28. August 2018, 22:22 Uhr

Blick über den Tellerrand

28. August 2018, 22:22 Uhr
Angetan vom Heuchelheimer Waldkindergarten zeigen sich die Mitglieder des Langgönser Sozialausschusses. (Foto: se)

Einen Blick über den Tellerrand wagten am Montagabend Mitglieder des Sozial-, Sport- und Kulturausschusses, die vor einer Beschlussempfehlung für einen Waldkindergarten bestehenden Einrichtungen in Heuchelheim und Linden in Augenschein nahmen und zum Abschluss der kleinen Exkursion dem Waldsportplatz Niederkleen einen Besuch abstatteten.

Die Aussmitglieder, die von Bürgermeister Horst Röhrig, weiteren Mitgliedern des Gemeindevorstandes sowie den beiden Bewerbern um das Bürgermeisteramt, Sabrina Zeaiter und Marius Reusch, begleitet wurden, zeigten sich vor allem von dem seit rund sechs Monaten bestehenden Waldkindergarten im Kinzenbacher Wald angetan.

»Outdoor-Tage« vorgeschlagen

Wie Leiter Michael Gleim berichtete, besteht die Gruppe aus etwa 20 Kindern. Einen Rückzugsraum hat der Waldkindergarten im 1,5 Kilometer entfernten Kindergarten Wiesenstraße, wobei den Erziehern ein Kleinbus zur Verfügung steht. Geöffnet ist die Einrichtung von 7 Uhr bis 15 Uhr. Der Waldkindergarten besteht aus einem auf Pflastersteinen gesetzten Holzhaus, in dem sich die Kinder morgens treffen und sich zum Spielen oder Ähnlichem zurückziehen können. »Das Haus hat 6900 Euro gekostet«, berichtet Gleim nicht ohne Stolz. Allerdings halten sich die Kinder überwiegend im liebevoll hergerichteten Außenbereich auf. Das Häuschen verfügt nicht über einen Stromanschluss, kann aber bei Bedarf durch eine Gasheizung erwärmt werden. Die Notdurft wird auf dem Waldboden verrichtet, wobei ein Sichtschutz aufgestellt ist. Die Gebühren für den Waldkindergarten bewegen sich auf dem gleichen Niveau wie dem der anderen Kindertagesstätten in Heuchelheim.

Anschließend besichtigte die Gruppe den seit acht Jahren bestehenden Waldkindergarten am Tannenwerg in Linden, der sich in Trägerschaft der evangelischen Kirche befindet. Auch hier werden 20 Kinder betreut, wie Leiter Chris Roll berichtete. Rund 30 Meter vom Waldkindergarten entfernt gibt es einen Spielplatz, auf dem ein Tipi errichtet wurde. Im Zentrum des Waldkindergartens steht ein Bauwagen. Auch bei dieser Einrichtung verrichten Kinder und Betreuer ihre Notdurft auf dem Waldboden (Ausgrabung kleiner Löcher, anschließend Zuschüttung). Wie in Heuchelheim wird das Essen durch einen Catering-Service geliefert.

Auf dem Waldsportplatz in Niederkleen, zeigte Jürgen Klein, der Vorsitzende des TSV Niederkleen, den Ausschussmitgliedern das nur noch spärlich genutzte Sportheim, das in den 60er Jahren erbaut worden war. Wie Bürgermeister Röhrig berichtete, gibt es dort erhebliche Probleme mit dem Eichenprozessionsspinner. Er schlug darüber hinaus vor, das Thema, Wald und Natur auch in den bestehenden Kindertagesstätten vermehrt umzusetzen. Er regte dazu an, regelmäßig »Outdoor-Tage« in den Kita-Alltag einzubinden.

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