30. Juli 2018, 21:32 Uhr

Bescheiden und maßvoll

30. Juli 2018, 21:32 Uhr
Enkelin Melanie und ihr ganzer Stolz: Ihre Oma Karoline Stowasser. (Foto: m)

Als Kaiser Wilhelm regierte und an den Ersten Weltkrieg noch niemand dachte, als Fellingshausen 650 Jahre alt war und die dortigen Haushalte gerade an die Elektrizität angeschlossen wurden, da erblickte Karoline Stowasser geb. Waldschmidt das Licht der Welt – vor 105 Jahren. Im AWO-Seniorenzentrum Lohra feierte die gebürtige Fellingshäuserin nun ihr seltenes Wiegenfest. Die Teilnahme am täglichen Leben äußert sich durch Vitalität und einen wachen Verstand, dem auch eine Portion Witz und Humor nicht abhandengekommen sind.

Für ein langes Leben gibt es kein Rezept, das weiß die Altersjubilarin, deren Mutter mit 51 Jahren starb. Was sie immer getragen und gestützt hat und ihr einen tiefen inneren Frieden gibt, das ist ihr Glaube. Sie gehört der Neuapostolischen Gemeinde an. Ein bescheidener und maßvoller Lebenswandel und dennoch dem Leben zugewandt sowie das Festhalten an christlichen Werten und dabei immer auch den Mitmenschen beachtend, prägen ihren Lebensweg. In Urlaub ist sie nie gefahren, dann und wann in früheren Jahren vielleicht mal ein Ausflug mit der Gemeinde, erinnert sie sich.

Am 29. Juli 1913 wurde sie als zweites von drei Geschwistern der Eheleute Heinrich und Karoline Waldschmidt geb. Mattern geboren. Nach der Schulzeit trug sie zum Lebensunterhalt der Familie als Zigarrenarbeiterin bei. 1967 heiratete sie ihren Mann Joseph, der vor 35 Jahren verstarb. »Ich war ein Spätzünder«, merkt sie mit einem schelmischen Lächeln an. Er brachte zwei Kinder mit in die Ehe, derer sich Karoline Stowasser annahm. Geblieben sind drei Enkel und fünf Urenkel, die, wann immer möglich, der alten Damen einen Besuch abstatten. Gerade aber ihre Enkelin Melanie ist häufig bei ihrer Oma, hat sie auch vor gut drei Jahren ins Seniorenheim nach Lohra geholt. Um Haus und Hof in der Wiesenstraße 9 kümmerte sie sich stets mit großer Hingabe und großem Selbstverständnis. Die älteste Fellingshäuserin sah man da oft sonntags mit ihrer inzwischen verstorbenen Nachbarin, Emilie Weber. Beide machten dann ihren Spaziergang, oft bis zum Hotel »Keltentor«, vor dem sie sich auf einer Bank ausruhten und manchmal kam der Kellner mit einer kleinen Erfrischung vorbei. Ein Gläschen Bier zog Karoline Stowasser gerne mal einem Kaffee vor. Doch der Sonntag begann regelmäßig mit dem Besuch des Gottesdienstes.

Ihre Lieben besuchen sie oft und gerne. Selbstverständlich waren sie auch am Ehrentag zahlreich zum Gratulieren gekommen. Unter ihnen mit Charlotte Meier (88) eine der beiden Cousinen sowie die beiden Cousins, Erich Mattern (87) und Friedel Mattern (85). Günter Waldschmidt von der Neuapostolischen Kirchengemeinde Biebertal-Krumbach hatte die kleine Feierstunde arrangiert.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Erster Weltkrieg (1914-1918)
  • Humor
  • Kaiserinnen und Kaiser
  • Stromtechnik
  • Biebertal
  • Lohra
  • Volker Mattern
  • Lädt

    Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 5 + 1: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.