23. Mai 2018, 05:00 Uhr

Lumdatalbahn

Bahn-Reaktivierung: »Das ist ein guter Tag für das Lumdatal«

Lumdatalbahnverein, Grüne und SPD begrüßen die Empfehlung des Landes, mit der Vorplanung zu beginnen. Zwei Bürgermeister warten dagegen auf konkrete Zahlen.
23. Mai 2018, 05:00 Uhr
Auf der verwaisten Bahnstrecke könnten bald wieder Züge rollen. (Foto: Schepp)

Es ist eine Entscheidung, die im Lumdatal schon länger mit Spannung erwartet worden war: Wie die Gießener Allgemeine am Dienstag exklusiv berichtete, empfiehlt das Landesverkehrsministerium dem Landkreis, in die Vorplanung für die umstrittene Reaktivierung der Lumdatalbahn einzusteigen. Die ersten Reaktionen aus dem Landkreis sind überwiegend positiv.

Offensiv für die erneute Nutzung geworben hatte seit Jahren der Verein Lumdatalbahn. Dessen Vorsitzender Manfred Lotz begrüßt die Neuigkeiten aus Wiesbaden. »Das ist der Beginn der Reaktivierung«, äußerte sich Lotz am Dienstag auf Anfrage, »und eine hervorragende Nachricht für den Verein«.

 

"Späte Genugtuung"

Gerade für jene Aktivisten, die sich schon vor der Vereinsgründung 2010/2011 für die Lumdatalbahn eingesetzt hätten, sei das »eine späte Genugtuung«. Nun hoffe er, »dass darauf geachtet wird, den geschätzten Kostenrahmen so einzuhalten«. Bislang sind Kosten von zehn bis elf Millionen Euro im Gespräch.

Auch die Grünen im Kreis begrüßen die Weichenstellung: Die Nachricht sei »ein wahres Geschenk«, teilt der Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Christian Zuckermann, schriftlich mit. Kein anderes Projekt sei »über einen so langen Zeitraum – seit der Außerbetriebnahme bis heute – als grünes Herzensanliegen in allen Wahlprogrammen« Thema gewesen.

Ähnlich äußert sich der Allendorfer SPD-Ortsverein: »Das ist ein guter Tag für das Lumdatal«, schreibt die Vorsitzende Brigitte Heilmann. Die Reaktivierung sei »eine wesentliche Grundlage, um dem demografischen Wandel und somit der Entleerung des ländlichen Raumes etwas entgegenzusetzen«. Man danke vor allem Landrätin Anita Schneider (SPD) für ihren »stetigen Einsatz«.

Schneider erklärte am Abend, »nun können wir das weitere Verfahren zur Reaktivierung der Lumdatalbahn starten«.

 

Warten auf das Gutachten

Sollte am Ende des nun beginnenden Planungsprozesses die Reaktivierung stehen, wäre das für die Kommunen entlang der Gleise eine bedeutende Zäsur. Auch beim Staufenberger Bürgermeister Peter Gefeller (SPD) weckt die Nachricht Hoffnung – allerdings in etwas anderer Hinsicht: »Ich gehe davon aus, dass Staatsminister Al-Wazir aufgrund des Gutachtens entschieden hat und hoffe nun, dass es auch uns bald zur Verfügung steht«, äußert er sich.

Was eine Reaktivierung für die Kommune finanziell bedeuten würde, könne er noch nicht sagen. »Bislang kennen wir eine Power-Point-Präsentation mit ein paar Seiten, das ist ja kein Gutachten. Wir brauchen jetzt nachrechenbare Zahlen«, sagt Gefeller. Auf den von der Kommune erteilten Prüfauftrag habe er vom RMV noch keine Antwort erhalten.

Gefeller hatte wiederholt dafür geworben, auch Alternativen für die Lumdatalbahn zu prüfen und unter anderem eine Schnellbuslinie von Treis bis Gießen ins Gespräch gebracht.

 

Hoffnung auf Begleiteffekte

Auch Thomas Benz (FW), Bürgermeister von Allendorf/Lumda, wartet noch auf gesicherte Zahlen. »Jetzt müsste ermittelt werden, wie man die restlichen 15 Prozent finanziert«, sagt Benz. Grundsätzlich befürworte er aber die Reaktivierung der Bahnstrecke, »das wäre ein Traum«.

Für Allendorf erhoffe er sich positive Effekte auch durch eine mögliche Aufwertung von Grundstückspreisen als Folge der Bahnanbindung.

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