Wo kann in den Wettenberg-Dörfern bezahlbarer und altersgerechter Wohnraum geschaffen werden? Das Thema treibt die Kommunalpolitiker in den Gemeinde nahe Gießen schon länger um – wobei dezidiert nicht von sozialem Wohnungsbau die Rede ist, sondern angesichts der unverändert hohen Immobilienpreise »Normalverdiener« als Zielgruppe im Fokus sind. Denn beispielsweise für Erzieherinnen, Krankenpfleger oder etwa Handwerksgesellen ist erschwinglicher Wohnraum auch und gerade in Wettenberg Mangelware. Es werden immer höhere Preise für Eigentums- und Mietwohnungen aufgerufen, ohne dass die Einkommensentwicklung mithalten kann. Und auch für den Bau klassischer Einfamilienhäuser sind die Wettenberg-Dörfer ein begehrter, und daher nicht unbedingt günstiger Standort im Gießener Speckgürtel, wie die Bautätigkeit der vergangenen Jahre zeigt (im Foto oben die klassischen Einfamilienhaus-Viertel Kronzenborner Weg und Baumäcker im Krofdorfer Norden).

Im Rahmen ihrer Reihe »SPD on Tour« haben Sozialdemokraten potenzielle Flächen in Augenschein genommen. »Wettenberg ist eine attraktive Kommune, aber die privaten Projektentwickler stellen vor allem höherpreisige Objekte bereit, mit denen sich mehr verdienen lässt«, hieß es in der Runde. Daher sieht die SPD die Kommune gefordert, in die Bresche zu springen und unter Einsatz kommunaler Möglichkeiten bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Zudem wächst der Bedarf an altersgerechten Wohnungen. Im Rahmen ihrer Möglichkeiten sollte die Gemeinde daher darauf einwirken, dass neu entstehende Wohnungen auch für ältere Mitbürger gut nutzbar, weil barrierefrei, gebaut werden.

Studie zum Seegarten

Die Rundfahrt sollte der Bestandsaufnahme dienen, wie und wo in Wettenberg geeignete Flächen erschlossen werden können. Stationen waren die am Ortseingang von Krofdorf gelegene Fläche »Seegarten« gegenüber der Seemühle, für die die Gemeindevertretung eine Machbarkeitsstudie zur Entwicklung als Bauland in Auftrag gegeben hat. Wenn diese Studie vorliegt, soll weiter beraten und entschieden werden.

Im Blick sind zudem eine Fläche im Krofdorfer Norden und das nicht mehr genutzte Areal der ehem. Gärtnerei Leib nahe der Rodheimer Straße. Dort beklagten die Sozialdemokraten, es sei »ein unglücklicher Zustand, wenn innerhalb der bestehenden Bebauung Flächen brachliegen, die für Wohnbebauung genutzt werden könnten«. Bei solchen Arealen soll mit den Eigentümern über Möglichkeiten zum Schaffen von Wohnraum gesprochen werden. In Wißmar begutachtete man das Gelände des ehemaligen Kindergartens »Am Weinberg« und weitere Grundstücke in der Ortsmitte. Beim Besuch am Weinberg waren sich die Genossen einig: Auf dieser gemeindlichen Fläche soll rasch eine Bebauung möglich werden, die sich in die umliegenden Gebäude einfügt. Als mögliche Vorgehensweise wurde ein Ideenwettbewerb mit mehreren Projektentwicklern diskutiert, und zwar mit Vorgaben zur altengerechten Ausstattung und zu Mietpreisen. Fazit der Sozialdemokraten um Fraktionsvorsitzenden Ulrich Ellinghaus: Die Gemeinde Wettenberg hat einige Optionen, um die Schaffung von bezahlbarem und altersgerechtem Wohnraum anzustoßen. (pm, so/Foto: so)

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