09. September 2018, 18:00 Uhr

Schuljubiläum

50 Jahre gelebte Toleranz und Weltoffenheit

Die Clemens-Brenatano-Europaschule feiert ihr 50-jähriges Bestehen. In dieser Zeitspanne gab es eine Krise zu bewältigen. 2001 wurde die Schule zur Europaschule.
09. September 2018, 18:00 Uhr

Hell, lichtdurchflutet und modern – so präsentierte sich die heutige Clemens-Brentano-Europaschule (CBES) bei ihrer Eröffnung im Jahre 1968. »Wie müssen sich die Schüler, die damals aus den Dörfern kamen, gefühlt haben, als sie hier in diese Schule kamen?«, fragte sich am Freitag Schulleiter Andrej Keller im Rahmen des Festakts zum 50. Schuljubiläum.

50 Jahre Clemens-Brentano-Europaschule, das heißt auch 50 Jahre Toleranz und Weltoffenheit: »Das bunte Zusammenleben verschiedener Menschen mit unterschiedlicher kultureller Prägung wird hier seit 50 Jahren gelebt«, sagte Keller weiter.

 

Wende dank Hans Kammler

 

Und auch über die neuen Medien wurde zur Eröffnung 1968 bereits nachgedacht: Es wurde überlegt, ein oder zwei Fernsehgeräte für die Schule anzuschaffen. Und die neue Schule zeigte sich bereits zu ihrem zehnten Geburtstag als voller Erfolg: 1978 waren bereits 950 Schüler in der damaligen Mittelpunktschule.

Die große Schulkrise folgte dann aber schon auf dem Fuß: Die Schülerzahlen sanken – im Jahr 1986 waren gerade noch 580 Schüler auf der Schule, überwiegend von Familien türkischer Gastarbeiter. »Im Zusammenhang mit der Schule hörte man damals oft Begriffe wie Türken- oder Ausländerschule«, berichtete Keller. »Gerade die Einheimischen schickten ihre Kinder auf andere Schulen«. Doch dem damaligen Schulleiter Hans Kammler – der auch zum Festakt gekommen war – glückte die Wende: Unter seiner Mitwirkung wurde der Schule 2001 der Stempel »Europaschule« aufgedrückt, eine gymnasiale Oberstufe eingerichtet und zu einer der ersten erfolgreichen Ganztagsschulen im Landkreis gemacht. Auch an der Einrichtung der Schulmediothek und der Rettung des Hallenbades in den 90er Jahren war Kammler beteiligt.

Schreie im Schulflur

Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl kennt die CBES vor allen als eins: Als streitbare Schule, die sich intensiv für Projekte einsetzt. Insbesondere die Sanierungsmaßnahmen im Haus A hätten sie viele Nerven gekostet. »Aber heute können wir endlich in der neuen Schulaula stehen«, sagte Schmahl. Besonders eine Geschichte sei ihr im Gedächtnis geblieben: Wie sich nach einer Sitzung des Kreisausschusses der damalige Schulleiter Kammler und ihr Vorgänger über den Schulflur angeschrien hätten – es sei um die Anschaffung von Barhockern für das Lehrerzimmer gegangen. Doch diese Geschichte konnte Kammler so nicht stehen lassen: »Das ist so nie passiert«, erklärte er. »Es ging gar nicht um die Barhocker, sondern um das gesamte Lehrerzimmer«.

Kammlers 26 Jahre als Schulleiter an der CBES haben die Schule maßgeblich geprägt. Und auch für die Zukunft hofft er, dass hier weiterhin der Europagedanke weitergegeben und die Schüler die Chance bekommen, tolerante und weltoffene Menschen zu werden. Weitere Grußworte zum 50. Schulgeburtstag kamen von Landrätin Anita Schneider, Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek und Staatssekretär Dr. Manuel Lösel.

Direkt im Anschluss an den Festakt präsentierte die Schulgemeinschaft dann ihre Schule im Rahmen eines Jubiläumsfestes. Spiele, Aktionen, Musik und ein Bücherflohmarkt wechselten sich im Programm ab. An zahlreichen Ständen wurden zudem Speise und Getränke angeboten. In der Aula hatten die Schüler des Kurses Darstellendes Spiel ein Theaterstück vorbereitet: In einer bunten Zeitreise ging es hier durch die fünf Jahrzehnte der Schulgeschichte.

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