19. Mai 2018, 09:00 Uhr

AfD-Frau Sylke Schäfer aus dem Kirchenvorstand ausgeschlossen

Nach dem Kirchenvorstand hat auch der Dekanatssynodalvorstand beschlossen, der AfD-Frau Sylke Schäfer das Amt als Kirchenvorsteherin abzuerkennen. Grund dafür ist ein Vertrauensbruch.
19. Mai 2018, 09:00 Uhr

Aus der Redaktion , 8 Kommentare
(Symbolfoto: dpa)

Der Dekanatssynodalvorstand des evangelischen Dekanats Kirchberg hat am Donnerstag einstimmig beschlossen, Sylke Schäfer das Amt als Kirchenvorsteherin in Allendorf mit sofortiger Wirkung abzuerkennen.

Damit stellt sich der Dekanatssynodalvorstand hinter den Allendorfer Kirchenvorstand, der am 2. Mai dieses Verfahren angestoßen hat.

Hintergrund ist ein Konflikt zwischen Schäfer und der Kirchengemeinde, ausgelöst durch Schäfers politisches Engagement in der AfD und der in Folge gestörten Kommunikation.

Dekanatssprecherin Dr: Angela Stender spricht von einem » Verfahren wegen Ungedeihlichkeit in der Zusammenarbeit« unter Bezug auf Paragraph 51 der Kirchengemeindeordnung. Der Synodalvorstand hat Schäfer am Donnerstag nach Auskunft von Stender noch einmal über eine halbe Stunde angehört und sich dann beraten.

»Nach dieser Anhörung kommt der DSV zu dem Schluss, dass der Kirchenvorstand die Ungedeihlichkeit einer zukünftigen Zusammenarbeit mit Frau Schäfer gut nachvollziehbar begründet hat«, sagt Stender. Die Anhörung sei vertraulich; Schäfer habe zugestimmt, die Vertraulichkeit einzuhalten.

Sylke Schäfer zeigte sich am Freitag in einer ersten Reaktion sehr enttäuscht und wollte dies nicht ad hoc weiter kommentieren: »Ich muss das erst mal sacken lassen«

 

Einspruch bei Kirchenleitung möglich

 

Schäfer war im März 2016 in den Kirchenvorstand nachberufen worden. Sie wird in den nächsten Tagen eine schriftliche Begründung erhalten und hat die Möglichkeit, dem Beschluss zu widersprechen und binnen vier Wochen Einspruch bei der Kirchenleitung einzulegen.

Schäfers Dienst als Lektorin ist von diesem Beschluss nicht berührt.

»Ich bedaure die Entwicklung der letzten Wochen«, sagt Dekan Hans Theo Daum. Schäfer und die Kirchenvorstandsmitglieder in Allendorf/Lumda habe ein besonderes Vertrauensverhältnis verbunden. Denn Schäfer sei keine gewählte Kirchenvorsteherin, sondern von ihren Kirchenvorstandskollegen vor zwei Jahren in ihren Kreis berufen worden. Das sei Zeichen einer hohen Wertschätzung und großen Vertrauen.

Daum: »Dass der Kirchenvorstand vor kurzem in mehr als 13 000 von Frau Schäfer und ihren Parteifreunden in der Region verteilten Flugblättern öffentlich angegriffen und an den Pranger gestellt wird, empfinden die Betroffenen verständlicherweise nicht nur als Enttäuschung, sondern auch als Vertrauensbruch«.

 

Solidarität für Gemeindepfarrer

 

Dass Sylke Schäfer beleidigende und herabwürdigende Inhalte auf ihrer Facebook-Seite dulde oder gar gutheiße, könne man ihr nicht verbieten. Aber ein solches Verhalten ist aus Daums Sicht »keine Basis für eine gedeihliche Zusammenarbeit«.

Einzig die Einschätzung, ob eine gedeihliche Zusammenarbeit auch in Zukunft zum Wohl der Kirchengemeinde möglich und wahrscheinlich ist, sei Grundlage der Entscheidung des Dekanatssynodalvorstands, die er voll und ganz unterstütze.

Zudem versichert er die Gemeindepfarrer Stefan Schröder, Andreas Lenz und Thomas Leimbach der Solidarität ihrer Kollegen im Dekanat Kirchberg.

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