17. Dezember 2018, 05:00 Uhr

Bauboom

Bei Faber&Schnepp sind die Auftragsbücher bis Ende 2019 voll

Der Baubranche boomt. Auch bei Faber&Schnepp laufen die Geschäfte bestens. Die Firma hat deshalb ein neues Bürogebäude gebaut und ist auf Mitarbeitersuche. Ein Problem aber bleibt.
17. Dezember 2018, 05:00 Uhr
Das neue Bürogebäude ist fertiggestellt. (Foto: pm)

Es ist ein beeindruckendes Gebäude, das die Firma Faber&Schnepp in Lang-Göns errichtet hat. Es zeugt von den vielfältigen Nutzungsmöglichkeiten des Architekturbetons. Kein Wunder, schließlich ist der Betonfertigteilebau ein wichtiges Geschäftsfeld des Unternehmens. Da liegt es auf der Hand, dass aus dem eigenen Büroneubau ein Vorzeigeobjekt wurde. 800 Quadratmeter Nutzfläche sind hinzugekommen. Rund vier Millionen Euro hat alles gekostet. Das Projekt ist gleichzeitig auch eine Standortgarantie für Lang-Göns.

Die Erweiterung der Büroräume war dringend nötig. Die Baubranche boomt, die Auftragsbücher sind voll, auch bei Faber&Schnepp. Am Standort Lang-Göns arbeiteten vor der Erweiterung rund 100 Mitarbeiter. Nun werden 20 weitere eingestellt.

Während andernorts über Fachkräftemangel geklagt wird, hat Faber&Schnepp bislang keine Probleme, die Stellen zu besetzen. Weil sich die Verantwortlichen bei Jobmessen wie der »Chance« in Gießen persönlich umschauen und auch an der Technischen Hochschule Mittelhessen präsent sind. »Man muss die Leute heute selbst ansprechen und auf sie zugehen«, sagt Stephan Faber, Geschäftsführer Bereich Straßen- und Tiefbau. Ein wichtiger Baustein im Ingenieurbereich ist die Kombination aus Studium und festem Arbeitsplatz.

 

Alle wollen studieren, wer will noch Bauarbeiter werden?

»Wenn ein guter Mitarbeiter mit zehn oder mehr Jahren Berufserfahrung geht, kann man diesen jedoch nur schwer eins zu eins ersetzen«, sagt Matthias Möll, kaufmännischer Geschäftsführer, mit Blick auf den Arbeitsmarkt. In den vergangenen zwei Jahren sind im gesamten Baugewerbe 100 000 neue Arbeitsplätze entstanden. Da sind gute Leute rar.

Für Firmen wird es immer schwerer, Bauarbeiter zu finden. (Foto: dpa)
Für Firmen wird es immer schwerer, Bauarbeiter zu finden. (Foto: dpa)

Während es bei den Ingenieuren noch keine Engpässe gibt, wird es jedoch immer schwerer, Bauarbeiter zu finden. Dabei hat der Beruf mit dem klassischen Bild vom Steine schleppen und Kies schippen nicht mehr viel gemein. Große Maschinen, Computersteuerung und ausgefeilte Technik spielen mittlerweile eine entscheidende Rolle.

Aber handwerkliche Berufe haben generell ein Problem: »42 Prozent der Leute wollen studieren. Da ist der Bauarbeiterberuf nicht mehr so attraktiv«, sagt Faber. Und das, obwohl die Karrierechancen derzeit so gut wie nie seien.

 

"Zurzeit können wir nur für Stammkunden arbeiten"

Mittlerweile gibt es mehr Aufträge als Kapazitäten bei ausführenden Firmen. Etliche Kommunen bekommen das bereits zu spüren, wenn sich auf Ausschreibungen keine Interessenten mehr melden. Auch bei Faber&Schnepp sind die Auftragsbücher bereits bis Ende 2019 voll. »Zurzeit können wir nur für Stammkunden arbeiten«, sagt Faber. »Eine solche Zeit der Hochkonjunktur haben wir noch nicht erlebt, nicht einmal zur Zeit der Wende.« Da die Stammkunden in schwierigen Zeiten des Marktes dem Unternehmen Aufträge gaben, will man die Treue belohnen.

Ein Ende des Baubooms sei nicht in Sicht, sagt Geschäftsführer Karl-Heinz Redant. »Wie sich der Markt weiterentwickelt, das kann keiner sagen. Aber wirtschaftlich gesehen wird es keine große Delle geben – es sei denn, es passiert weltpolitisch irgendetwas, zum Beispiel auf der Krim.«

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