26. August 2018, 19:58 Uhr

Angeklagter bereits wegen Waffenbesitzes verurteilt

26. August 2018, 19:58 Uhr
Ein 42-Jähriger soll in Pohlheim zahlreiche Waffen gehortet haben. Dafür muss er sich vor einem Schöffengericht verantworten.

Der Verdacht hat es in sich: Ein 42-Jähriger soll in einer Pohlheimer Wohnung oder in den dazugehörigen Kellerräumen jede Menge Waffen unterschiedlicher Art gehortet haben. Damit habe er gegen das Waffengesetz beziehungsweise Kriegswaffenkontrollgesetz verstoßen. Staatsanwältin Gesine Ritsch brauchte jedenfalls eine gewisse Zeit, die Liste der gefundenen Waffen aufzuführen: Schusswaffen, Schreckschusspistolen, Messer, Signalrevolver (unter anderem der Marke »Little Joe«), Samuraischwerter, Sturmgewehre, eine Armbrust mit Köcher und eine Fallschirmsignalrakete. Auch mehrere hundert Kartuschen, zum Teil mit scharfer Munition, wurden sichergestellt. Ein Teil der aufgeführten Gegenstände befand sich in Umzugskartons. Nun steht der Mann wegen illegalen Waffenbesitzes und Verstoßes gegen das Kriegswaffenkontrollgesetz vor dem Schöffengericht des Amtsgerichtes Gießen unter dem Vorsitz des Richters Jürgen Seichter.

Dabei entbehrt der Fall in mehrerer Hinsicht nicht der Pikanterie. So ist der in Butzbach wohnende Angeklagte einschlägig vorbestraft. Er wurde 2014 vom Amtsgericht Bad Homburg wegen unerlaubten Waffenbesitzes und knapp zwei Jahre später vom Amtsgericht Frankfurt wegen eines gleich gelagerten Deliktes zu Bewährungsstrafen verurteilt. Ihm war danach der Besitz jeglicher Waffen untersagt worden. Gegen diese Auflage hat er nun laut Anklage verstoßen.

Auslöser der Durchsuchung am 1. November 2016 war ein Anruf eines Mitbewohners, der früher mit der neuen Partnerin des Angeklagten liiert war und am ersten Verhandlungstag aussagte, dass er aus Rache die Polizei informiert habe. Ihm sei bekannt gewesen, dass der Angeklagte keine Waffen halten dürfe. »Ich wollte ihm eins auswischen«, sagte der Zeuge vor Gericht. Dabei habe er dem Angeklagten ein Gewehr und die dazugehörige Munition untergeschoben.

Kooperativ und auskunftsfreudig

Die Polizeibeamten, die die Hausdurchsuchung vorgenommen hatten, berichteten, dass der Anrufer seinerzeit alkoholisiert gewesen sei und wohl nach einem Streit mit seinem Mitbewohner die Beamten über den Waffenbesitz informiert habe. Am Tag nach dem Anruf relativierte der Mitbewohner seine Aussage und sagte, dass ihm ein Teil der Waffen gehöre. Vor Gericht wirkten seine Aussagen nicht immer schlüssig, sodass die Staatsanwältin diesen Zeugen daran erinnerte, die Wahrheit sagen zu müssen. Der Aussage des Mitbewohners habe der Beschuldigte aber widersprochen, teilten die Ermittler mit, die den Angeklagten als »ausgesprochen kooperativ« und auskunftsfreudig bezeichneten.

Weder am ersten noch am zweiten Verhandlungstag konnte jedoch geklärt werden, warum die sichergestellten Waffen aus der ersten Verurteilung dem Angeklagten wieder ausgehändigt wurden. Ein mit einer Vollmacht des Angeklagten ausgestatteter Freund konnte die Waffen ohne Probleme in Empfang nehmen. Allerdings liegen noch nicht alle Unterlagen vor, sodass ein weiterer Verhandlungstag anberaumt wurde.

Verteidigerin Olivia Ulbrich hatte bereits am ersten Verhandlungstag den Antrag gestellt, das Verfahren einzustellen, da ihr Mandant wegen des Besitzes derselben Waffen bereits verurteilt worden sei. Doch mit diesem Antrag konnte sie sich nicht durchsetzen. (Symbolfoto: sha)

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