem Unsinn?

»Nicht unser Ding«, lautet – lax formuliert, aber sinngemäß – zunächst die Antwort der Landesstraßenbauverwaltung Hessen Mobil. Auf Anfrage der Gießener Allgemeinen Zeitung verweist Hessen Mobil auf ein sogenanntes »Baumschutzprogramm« des Bundes, um die Zahl schwerer Unfälle zu vermindern.

Im Zuge dessen werde momentan die B 276 zwischen Freienseen, Weickartshain-Seenbrücke, Stockhausen und Flensungen umgerüstet. Als erstes sei der Abschnitt zwischen Flensungen und Stockhausen auf knapp einem Kilometer neu »beplankt« worden.

4,50 Meter Mindestabstand

Im weiteren Verlauf, also bis Seenbrücke, habe man die alten Stahlblechprofile demontieren und auf knapp 650 Metern durch neue ersetzen lassen.

Als letztes steht der Abschnitt Freienseen-Seenbrücke auf der Agenda. Auf insgesamt knapp zwei Kilometern werden dort wiederum neue Planken montiert. Zudem wird an mehreren Stellen ein »Einzelhindernisschutz« mit abgerundeten Ecken aufgestellt, der den direkten Aufprall auf einen Baum am Anfang oder Ende eines Schutzplankenbandes verhindern soll.

Welche Dimensionen das Projekt annehmen könnte, lässt sich daran ablesen: Gemäß entsprechendem Erlass aus Berlin sind überall dort Schutzplanken zu installieren, wo Bäume »näher als 4,50 Meter von der Fahrbahn entfernt stehen«. Als Ziel des Bundesverkehrsministeriums gibt Hessen Mobil das Vermeiden von Unfällen mit Schwerverletzten oder sogar Toten beim Abkommen von der Fahrbahn wieder. Die Verantwortlichen in Berlin möchten, dass alle Bundesstraßen in den kommenden fünf Jahren entsprechend umgerüstet werden.

2017 vorgestellt, soll das Programm in der Region Westhessen – das heißt in den Kreisen Gießen, Limburg-Weilburg, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill – in diesem Jahr sukzessive umgesetzt werden. Wie Hessen Mobil ergänzte, seien Straßen in Wäldern zurzeit noch ausgeschlossen. (tb/Foto: bb)

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