Podiumsdiskussion

BI-Podiumsdiskussion über geplantes Outlet-Center in Pohlheim in der Nachlese

Rund 250 Besucher informierten sich am Donnerstag bei einer Podiumsdiskussion der BI Garbenteich über das Für und Wider des geplanten Outlet-Centers in Pohlheim. Die Ereignisse in der Nachlese.
10. August 2018, 09:48 Uhr
Rund 250 Besucher sind zur Podiumsdiskussion in die Watzenborn-Steinberger Volkshalle gekommen (Foto: srs)

21.28 Braun bedankt sich bei allen Rednern und beschließt den Abend. Zum Abschluss wird eine Videobotschaft von Ministerpräsident Volker Bouffier gezeigt (https://www.youtube.com/watch?v=-JKd8T84-Lg ).

21.26 Schäfer-Gümbel ist im Wahlkampfmodus: "Hier oben stehen gerade zwei Landtagsabgeordnete, die  nach dem 28. Oktober regieren wollen und die haben sich eindeutig positioniert."

21.18 Gießens OB Grabe-Bolz meldet sich zu Wort. Sie wolle keine Gießener und Pohlheimer Interessen gegeneinander ausspielen. Gießen hatte bereits ein Marktauswirkungsgutachten in Auftrag gegeben. Das Ergebnis: Die Auswirkungen seien massiv, besonders für die Stadt Gießen. "Wir werden das als Stadt und Oberzentrum nicht zulassen und rechtlich dagegen vorgehen, denn wir sind eine Region." Durch solche Entscheidungen dürfe man sich nicht "auseinanderdividieren" lassen.

21.12 Ernst-Ulrich Huster von der Pohlheimer SPD fragt die hessischen Regierungsvertreter, warum es bei einer demokratischen Wahl Neinver gestattet sei, die Kosten für den Bürgerentscheid zu übernehmen. Goldbach und Schäfer-Gümbel kündigen an, das zu prüfen. 

21.10 Bappert erklärt, warum sich die Bürgerinitiative für die Abstimmung eingesetzt hat: Über ein Projekt dieser Dimension müsse der Bürger entscheiden.

21.08 Wenn Schäfer Gümbel Aspekte erkennen könne, dass ein FOC Vorteile für die Region hätte, würde er sich  hinsichtlich eines Abweichungsverfahrens öffnen, sagt er. "Aber das sehe ich einfach nicht." 

21.06 Die ersten Besucher verlassen den Saal.

21.00 Sechs bis neun Monate Vorbereitung benötige ein ordentlich gemachtes Verträglichkeitsgutachten, sagt Sommer. "In Zweibrücken hat der größte Intersport-Händler tatsächlich geschlossen. Jeder Unternehmer ist aber auch nur so gut, wie aktiv er ist", sagt Sommer. Das sei der einzige Fakt, dort habe es die einzige Auswirkung auf den örtlichen Handel gegeben.

20.56 Braun begrüßt Gerhard Schwemm auf der Bühne, der bei den Duisburger Outlet-Gegnern im vergangen Jahr aktiv war. 

20.52 Schäfer-Gümbel findet keines der Argumente für eine Abweichung vom Regionalplan überzeugend. "Ich will es offen und klar sagen: Ich verstehe Ihre Interessenslage, aber sparen Sie sich die Kosten für die Gutachten", sagt Schäfer-Gümbel zu Sommer. Er sieht keine Chancen für das Outlet.

20.46 Goldbach fragt Sommer, wer überhaupt FOCs brauche. Antwort Sommer: "Die Marken, die Hersteller brauchen FOCs." Er widerspricht Eberts Argument, dass die Hersteller extra für Outlets produzieren würden. "Hersteller brauchen etwa bei Überproduktion eine Möglichkeit, die Überschüsse kontrolliert abzuverkaufen." Die Outlet-Ware stehe außerdem unter starker Kontrolle.

20.44 Goldbach verteidigt gegenüber dem Chef des Outlet-Investors Neinver, Sebastian Sommer, die bisherige Diskussion: "Alles, was wir heute Abend gehört haben, war sehr sachlich." 

20.41 14 Outlets betreibt Neinver gerade in Deutschland. Es blieben bundesweit nur noch drei Standorte, einer davon in Mittelhessen, die sich dafür anbieten würden, sagt Sommer.

20.39 "Wenn man sich auf den Weg macht, Gutachten in Auftrag zu geben, dann kann man die Diskussion versachlichen", sagt Sommer. Das ist ohne einen positiven Bürgerentscheid nicht möglich.

20.35 Sommer vom Outlet-Investor Neinver stellt sich vor: "Wir sind die, die dieses Teufelswerk machen." Er bemängelt den bisherigen Verlauf der Diskussion. "Das was ich heute gesehen habe, entbehrt jeglicher Sachlichkeit." Er kennt das Vorgehen des Bürgerentscheids allzu gut, er hatte im vergangenen Jahr in Duisburg ein ähnliches Programm. "Wir haben 49 zu 51 Prozent verloren."

20.34 Es geht weiter: Die Redner stellen sich etwa eine Stunde der Diskussion mit dem Publikum. Investor und Neinver-Deutschland-Chef Sebastian Sommer ist nun mit dabei, außerdem Goldbach, Schäfer-Gümbel und Bappert.

20.29 Jetzt ist Pause. Danach soll sich die Diskussion mit den Bürgern anschließen.

20.25 Schäfer-Gümbel schießt gegen Pohlheims Bürgermeister Udo Schöffmann. Befürworter und Gegner seien in den vergangenen Diskussionen beide nicht fair gewesen. "Ich war sehr befremdet, als mich Bappert darüber informiert hat, dass sowohl der Investor, als auch der Bürgermeister dem Vorsitzenden der BI gesagt haben, dass sie mich wieder ausladen sollen." Dass sich "ein demokratisch gewählter Bürgermeister so verhält", sei ihm völlig unverständlich.

20.21 Der hessische Wirtschaftsminister, Tarek Al-Wazir, habe Schäfer-Gümbel schriftlich mitgeteilt, dass das FOC nicht genehmigungsfähig ist. Zu 100 Prozent, ist er sich sicher, werde das FOC von der Landesregierung nicht unterstützt. "Kein FOC in Pohlheim. Und wir sollten alle Kraft darauf richten, dass es auch nicht kommt."

20.17 Der entscheidende Punkt müsse eine Gesamtabwägung nicht nur für den betroffenen Ort, sondern für die gesamte Region sein. "Ein FOC ist überflüssig und die falsche Entscheidung, weil es nicht zum Nutzen der ganzen Region ist", sagt Schäfer-Gümbel.

20.17 Braun begrüßt Schäfer-Gümbel als nächsten Redner.

20.15 Es sind, der Lautstärke des Applauses nach zu urteilen, fast nur Outlet-Gegner anwesend.

20.13 Ebert zeigt Fotos von verlassenen Innenstädten und leere Läden in Mittelhessen. "Neue Tempel werden geschaffen, Innenstädte werden verlassen", sagt er.

20.11 "Ein FOC vernichtet mehr Arbeitsplätze, als es welche schafft", sagt Ebert und erntet Applaus.

20.03 Ebert erhält viel Applaus für die Aussage, dass die Galerie Neustädter Tor in Gießen eine massive Fehlinvestition war. "Gewinner ist ausnahmslos immer nur der Investor bei solchen Projekten", sagt Ebert hinsichtlich des FOCs. Sie würden gebaut, kurz danach wieder verlassen, ohne Bezug zur Region.

19.58 Ebert ist Mitinitiator der umstrittenen Anti-FOC-Kampagne "Jetzt zum Outletpreis: Lebensqualität radikal reduziert" in Gießen. Er spricht davon, dass in Outlet-Centern "Etiketten-Schwindel" betrieben werde. Dass es sich dort nicht um qualitativ hochwertige Markenmode handele, sondern um eigens für diesen Vertriebsweg produzierte Ware.

19.54 Thorsten Schäfer-Gümbel, Vorsitzender der Hessen-SPD, ist nun auch in der Volkshalle angekommen.

19.53 Braun begrüßt den nächsten Redner: Heinz-Jörg Ebert, Vorsitzender des BID-Seltersweg in Gießen.

19.50 Lißmanns Vortrag kommt nach gut 15 Minuten zum eigentlichen Thema. "Wir sollten die Fläche in Garbenteich lieber für die Agrarproduktion zur Verfügung stellen und nicht für ein Outlet-Center", sagt er. Als schlechtes Beispiel für Flächenversiegelung bringt er den Kasseler Flughafen. "Langfristig kommt es nicht darauf an, ein möglichst billiges T-Shirt zu erwerben, sondern unsere Erde als Lebensstandort für zukünftige Generationen zu erhalten", sagt er.

19.43 Im Publikum sitzt neben Pohlheimer Stadtpolitikern auch Gießens Oberbürgermeisterin Dietlind Grabe-Bolz.

19.34 Lißmann beschäftigt sich in seiner Rede nicht mit den wirtschaftlichen Auswirkungen eines FOC, sondern mit der Versiegelung von Kulturlandschaften.

19.32 Braun begrüßt den nächsten Redner: Dr. Günther Lißmann, Sachverständiger beim Regierungspräsidium in Kassel.

19.21 Goldbach geht zunächst auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen ein. "Der geplante Bundesautobahnanschluss ist Bundessache", erklärt sie. Es sei unwahrscheinlich, dass die Bundesbehörde den Anschluss bewilligen würde. Unter anderem, weil in der Nähe bereits Anschlüsse für den Fernverkehr bestehen. Auch der Landesentwicklungsplan sehe im geplanten Bereich in Garbenteich keine Genehmigung für ein Factory-Outlet-Center (FOC) vor. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für sie die Umweltverträglichkeit. Ein FOC stehe im Gegensatz zu nachhaltigem Konsum. 

19.17 Braun stellt sich vor und begrüßt die erste Rednerin, Eva Goldbach, Landtagsabgeordnete der Grünen.

19.14 Der Vorsitzende der Bürgerinitiative, Olaf Bappert, eröffnet den Diskussionsabend und stellt den Moderator des Abends, Joachim Braun, ehemaliger Chefredakteur der Frankfurter Neuen Presse, vor.

 

 

 

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