11. Februar 2018, 18:00 Uhr

Lebenstraum

Beatrice Runkel erfüllt sich einen Traum und reist 13 000 Kilometer durch Italien

Die Pohlheimerin Beatrice Runkel hat sich einen Traum erfüllt. Italien erkunden und mit Jobs die Reise durch das Land finanzieren - das war ihr Plan.
11. Februar 2018, 18:00 Uhr
Beatrice Runkel ging mit 54 Jahren nach Italien. Ein halbes Jahr zog sie von Job zu Job, lernte Land und Leute kennen. (Foto: rge)

Beatrice Runkel hat es getan: Sechs Monate war sie in »bella Italia« unterwegs von Trient in Südtirol über den italienischen Stiefel bis hin in den tiefsten Süden auf die Insel Sizilien.

Allerdings war die Reise anders als erwartet. Heute ist sie um einige Erfahrungen reicher. Andere Länder, andere Menschen, andere Kultur, andere Sitten. Was sie dabei als allein reisende Frau erlebte, hat Runkel nach ihrer Rückkehr in dem Buch »una vita non basta – Einmal Italien und zu mir« unter den Künstlernamen Beatrice Miguel veröffentlicht. Übersetzt heißt das: »Ein Leben ist nicht genug«.

 

Mit Humor und Selbstironie

 

Es ist ein Reise- und Erfahrungsbericht, offen, direkt und mit viel Humor und Selbstironie. Wie sie selbst. Ohne überflüssigen Schnörkel und authentisch.

»Es war eine Reise zu mir selbst und damit zur persönlichen Selbstfindung«, sagt die 54-Jährige. Alles fing mit einem Urlaub in Kalabrien und einem anschließenden Italienischkurs in der Volkshochschule an. Ihre Liebe zum Land wurde dabei immer stärker.

Die beschriebene Lebenskultur des »dolce vita« beeindruckte sie ebenfalls, als Gegenpol zur deutschen Korrektheit. Sieben Jahre lang träumte sie nur, bevor sie mutig entschied: »Das mache ich.«

 

Nur das Wichtigste dabei

 

Im Frühjahr letzten Jahres war es so weit. Ihre vier Kinder waren erwachsen, sie konnte sich die Zeit nehmen. Italien erkunden und dabei unterwegs auch jobben, das war ihr Plan. Vielleicht für immer!?

Im Internet fanden sich genügend Möglichkeiten und Beispiele. Sie packte ihren roten Rucksack mit den wichtigsten Utensilien, die man für unterwegs braucht.

Lediglich ihr finanzielles Budget war bescheiden. So fuhr sie das erste Mal in ihrem Leben mit einem Flixbus von Frankfurt über die Alpen nach Trient. Sie genoss ihren ersten Cappuccino in einer kleinen Bar. Sprachprobleme gab es keine. Die sieben Jahre Volkshochschulkurs und einige Urlaube in Italien hatten sich gelohnt. Die historische Stadt Trient begeisterte sie, und das sollte erst der Anfang sein.

 

Jenseits jeglicher Zivilisation

 

Ihr Traum wurde wahr. Erste Erfahrungen machte sie im täglichen Leben. Über die Internet-Seite workaway.info hatte sie als Freiwillige bei freier Unterkunft und Verpflegung einen Job in der Toskana gefunden.

Sie half im Garten und in den Olivenhainen – und schlief zum ersten Mal in ihrem Leben auf einer Strohmatratze. Weit ab von jeglicher Zivilisation, ohne Anbindung an ein Verkehrsnetz und Internet. Freundlich behandelt wurde sie nicht, und so zog sie einen Schlussstrich. »Ich ging nach nur zwei Nächten.«

Ihre Reise führte sie quer durch Italien. Dabei entdeckte Beatrice Runkel ein widersprüchliches Land. Die Einfachheit im Alltäglichen bis hin zu echter Armut begegneten ihr.

 

Sehnsucht gestillt

 

Auch ihre zweite Jobstation endete damit, dass sie sich nach zwei Wochen kochen, Wäsche waschen, Fenster putzen, Unkraut jäten, Ferienwohnung reinigen oder den Garten neu gestalten verabschiedete. So hatte sie sich ihre Reise nicht vorgestellt.

Mit Bus, Zug, Auto, zu Fuß und zurück im Flugzeug von Palermo legte Runkel insgesamt über 13 000 Kilometer zurück. »Ich liebe diese Menschen«, sagt sie noch heute, aber dort leben? Nein!

Ihre Sehnsucht wurde allerdings gestillt, Frieden hat sie gefunden und Klarheit gewonnen. Ihre Liebe zu Land und Leuten ist lebendig. Ihre Italien-Reise und das nun erschienene Buch waren ein wichtiger Schritt in ihrem Leben. Ein Nachdenken über das, worauf es im Leben ankommt.

Einmal Italien

Das Buch

Die ganze Geschichte ihres Giro d’Italia von Mai bis Oktober 2017 kann man auf 246 Seiten (inklusive Farbbildseiten) miterleben. Beatrice Runkel nimmt den Leser mit auf eine ganz persönliche Reise und bringt einem Italien und Sizilien ein großes Stück näher. Für Gestaltung und Grafik ist eine weitere bekannte Pohlheimerin verantwortlich. Die Grafikerin Eva Saarbourg hat hier ihre ganze Kreativität zum Ausdruck gebracht. Das Buch: »una vita non basta – Einmal Italien und zu mir« von Beatrice Miguel ist im epubli Verlag erschienen. Es ist im Internet und im örtlichen Buchhandel erhältlich.

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