12. August 2018, 19:37 Uhr

Biologische Vielfalt braucht Lebensräume

12. August 2018, 19:37 Uhr

»Wenn wir Insekten, Vögel und Kleintiere schützen wollen, dann müssen wir ihnen Lebensräume geben.« Das sagte Umweltministerin Priska Hinz, als sie im Rahmen ihrer Sommertour in Lich Feldwege besichtigte, die Raum für biologische Vielfalt bieten. Intensiv landwirtschaftlich genutzte Flächen bieten diesen Tieren meist nicht genug Abwechslung oder Rückzugsräume.

Landkreis Gießen Vorreiter

Doch genau diese Räume könnten meist ohne großen Aufwand geschaffen werden. Landwirte könnten Flächen neben und zwischen ihren Schlägen der Tierwelt überlassen und damit zum Artenschutz beitragen, erklärte die Grünen-Politikerin. Und verwies auf ein Bündnis von Landwirten, Jägern und Umweltschützern, das gemeinsam mit ihrem Ministerium auf die Bedeutung der Wegraine als Lebensräume aufmerksam mache. Ergebnis der Kooperation seien auch praktische Tipps, um diese wichtigen Biotope zu erhalten, aufwerten und weiterzuentwickeln.

Wegen des wirtschaftlichen Drucks auf die Betriebe vergrößerten Landwirte in den zurückliegenden 50 Jahren ihre Ackerfläche immer weiter, führte Hinz in Lich aus. Und fügte wörtlich an: »Wo früher noch Feldwege sowie nicht bewirtschaftete Streifen am Wegesrand waren, wird heute jeder Zentimeter für den Anbau von Ackerkulturen genutzt. Das geht zulasten der biologischen Vielfalt, denn blühende Wegränder und Graswege sind wichtige naturnahe Strukturen in der freien Landschaft.« Blühende Flächen seien Lebensräume für Insekten, aber auch für Feldhasen und Vögel. Auf diese Arten lege das Land ein besonderes Augenmerk: Innerhalb der Naturschutzkampagne wurde das Sonderprogramm »Förderung der Leitarten der Feldflur« aufgelegt. Das Programm soll dem gravierenden Rückgang von Arten wie Feldhamster, Rebhuhn und der Lerche im Offenland entgegenwirken.

Gießen ist der erste hessische Landkreis, der im Rahmen der Biodiversitätsstrategie ein weitergehendes Konzept von Feldwegen und Wegrainen für den Artenschutz entwickelt und in die Umsetzung gebracht hat. Hinz überzeugte sich zusammen mit der Umweltdezernentin des Landkreises, Dr. Christiane Schmahl, davon, wie sich eine ökologische Infrastruktur im Einklang mit der modernen landwirtschaftlichen Nutzung erhalten und verbessern lässt.

Hinz sagte, dass die Mittel für den Naturschutz in dieser Legislaturperiode gegenüber der letzten von 43 auf 68 Millionen Euro erhöht und zahlreiche Programme und Maßnahmen umgesetzt wurden.

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