11. Januar 2019, 21:41 Uhr

Appetit auf flüssiges Gold

11. Januar 2019, 21:41 Uhr
Hinter dem Honig-Frühstück stecken fleißige Bienen. Aber die sind hierzulande immer stärker bedroht, warnt die Agrar-Gewerkschaft IG BAU. (Foto: pm)

Die jüngsten Zahlen sind zwar von 2017, beeindruckend aber sind sie allemal: 304 Tonnen Honig verspeisten die Menschen im Landkreis Gießen im Jahr 2017 – rein statistisch. Auf diesen Appetit auf flüssiges Gold macht die IG Bauen–Agrar–Umwelt (IG BAU) aufmerksam. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf Angaben der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Danach lag der Pro-Kopf-Verbrauch mit 1,1 Kilo bei gut zwei Gläsern Honig im Jahr.

Mit Sorge beobachtet die IG BAU Mittelhessen jedoch das Bienensterben, das den Imkern in der Region zunehmend zu schaffen mache. »Dafür ist auch die industrielle Landwirtschaft verantwortlich. Monokulturen und Pestizide lassen den Bienen immer weniger Lebensräume«, sagt Bezirksvorsitzende Doris Hammes. Gefährlich sei insbesondere das Pflanzenschutzmittel Glyphosat. Laut einer Studie greife es die Darmflora der Bienen an und ist einer der Hauptgründe für den massiven Rückgang der Bienenvölker. Die IG BAU fordert auch deshalb ein Verbot von Glyphosat.

Verbrauch nimmt zu

»Wenn wir in Zukunft überhaupt noch heimischen Honig essen wollen, dann muss es ein Umdenken geben – mehr Vielfalt und weniger Einsatz von Chemie«, fordert Hammes. Laut Statistik wird schon jetzt der Großteil des in Deutschland gegessenen Honigs importiert – insbesondere aus Argentinien, Mexiko und der Ukraine. Dabei steht die Bundesrepublik beim Honigverzehr weltweit an der Spitze. Allein zwischen 2016 und 2017 nahm der Verbrauch nach Angaben der BLE um 15 Prozent zu.

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