03. Mai 2018, 18:52 Uhr

AfD & Kirche

AfD-Frau Schäfer droht Verlust des Kirchenvorstands-Amts

Der Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Allendorf hat ein Verfahren angestoßen, um Schäfers Mitarbeit und Mitgliedschaft im Kirchenvorstand zu beenden.
03. Mai 2018, 18:52 Uhr
Foto: dpa)

Allendorf (so). Der Vorstand der evangelischen Kirchengemeinde Allendorf hat am Mittwoch ein Gespräch mit Sylke Schäfer geführt und sich danach mehrheitlich dafür entschieden, ein Verfahren anzustoßen, um Schäfers Mitarbeit und Mitgliedschaft im Kirchenvorstand zu beenden. Das hat die Pressesprecherin der Dekanate Grünberg, Hungen und Kirchberg, Dr. Angela Stender, am Donnerstag bestätigt. Schäfer ist seit 2016 Mitglied des Allendorfer Kirchenvorstands.

Hintergrund ist ein Dissens zwischen Kirchenvorstand und Schäfer, ausgelöst durch deren politische Neuorientierung: Die Allendorferin ist seit einigen Monaten Mitglied der AfD, ist dort zudem im Ortsverband Gießen Nord in Führungsposition. Nicht die AfD-Mitgliedschaft an sich steht bei der Kirche im Vordergrund, ist aus Kirchenkreisen zu vernehmen, sondern die Art und Weise, in der dies im Lumdatal im öffentlichen Raum diskutiert und kommentiert wurde und wird, insbesondere auf Flugblättern und mit Facebook-Postings.

Eingeleitet hat der Kirchenvorstand ein Verfahren zu »Verlust und Aberkennung des Amtes« nach Paragraf 51 der Kirchengemeindeordnung. Dies kann u.a. geschehen, »wenn ein gedeihliches Zusammenwirken im Kirchenvorstand nicht mehr gewährleistet ist«.

Entscheidung am 17. Mai?

Der Aberkennung des Kirchenvorstandsamtes geht ein Anhören der Betroffenen und des Kirchenvorstands durch den Dekanatssynodalvorstand voraus: Erst der Synodalvorstand kann eine solche Entscheidung treffen.

Ein erster Schritt war am Mittwoch eine Anhörung Schäfers von 15 Minuten im Evangelischen Gemeindehaus. Begleitet wurde diese Sitzung der Kirche von rund 25 bis 30 AfD-Anhängern und Freunden von Schäfer, die sich dort zu einer »Mahnwache vor der #faschistischen Kirchengemeinde#Allendorf#Lumda« eingefunden hatten, wie  es in einem Facebook-Post heißt. Und weiter: »Wir stehen mit und zu Sylke Schäfer« Schäfer wurde auch gefragt, ob sie auf das Amt als Kirchenvorsteherin verzichten wolle. Dies bestätigten gestern beide Seiten.

Sylke Schäfer verlas in der Anhörung eine Erklärung, in der sie ihre Position darlegte, und verwies dabei auf Artikel 3, Absatz 3 des Grundgesetzes: »Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.«. In diesem Grundrecht sieht sich Schäfer verletzt.

So geht es weiter

Wie geht es nun weiter? Der Dekanatssynodalvorstand der Kirche, der das Verfahren und die Begründung der Kirchengmeinde prüft, wird voraussichtlich am 17. Mai über die Aberkennung des Amtes mit sofortiger Wirkung entscheiden. Dort wird Schäfer, so kündigte sie gestern an, ihre Position in der Anhörung erneut darlegen

Gegen diese Entscheidung des Dekanatssynodalvorstands kann Schäfer Rechtsmittel einlegen. Dann würde das Verfahren der Leitung der Landeskirche in Darmstadt vorgelegt. Ein solches Verfahren gab es bisher in der Evangelischen Kirche zu Hessen und Nassau noch nicht, bestätigt Dekanatssprecherin Stender.

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