24. September 2018, 18:30 Uhr

Schlaglöcher

Auf diesen Straßen im Kreis Gießen wird es für Radler kritisch

Was Autofahrer kaum spüren, kann für Radler gefährlich werden: Schlaglöcher und Risse bringen Fahrradfahrer schnell ins Schleudern. Wer ist zuständig, was wird getan? Ausgewählte Beispiele.
24. September 2018, 18:30 Uhr
Seit einigen Jahren schon drücken Wurzeln den Teer des Radwegs nahe Krofdorf-Gleiberg hoch. Schilder warnen vor den Schäden. Im Herbst soll repariert werden. (Foto: so)

Wer mit dem Fahrrad im Kreis unterwegs ist, der wechselt mitunter den Zuständigkeitsbereich, ohne es zu merken: Es gibt Landes- und Kreisstraßen, die bei Radfahrern beliebt sind, aber auch Pisten in kommunaler Hoheit, darunter Feld- und Wirtschaftswege. Ob schmaler Weg oder asphaltierte Straße: Für Radler sind Schotter- und Buckelpisten ärgerlich oder gar gefährlich, ganz egal, in wessen Verantwortung sie liegen. Davon gibt es etliche im Gießener Land. Wir haben den Stand bei ausgewählten Abschnitten abgefragt:

 

Kreisstraße 28, Brückenabschnitt zwischen Gießen-West und Launsbach: Die Strecke sorgt bei Radfahrern schon seit einiger Zeit für Unmut. Sie ist von Autos stark befahren, wird aber auch von radelnden Berufs- und Schulpendlern genutzt. Radfahrer müssen an der Stelle entweder den schmalen Gehweg benutzen oder die K 28 selbst. Schlaglöcher und Risse verschärfen die Situation noch.

Doch laut Kreisbaudezernentin Christiane Schmahl dürfte sich daran vorerst nichts ändern: Denkbare Lösungen seien zu teuer, und da »uns weiterhin keine Unfälle mit Radfahrern bekannt sind und ein kleiner zumutbarer Umweg existiert, werden wir hier in absehbarer Zeit kein Geld in die Hand nehmen«. Im Rahmen eines Vertrages beseitige die dem Land zugeordnete Straßenmeisterei Schlaglöcher, nicht der Kreis selbst.

 

Landesstraße 3093, Abschnitt Wißmar, Rutterhausen, Fronhausen: Dort gibt es Löcher am Fahrbahnrand, die Bankette ist brüchig. »Bis zum Jahr 2022 wird es von Seiten des Landes keine Erneuerung der Landesstraße auf diesem Streckenabschnitt geben«, da dieser nicht als »Vorhaben des vordringlichen Bedarfs« eingestuft werde, äußert sich Hessen Mobil. Mehr als ein Fünftel des Landesstraßennetzes sei in einem »sehr schlechten Zustand«, bis 2022 sollen dafür nahezu 400 Millionen Euro investiert werden. Doch man müsse Prioritäten setzen, ein schlechter Ist-Zustand führe »nicht automatisch zu einer hohen Dringlichkeit«. Trotzdem behalte die Straßenmeisterei auch diesen Abschnitt »immer im Blick«.

 

Kommunaler Feldweg zwischen Grünberg und Göbelnrod, direkt an der Bahntrasse: Wie der Grünberger Bürgermeister Frank Ide mitteilt, plant die Stadt, den »sicherlich schlechten Feldweg« zu einem Rad- und Wirtschaftsweg auszubauen. Rund 800 000 Euro sollen dafür investiert werden. Ide weiter: »Die Planungen sind fertig, die Mittel stehen im Haushalt bereit, ein Förderantrag wurde Anfang des Jahres eingereicht. Leider kann die Baumaßnahme erst nach Übergabe des Förderbescheides beginnen – und der fehlt leider noch.«

 

Radweg in der Gemarkung Krofdorf-Gleiberg, unterhalb der Zufahrt zum Gewerbepark West: »Bei den Schäden handelt es sich um Aufwerfungen mit Rissbildung im Asphalt des Radweges. Im betroffenen Abschnitt ist durch Beschilderung der Hinweis auf Straßenschäden erfolgt«, informiert Thomas Brunner, Bürgermeister von Wettenberg. Zuständig sei die Straßenmeisterei Alten- Buseck. »Wir konnten dort in Erfahrung bringen, dass im Oktober Asphaltsanierungen vorgesehen sind und dann der Schaden im Bereich des Radweges behoben werden soll«, sagt Brunner. Ein genauer Termin sei aber »noch nicht verbindlich absehbar«.

 

Waldhausstraße (Kreisstraße 394) zwischen Krofdorf-Gleiberg und Salzböden: Der miserable Zustand samt vieler Schlaglöcher dieser auch von Radlern genutzten Strecke ist schon länger bekannt. Bislang ist der Kreis dafür verantwortlich, strebt aber an, die Straße herunterstufen zu lassen. Dann wären die Kommunen Wettenberg und Lollar zuständig. Wie bewertet Kreisbaudezernentin Schmahl den aktuellen Stand?

»Für den gesamten Streckenverlauf wurde ein Abstufungsverfahren über Hessen Mobil in die Wege geleitet. Das Verfahren läuft noch.« Zurzeit gibt es offenbar keine konkreten Planungen seitens des Landkreises, die Straßenschäden zu beheben. Eine Abstufung einzelner Etappen in unterschiedliche Kategorien sei denkbar – etwa zur Gemeindestraße, zum Wald- oder Forstweg: »Der Umfang der baulichen Maßnahmen richtet sich später nach der Art der Abstufung. Vor diesem Hintergrund finden vor Abschluss des Verfahrens keine baulichen Maßnahmen statt.«

 

Waldweg zwischen Allendorf und Ilschhausen (Gemeinde Ebsdorfergrund): Die Strecke unterhalb des Ausflugslokals »Zum Schwarzen Mann« ist wegen tiefer Schlaglöcher für Radler gefährlich. Allendorfs Bürgermeister Thomas Benz weiß um den schadhaften Zustand, ein Grund dafür sei die Nutzung durch land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Man sei bestrebt, stets nachzubessern. Benz: »Das ist ein laufender Prozess, und wenn eine Stelle erledigt ist, kommt die nächste.« Die Arbeit dürfte Land, Kreis und Kommunen in diesem Bereich so schnell nicht ausgehen.

Schlagworte in diesem Artikel

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen

Kommentar schreiben - Ihre Meinung zum Thema ist gefragt


Kommentare werden erst nach einer Prüfung durch die Redaktion veröffentlicht. Bitte beachten Sie die Netiquette sowie die Hinweise nach dem Absenden Ihres Beitrags.


Überschrift
Meine Meinung





Sie haben noch kein Login? Jetzt kostenlos registrieren.

Registrieren Sie sich kostenlos um Ihren Kommentar abzuschließen:

Wir garantieren Ihnen, dass alle persönlichen Daten nur beim Verlag intern verwendet werden und nicht ohne Zustimmung an Dritte weitergegeben werden.


Bitte beantworten Sie noch die folgende Sicherheitsfrage:
Wieviel ist 12 x 2: 




Sie sind bereits registriert? Zurück zum Login.