06. November 2018, 10:00 Uhr

Hundeschule

Darum ist das Hundezentrum in Bieber einzigartig in der Region

Die jahrhundertelange Geschichte der Reehmühle in Biebertal ist um ein Kapitel reicher. Seit einigen Monaten führen Lena und Manuel Lemp dort das Hundezentrum Miteinander.
06. November 2018, 10:00 Uhr
Lena Lemp mit Leonidas, genannt Bubi. (Foto: pm)

Dunkle Eiche, Butzenscheiben an der Durchreiche hinter der Theke. Die große Tür zum Sälchen. Ein paar Wirtshausstühle mit Kisschen – der Geist des einst legendären Gasthofs Reehmühle ist noch lebendig. Erinnerungen werden wach an den Esel, der vor gut 20 Jahren noch im Garten blökte. Gleich nebenan saßen die Menschen unter dem Blätterdach mächtiger Kastanien beim Bier zusammen.

Doch der Zapfhahn ist längst hochgedreht. Lena und Manuel Lemp haben sich dort im Frühling mit ihrem Hundezentrum Miteinander niedergelassen. Das Sälchen wird zum Seminarraum, die Wirtsstube dient Besprechungen und als Büro. Und die komfortable 200 Quadratmeter messende beheizte Halle gleich nebenan ist geradezu ideal fürs Indoor-Training.

 

Konkurrenz ist groß

Wobei die Lemps nicht die ersten sind, die dort tierischen Publikumsverkehr haben. Zuvor gab es über etliche Jahre eine Hundepension. Doch die hat ihren Betrieb eingestellt. Pensionsbetrieb wollen die beiden jungen Leute nicht anbieten, setzen stattdessen auf Seminare, Schulungen, Training. Und müssen sich mit ihrem Angebot angesichts der vielen Mitbewerber kräftig profilieren.

Die Konkurrenz ist groß. Einmal gegoogelt, da tauchen schon rund ein Dutzend Hundeschulen in und um Gießen herum auf. Hinzu kommen noch etliche Vereine, die ebenfalls unterschiedlichste Trainingsangebote haben respektive zur sinnhaften gemeinsamen Beschäftigung von Mensch und Tier einladen.

»Wir sind eine der wenigen, vielleicht die einzige Hundeschule in der Region, die den IBH-Führerschein anbietet«, sagt Lena Lemp selbstbewusst. IBH – das ist der Internationale Berufsverband der Hundetrainer, dem Lemps angehören. Laut Lena Lemp der einzige Verband für Hundetrainer und Hundeunternehmer, der seine Mitglieder regelmäßig auf zeitgemäße Fortbildung und gewaltfreien Umgang sowie faires Hundestraining überprüft.

 

Fairer, gewaltfreier Umgang mit dem Hund

»Dieser Hundeführerschein macht das Mensch-Hund-Team in Alltagssituationen theoretisch und praktisch fit«, zitiert Lemp aus den Leitlinien den für sie wichtigen Ansatz der Alltagstauglichkeit und des fairen und gewaltfreien Umgangs mit dem Hund. Dabei werden sowohl das Wissen des Halters als auch der Grundgehorsam des Hundes und das Verhalten des Mensch-Hund-Teams in der Öffentlichkeit geprüft. Das heißt konkret: Wie klappt es mit dem Hund an der Straße? Wie geht er ins Auto? Oder: Wie führe ich meinen Hund sicher in Gesellschaft etwa in einer Fußgängerzone? Wichtig dabei, dass der Mensch lernt, seinen Hund richtig einzuschätzen und entsprechend anzuleiten. Unterrichtet wird individuell oder in einer Kleingruppe. Zur Erziehung gehört da nicht nur »Sitz« und »Platz«, sondern vor allem die Schulung der Menschen. Sie lernen, ihren Hund besser zu verstehen und verständlich, aber ohne Bedrohung mit ihm zu kommunizieren.

Die Frage, die sich da bei gemeinsamen Aktivitäten schnell stellt: Ist es etwas, woran der Hund Spaß hat? Oder ist es etwas, von dem Herrchen oder Frauchen glauben, dass der Hund daran Spaß hat? Krasser ausgedrückt: Wenn Frauchen auf die Hundewiese geht, weil sie mit anderen Frauchen »socializen« will, dann heißt das noch lange nicht, dass auch die Hunde miteinander Spaß haben. Lemp: »Nicht jedem Hund macht das Spaß, was Mensch gerne möchte. Es ist wichtig, als Hundehalter zu erkennen, wie es dem eigenen Hund geht.

 

Hilfe bei Trennungsschmerz

Auch klassische Verhaltenstherapie gehört zum Portfolio, etwa bei unerwünschtem Verhalten wie dem Pöbeln an der Leine oder aber auch Hilfe bei Trennungsschmerz. Neben anderem aktuell auf der Agenda: ein Themenabend zur bevorstehenden Silvesterknallerei vom IBH-Referenten Gerd Schreiber..

Lena Lemp spricht dabei vom »respektvollen Umgang von Mensch und Hund« bei der Ausbildung: »Wir legen großen Wert auf Stressreduktion und entspanntes Lernen und Trainieren. Das schließt Schock- oder Schmerzreize selbstverständlich aus. Ihre Kunden (»Menschen, die sich für ihre Hunde interessieren«) kommen aus der ganzen Region, aus einem Umkreis von 30 bis 40 Kilometern. Was Lemps ein wenig stolz macht: Es kommen auch Tiere zu ihnen, die woanders nicht mehr zurechtkommen – respektive die Menschen, die ihren Tieren auf andere Art nicht helfen konnten.

Zur Arbeit mit den Hunden und Herrchen (und Frauchen) trifft man sich auf der Reehmühle oder aber auch andernorts in der Region. Was derweil noch benötigt wird: Ein geeigneter eingezäunter Platz beziehnungsweise ein Außengelände von rund 1500 bis 2000 Quadratmetern, um da miteinander zu trainieren.

Info

Was tun, wenn’s kracht?

Zu einem Vortrag zu »Geräusch- und Silvesterangst« mit Gerd Schreiber lädt das Hundezentrum am Donnerstag, 22. November, von 19 bis 22 Uhr; Kosten pro Teilnehmer 35 Euro. Das gesamte Angebot des Hundezentrums findet sich im Netz unter www.hundestunde-miteinander.de

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  • Frauchen
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