08. Juni 2018, 04:35 Uhr

Abkürzung

Branntweinweg bei Espa ist eine scheinbar endlose Geschichte

Seit vielen Jahren berät das Langgönser Parlament darüber, ob die Abkürzung zwischen Cleeberg und Butzbach ein offizieler Weg wird. Über 700 Fahrzeuge nutzen den »Promilleweg« täglich.
08. Juni 2018, 04:35 Uhr
Hat ein paar Prozent: Die Einfahrt zum Branntweinweg (Feldweg rechts) auf Butzbacher Gebiet ist ebenso wie die direkt folgende Rechtskurve steil und schmal. Hessenmobil lehnte zuletzt die Förderung des Ausbaus der Kreuzung ab. (Foto: pad)

Kaum ein Thema in Langgöns ist so leidig und wird schon so lange diskutiert wie das Vorhaben, den Branntweinweg auszubauen. Nun soll ein Büro beauftragt werden, Planungen für einen Ausbau des Wegs bei Espa aufzunehmen und die Kosten zu kalkulieren. Darauf haben sich am Mittwoch im Verkehrsaussschuss die Fraktionen – bei Enthaltung der SPD – geeinigt.

Seit einem Jahrzehnt wird in Langgöns um den Ausbau des eigentlich nur für den landwirtschaftlichen Verkehr zugelassenen Wegs diskutiert. Viele Autofahrer nutzen streng genommen illegal die Verbindung – in vielen Fällen als Abkürzung, um auf die Autobahn 5 nach Frankfurt zu kommen. Der Weg ist derweil in einem desolaten Zustand. Nun könnte es also tatsächlich zum Ausbau kommen. Zu optimistisch sollte man allerdings noch nicht sein – zu lange gärt das Vorhaben bereits wie ein alter Branntwein. Rathauschef Horst Röhrig äußerte – halb im Scherz, halb im vollen Ernst – die Befürchtung: »In fünf Jahren, im nächsten Bürgermeisterwahlkampf, diskutieren wir vielleicht wieder darüber.« Auf jeden Fall werde sein Nachfolger »eine gewisse Amtserfahrung haben, wenn es zum ersten Spatenstich kommt«.

 

Finanzierung aus Hessenkasse

 

Die Koalition aus CDU, Grünen und FDP bevorzugt einen Ausbau des Verbindungswegs »in kleinstmöglichem Umfang«. Geplant ist auch ein Anschluss des Verbindungswegs an die Landstraße, die an Espa entlangläuft. Die Anbindung allein würde nach letztem Stand 350 000 Euro kosten.

Weil die Anbindung auf Butzbacher Gebiet verlaufen würde, soll die Langgönser Gemeinde nach Übereinkunft am Donnerstag im Verkehrsausschuss die Stadt Butzbach kontaktieren. »Wir sind verwundert, dass das noch immer nicht passiert ist«, erklärte der CDU-Fraktionsvorsitzende Jürgen Knorz.

Finanziert werden soll das Projekt zu 90 Prozent aus Geldern der Hessenkasse. Langgöns erhält in diesem Rahmen 2,2 Millionen Euro vom Land. Der Verkehrsausschuss appelliert daher an den Hauptausschuss der Gemeinde, den Branntweinweg in die Liste der durch die Hessenkasse geförderten Projekte aufzunehmen.

Die Sozialdemokraten plädieren derweil seit Jahren dafür, den Verbindungsweg grundhaft zu sanieren. »Wir befürchten, dass es am Ende nur Flickenschusterei wird«, sagte Heidi Tonhäuser, die auch Ortsvorsteherin in Cleeberg ist.

Aus dem Ortsbeirat Espa waren zustimmende Worte zu der sich abzeichnenden Lösung zu hören. »Wir wollen die kleinste Maßnahme«, sagte Ortsvorsteher Volker Rühl. Bei einem größeren Ausbau sei zu befürchten, dass der Durchgangsverkehr zunehme. »Wenn der Weg im Laufe des Ausbaus gesperrt ist, wird das Espa belasten«, glaubt er. »Sicher werden dann nicht alle über Oberkleen fahren.« Den Bürgern in Espa sei die Anbindung an den Sportplatz wichtig.

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