10. September 2018, 22:11 Uhr

Baden wie die Römer

10. September 2018, 22:11 Uhr
Die Übergabe das LEADER-Förderbescheids über 147 000 Euro. (Foto: con)

Baden wie die alten Römer, dass soll bald am Hallenbad in Watzenborn-Steinberg möglich sein: Der Zweckverband Pohlheimer Hallenbad erhielt einen Bewilligungsantrag über LEADER-Mittel in Höhe von 147 000 Euro. Damit will der Verein einen römischen Baderaum einrichten, der dem antiken Vorbild entspricht.

Das Baden diente den alten Römern zur Entspannung und Reinigung und wurde daher regelmäßig praktiziert. Nicht zu vernachlässigen war jedoch auch der gesellschaftliche Aspekt des gemeinsamen Badens, der einen ebenso hohen Stellenwert hatte: In den Thermalbädern traf man sich, tauschte sich aus oder verhandelte über Geschäfte. Selbst zu religiösen Handlungen gaben sich die alten Römer dem Baden hin.

Die Ruinen der in den Jahren 212 bis 216 erbauten Caracalla-Thermen in Rom zeigen noch heute, zu welcher Monumentalität die römischen Badetempel über die Jahrhunderte anwuchsen. Die römische Badekultur wurde mit den Jahren immer weiterentwickelt und verbreitete sich auch über die Grenzen des Reiches hinaus – sogar bis ins Limesgebiet im heutigen Mittelhessen.

Historische Wurzeln der Heimat erleben – so lautet das erklärte Ziel des Projekts. Weiterhin soll damit eine Steigerung des Limestourismus ermöglicht werden. Das Vorbild für den Bau ist das Römerbad im nahe gelegenen Kastell Arnsburg: Direkt an den bestehenden Sauna-Bereich des Hallenbades soll sich in Zukunft ein nach oben offenes Atrium nach römischen Vorbild anschließen, inklusive Tauchbecken und Säulengang. Der Hauptbestandteil des Atriums soll aber ein Baderaum mit Hypocaustum (Bodenheizung) sein. »So soll auch eine Bildungseinrichtung geschaffen werden, die die Hygiene und das tägliche Leben der Römer vorstellt«, erklärte der Vorsitzende des Fördervereins Hallenbad Pohlheim Karl-Rudolf Schön bei der Übergabe des Bescheids.

Die Idee zu dem Projekt entstand bereits vor einigen Jahren, als der Förderverein an Regionalmangerin Anette Kurth herantrat, um sich zu erkundigen, ob man mit den LEADER-Mitteln nicht etwas fürs Pohlheimer Bad tun könne. »Das ging aber leider nicht«, berichtete Schön. »Da kam uns die Idee mit dem Römerbad und über die Verbindung mit dem Limes hat es dann letztlich doch geklappt«. Insgesamt soll das Projekt 269 000 Euro Kosten – die Kommunen Fernwald und Pohlheim beteiligen sich.

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